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Internationaler Verein für Menschenrechte der Kurden 
IMK Wocheninformationsdienst
Datum: 23. August – 31. August 2002                   Nummer: 166

Beschränkungsbeleg hinsichtlich 
allgemeiner Sicherheit“
Nach Informationen der Parteizentrale von HAK-PAR in Ankara verweigern die Sicherheitsbehörden mit ihrem Schreiben vom 22. Juli 02 dem Parteivorsitzenden Abdulmelik Firat seinen entzogenen Paß auszuhändigen. Abdulmelik Firat ein bekannter kurdischer Politiker, der in mehreren Wahlperioden als Abgeordneter ins türkische Parlament gewählt wurde, hat sich in der Vergangenheit gegen die Kurdenpolitik des Staates gewandt.
Herr Firat benötigt dringend eine Behandlung im Ausland. Aber auch als Parteivorsitzender möchte er gerne Gespräche mit den Parteien und Organi-sationen im europäischen Ausland führen.
Unten geben wir das Schreiben des Polizeipräsidi-ums Ankara wieder. (IMK e.V.)

Gouvernement von Ankara-Polizeipräsidium
Az.: B051EGM4060048.03.                 17.07.2002
        Tah.Br.C-6/Int (7449) 02
Betr.: Abdulmelik FIRAT
AN DAS POLIZEIPRÄSIDIUM DES KREISES ÇANKAYA
BEZUG:
a) Schriftsatz der Polizeigeneraldirektion vom 18.06.1997, Az.: B.05.1.EGM.0.13.02.05.129481
b) Schriftsatz der Polizeigeneraldirektion vom 15.07.2002, Az.: B.05.1.EGM.0.13.02.05.151013

Für Abdulmelik FIRAT, geb. 1927 als Sohn des Þahabettin und der Ayþe, registriert in der Provinz Erzurum, Kreis Hýnýs, Holhisar, für den mit dem unter a) im Bezug des genannten Schreibens ein Beschränkungsbeleg erlassen wurde, da eine Abhil-fe des Antrags auf (Erteilung eines) Reisepasses gemäß dem durch Art. 22 des Gesetzes Nr. 3463 geänderten Passgesetzes Nr. 5682 hinsichtlich unse-rer allgemeinen Sicherheit für bedenklich erachtet wurde, hat sein Bevollmächtigter Rechtsanwalt Mevlüt ÞENER mit Schriftsatz vom 26.06.2002 an unser Ministerium die Rückgabe des Reisepasses beantragt, damit sein Mandant zwecks (ärztlicher) Behandlung ins Ausland gehen könne.
Der Fall des Abdulmelik FIRAT wurde geprüft; eine Aufhebung des unter a) im Bezug genannten Beschränkungsbelegs wurde beim derzeitigen Stand der Dinge nicht für angemessen erachtet, doch andererseits, für den Fall, dass ein Attest einer Ge-sundheitskommission eines staatlichen Kranken-hauses vorgelegt wird, aus dem hervorgeht, dass eine Behandlung in der Türkei nicht möglich ist und daher im Ausland erfolgen muss, kann der Fall seines Mandanten erneut geprüft werden. Ich bitte darum, (diesen Sachverhalt) dem Rechtsanwalt Mevlüt ÞENER, tätig im Atatürk Bulvarý Emek Ýþhaný 95/130 Kýzýlay – Ankara zuzustellen und die Zustellungsurkunde (nach hierher) zuzusenden.
stellv. PP des Kreises Çankaya
(Quelle: HAK-PAR Parteizentrale in Ankara, 23. August 02)

Repression gegen Azadiya Welat 
und weiteren Zeitungen
Wegen „Verkauf einer verbotenen Zeitung“ sind in Agri drei MitarbeiterInnen der kurdischen Wochen-zeitung Azadiya Welat festgenommen worden. Nach ihrer Festnahme wurden Hatice Sen, Murat Demir und Serif Yildiz in einen Keller eines Ge-bäudes der Antiterrorabteilung an einem unbekann-ten Ort gebracht, wo sie polizeilichen Angriffen ausgesetzt wurden. Sie wurden unter Druck gesetzt, ihre Arbeit einzustellen und später wieder freigelas-sen.
Desweiteren wurde das Hauptbüro der Zeitschrift "Brot und Gerechtigkeit" (Ekmek ve Adalet) in Istanbul-Aksaray von der Polizei überfallen. Es kam zu Festnahmen von 15 anwesenden Personen, darunter acht BesucherInnen. In einer Erklärung des Rechtsbüros des Volkes heißt es, die Polizei habe ohne Angabe von Gründen die Tür aufgebrochen und alle Anwesenden festgenommen. Eine weitere Razzia mit 15 Festnahmen hat laut Erklärung bei der Zeitschrift "Jugend in unserem Land" (Ülke-mizde Genclik) stattgefunden. (...) (Quelle: Özgür Politika, 21.08.2002)

Türkei-Rechnung beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof: 4 Trillionen TL
Bis heute hat die Türkei aufgrund von Prozessen vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof (EuMRGh) fast vier Trillionen TL Schadensersatz geleistet. In 260 eingeleiteten Verfahren entschied der Gerichtshof gegen die Türkei, in elf weiteren zu Gunsten der Türkei. Nach Angaben des Justiz-ministeriums stehen Zahlungen von 6.729.814 englischen Pfund Sterling, 15.510.661 französi-schen Franc, 12.023.596 Dollar und 162.491.572 Euro noch aus.
Auf die Anfrage des AKP-Abgeordneten Azmi Ates gab das Justizministerium an, die Türkei habe bis heute aufgrund von Prozessen vor dem EuMRGh Zahlungen von knapp 4 Trillionen TL geleistet. (...) (Quelle: Özgür Politika, 21.08.2002)

Kranke Gefangene
Güzel Sahin, die Mutter von Zeki Sahin, warf den Behörden vor, ihren gefangenen Sohn nicht zu behandeln, obwohl er einen Gehirntumor und Leis-tenbruch habe und an Epilepsie leide. Er sei bei der medizinischen Fakultät von Cerrahpasa untersucht worden, aber im Gefängnis erhalte er nicht die nötige Diät. Im F-Typ Gefängnis in Sincan soll der Gefangene Ali Gülmez, dessen Schwester am 11. April 2001 im Verlauf des Todesfastens starb, an verschiedenen Krankheiten leiden. (Quelle: Evrensel vom 18.08.2002)

Strafe wegen Rede in Medya TV
Am 13. August verurteilte das SSG Diyarbakir Sultan Ogras, Vorsitzende der Frauenabteilung bei der HADEP in Nusaybin (Mardin), zu einer Strafe 
von 45 Monaten Haft. Mit einer Rede am 7. Januar im Medya TV soll sie die PKK unterstützt haben. 
Sie wurde bis zur Rechtskraft des Urteils aus der U-Haft entlassen. (Quelle: Yedinci Gündem vom 18.08.2002)

Kind bei Explosion getötet
Am 16. August starb Ömer (Agit) Bayar (13) und Abbas Atak (12) wurde verwundet, als eine Land-mine nahe des Berges Namaz in der Provinz Sirnak explodierte. Der Vater, Bahattin Bayar, warf den Verantwortlichen vor, seinen Sohn erst nach 4 Stunden ins Krankenhaus gebracht zu haben und den Leichnam nicht herauszugeben. Er bezweifelte ausserdem, dass die Explosion einer Landmine zu den Verletzungen führte, da die Kinder nur an den Knien verletzt waren. (ein Onkel des verletzten Abbas Atak sagte später, dass sein Neffe von einem grellen Licht gesprochen habe, was eher auf Feuerwerfer oder andere Waffen hindeute, der Übersetzer). (Quelle: Yedinci Gündem vom 17.08.2002)

Folter in Elbistan
Verwandte von Abbas Görür, Ali Tas und Oruç Ay behaupteten, dass die Jugendlich nach ihrer Fest-nahme in Elbistan (Maras) am 28. Mai gefoltert wurden. Damals seien 20 Personen wegen Malens von Parolen festgenommen und diese drei wurden in U-Haft genommen. Aus Angst vor der Polizei hätten sie bislang nichts von der Folter erzählt, die Abspritzen mit Wasser unter Hochdruck und Schlä-ge umfasst habe. (Quelle: Evrensel vom 21.08.2002)

Überfall auf sozialistische Presse
Am 20. August überfiel die Polizei in Istanbul die Büros der Zeitschriften “Ekmek ve Adalet” und “Gençlik Gelecektir” sowie des Vereins TAYAD im Stadtteil Aksaray. In den Büros der Zeitschriften wurden 19 Personen festgenommen, von denen 4 einen Tag darauf wieder freigelassen wurden. Nach Angaben von TAYAD handelt es sich bei den Fest-genommenen um Hüseyin Fevzi Tekin, Sadi Naci Özpolat, Sadik Eroglu, Metin Yavuz, Ali Ercan Gökoglu, Gülizar Kesici, Inan Gök, Mehmet Do-gan, Yilmaz Kaya und Hidir Gül (Festnahme bei “Ekmek ve Adalet”), Ayhan Mimtas, Tugba Iyigün, Yeliz Türkmen, Songül Ergül, Sema Koç, Sevilay Balikçi, Ercan Kutlu, Celal Agar und Figen Kurtu-lus (Festnahme bei "Gençlik Gelecektir"). Der An-walt Behiç Asçi sagte, dass Inan Gök und Hüseyin Fevzi Tekin wegen schlechter Gesundheit aufgrund des Todesfastens und Hidir Gül und Sevilay Balikçi wegen Minderjährigkeit wieder freigelassen wur-den. (Quelle: Cumhuriyet vom 21.08.2002)

Weiteres Opfer des Todesfastens
Am 22. August verstarb Melek Birsen Hosver (23) im Ankara Numune Krankenhaus. Sie war wegen Mitgliedschaft bei der DHKP/C inhaftiert und hatte vor ca. 330 Tagen die Aktion im Gefängnis von Malatya begonnen. Die Zahl der Opfer des Todes-fastens hat sich damit auf 53 erhöht  (35 Gefangene, 7 Angehörige und 11 entlassene Gefangene). (Quelle: TIHV vom 23.08.2002)

Weitere Aktion gegen sozialistische Presse
Nach den Operationen bei "Ekmek ve Adalet" und "Gençlik Gelecektir" werden nun die Büros der Zeitschrift “Yeniden Atilim” von der Polizei überwacht, um dort einen Solidaritätshungerstreik zu verhindern. Neben der Festnahme der MitarbeiterInnen Müge Molvali, Nadiye Gürbüz, Burcu Gümüs, Sevil Gültekin und Nurcan Vahiç wurde von der Festnahme von Düzgün Akyol (von “Dayanisma”), Hasibe Çoban (von  “Ekmek ve Adalet”), Fehmi Kiliç und Volkan Er (Mitarbeiter bei “Devrimci Hareket”) gemeldet. Trotz der Behinderungen sollen Hüsniye Seçkin (von “Yeniden Atilim”), Murat Güner (von “Yeniden Atilim”), Selma Kaan (von “Isçi Köylü”), Süleyman Karadag (von “Ekmek ve Adalet”), Yalçin Akar (von “Gençlik Gelecektir”), Yilmaz Dursun (von “Kizil Bayrak”) und Kemal Aydeniz (von “Odak”) einen Hungerstreik begonnen haben. (Quelle: Bianet vom 23.08.2002)

Das Todesfasten
Am 24. August starb Gülnihal Yilmaz im E-Typ Gefängnis von Kütahya. Sie war seit April 2001 im Todesfasten. Im Juli 1993 war sie Ankara verhaftet worden und wurde im Juni 1995 wegen Mitglied-schaft in Devrimci Sol verurteilt. Justizministerin Aysel Çelikel sagte unterdessen, dass sich noch 26 Gefangene im Todesfasten befinden und 8 davon in einem kritischen Zustand seien. Sie bezeichnete die Lage in normalen Gefängnissen als unerträglich und sprach sich für den Bau von weiteren Gefäng-nissen vom Typ F aus. (Quelle: Milliyet/Cumhuriyet vom 25./26.08.2002)

Folter in Bismil
Aus dem Kreis Bismil (Diyarbakir) wurde gemel-det, dass die Gendarmerie die Organisierung der HADEP in der Stadt Ambar mit verschiedenen Schikanen verhindern wollte. Erst wurden die Organisierer bedroht und am 27. August wurden Hakki Ak und M. Halim Özçinar festgenommen. Hakki Ak sagte: “Die Gendarmen kamen ins Cafe, weil sie mich nicht zu Hause antrafen. Der Gefreite Birol packte mich am Kinn und beschimpfte mich. Er meinte, dass er mich nun erwischte habe und bedrohte mich mit dem Niederbrennen meines Hauses. Auf der Gendarmeriestation wurde ich brutal und mit Schlagstöcken geschlagen. Ich wurde aufgefordert, in zwei Tagen mit der Organisierung aufzuhören.“ M. Halim Özçinar sagte, dass er vom stellvertretenden Leiter der Gendarmeriestation mit einer Pistole an der Schläfe bedroht wurde. Dieser drückte auch ab, aber es war keine Kugel drin. Auf der Wache sei er dann für eine Stunde lang verprügelt worden. Beide Politiker liessen sich im Staatskrankenhaus von Bismil untersuchen und erhielten Atteste über 3 Tage Arbeitsunfähigkeit. Sie stellten Strafanzeige und werden sich bei der TIHV um kostenlose Behandlung bemühen. (Quelle: Yedinci Gündem vom 29.08.2002)

Kranker Gefangener
Anwältin Gülizar Tuncer gab bekannt, dass die Familie von Ahmet Ugur, der während der Operation gegen die Gefängnisse vom Dezember 2000 verletzt worden war, Geld für den Transport bezahlen musste, als er zur Behandlung ins Gefängnis in Antakya verlegt wurde. Er sollte dort wegen einer psychischen Persönlichkeitsstörung behandelt werden. Zuvor war er im F-Typ Gefängnis von Kandira in Isolation gehalten worden. Die Familie musste 600 Millionen TL (ca. 400 Euro) zahlen und hat Strafanzeige gegen das Justizministerium wegen Verletzung der Dienstpflicht gestellt. (Quelle: Evrensel vom 29.08.2002)

Südkurdistan:
Türkei verstärkt Präsenz in Nordirak
Die türkische Armee hat ihre Präsenz in Nordirak nach Angaben der irakischen Kurdenpartei DPK verstärkt. Das Militär sei derzeit mit zwei Dutzend Panzern sowie Bodentruppen und Hubschraubern in der Region um Bamemi im Norden Iraks präsent, sagte DPK-Chef Massud Barsani dem US-Radiosender NPR laut der türkischen Nachrichten-agentur Anadolu. Er forderte den unverzüglichen Abzug der Armee. 
Der nordirakische Kurdenführer Dschalal Talabani erklärte unterdessen laut Presseberichten, die USA hätten zugesichert, dass die Türkei sich an einem US-Militäreinsatz gegen Irak nicht beteiligen wer-de. Die Türkei als einziger moslemischer NATO-Staat lehnt die Pläne von US-Präsident George W. Bush zum Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ab.  (Quelle: afp, 30.08.2002)

Saddam bietet Türkei Riesensummen
Milliardenaufträge sollen Ankara 
offenbar von Teilnahme am Anti-Irak-Krieg der USA abbringen
Die international zunehmende Kritik an den Plänen der US-Regierung für eine Militäraktion zum Sturz des irakischen Regimes lässt Staatschef Saddam Hussein hoffen, dass er das Blatt vielleicht doch noch zu seinen Gunsten wenden könne. Bei seiner neuen "Charme-Offensive" setzt der irakische Staatschef nun vor allem auf die "Überzeugungs-kraft des Geldes". Dem für die Amerikaner als Operationsbasis in einem Irak-Krieg strategisch wichtigen Nachbarland Türkei bietet Bagdad Milli-ardenaufträge an. Einigen afrikanischen Staaten sollen die Iraker laut arabischen Presseberichten sogar Bargeld angeboten haben, falls sie keine amerikanischen Soldaten auf ihrem Territorium und in ihren Häfen dulden.
Nachdem der Irak vor einigen Tagen Wirtschaftsprojekte im Umfang von etwa 40 Mrd. Euro mit Russland vereinbart hat, sucht der irakische Handelsminister Mohammed Mahdi Saleh derzeit in der Türkei Kooperationspartner für Projekte in den Bereichen Landwirtschaft, Erdöl und Erdgas sowie Verkehr und Gesundheit. Wo immer er Station macht, wird Minister Saleh herzlich empfangen. Das hindert Ankara allerdings nicht daran, gleichzeitig mit den USA über eine Kompensation für die wirtschaftlichen Nachteile zu sprechen, die der Türkei im Falle eines Irak-Krieges entstehen würden.
Auch bei den arabischen "Brüdern" setzt Bagdad auf die Überzeugungskraft wirtschaftlicher Vortei-le. Das Handelsvolumen mit Ägypten, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Tunesien ist in den vergangenen Monaten kräftig gewachsen. Selbst das Königreich Saudi-Arabien, das im Golf-krieg 1991 Ziel irakischer Scud-Raketen gewesen ist, wird am 9. September erstmals seit zwölf Jahren wieder eine Handelsmesse in Bagdad ausrichten.
Was die arabischen Nachbarn betrifft, so hat das Regime in Bagdad noch eine zweite Trumpfkarte in der Hand - und die heißt "Israel". Denn erstens möchte sich wegen der nach arabischer Auffassung "ungerechten Haltung" Washingtons im israelisch-palästinensischen Konflikt derzeit kein arabischer Führer ohne Wenn und Aber auf die Seite der Ame-rikaner stellen. Zweitens hat die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon klar gemacht, dass sie diesmal nicht wie im Golfkrieg von 1991 still-halten würde. Stattdessen wolle sie jeden irakischen Raketenangriff auf Israel militärisch beantworten und sich als "guter Soldat" auf die Seite der USA stellen, hieß es. Eine derartige Konstellation mit den USA und Israel auf der einen und dem Irak auf der anderen Seite würde jedoch selbst die so ge-nannten gemäßigten arabischen Staaten in die Arme Saddam Husseins treiben.
Zeitungskommentatoren von Dubai bis Ägypten werfen den Amerikanern vor, sie wollten letztlich nur die Kontrolle über den Irak, das ölreiche Land zwischen Euphrat und Tigris, anstreben. Um die derzeitige Krise zu entschärfen (ohne die Amerika-ner vor den Kopf zu stoßen), wollen die arabischen Staaten Saddam Hussein dazu bringen, die UNO-Waffeninspektoren wieder ins Land zu lassen. (Quel-le: Salzburger Nachrichten, 28.08.2002)

Terrorgruppe Ansar Al-Islam
experimentiert mit chemischen Waffen
Von hoher offizieller kurdisch-irakischen Stelle wurde am Donnerstag gesagt, dass mit al-Qaida in Verbindung stehende radikale Araber in entlegenden kurdisch-irakischen Gebieten in Laboratorien mit chemischen Waffen für Terror Anschläge experimentierten.
Bahram Salih, ein hoher Funktionär der PUK sagte wenige Tage nach seinem Treffen mit Vizepräsi-denten Cheney und Verteidigungsminister Rums-field in Washington über mögliche Pläne einer eventuellen militärischen Aktion gegen den Irak.
PUK Geheimdienst bestätigt die Möglichkeit der Ansar al-Islam Gift und chemische Waffen in Ter-rorakten einzusetzen .Gleichzeitig lehnte es Salih in seinem telephonischen Interview aus Washington ab, Einzelheiten darüber zu berichten. Er fuhr fort indem er sagte, dass sich PUK-Kräfte in etwa 30km Entfernung zu den gut gesicherten und in schwieri-gem Gebiet liegenden Laboratorien befänden. Die radikale Gruppe hat ihre Basis in verschiedenen Dörfern nahe der iranischen Grenze.
Von offizieller Seite sagten die USA dazu, ihre Beobachtungen zeigten, dass diese Experimente in der Erprobung von biologischen und chemischen Waffen auf Tierfarmen durchgeführt würden und bislang wenigstens ein Opfer erfordert hätte. Dies würde allerdings noch keinen  militärischen Angriff rechtfertigen, allerdings bereitete ihnen diese Grup-pe Ansar al-Islam, die auch den aus Afghanistan vor den US Truppen geflüchteten Al-Qaida Kämp-fern Schutz bot,  zunehmend Sorgen.
Diese Gruppe bestünde aus etwa 500 Mitgliedern von denen ca. 120 in Afghanistan ausgebildet wä-ren , erklärte Salih weiter. Die Gruppe operiere zwar ausserhalb der Einflussgebiete von Saddam Hussein und es gäbe auch Stimmen, die behaupte-ten sie seien gegen das irakische Regime wären doch auch andere wiederum der Meinung, dass sie es direkt oder indirekt unterstützten indem sie Zwi-schenfälle mit Saddams kurdische Opponenten provozierten .PUK Kämpfer hatten wiederholt Zusammenstösse mit Ansar-Kämpfern. Allein im Juli wurden bei einem bewaffneten Zwischenfall  9 PUK Kämpfer getötet und 50 verwundet. Er lehne es aber ab, über mögliche von der PUK geplante militärischen Aktionen zu sprechen. Einem Mordanschlag durch Ansar-Angehörige in Suleymania konnte Salih unverletzt entkommen. Eine Abordnung des US-Aussenministeriums, die sich  gerade mit kurdischen Politikern traf, war nahe genug um die Schüsse zu hören.
Einige Experten sind der Meinung, dass Ansar al-Islam vom Iran Waffen erhält um die PUK an einer noch engeren Bindung an die USA zu hindern. Von Salih wurde dies jedoch verneint, es gäbe darauf keine Hinweise – im Gegenteil empfänden die Iraner selbst diese Gruppe als Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit. (Quelle: AP, 21.August 02)

200 Flüchtlinge an 
süditalienischer Küste gelandet
Fast 200 illegale Einwanderer sind am Samstag mit
einem Boot an der süditalienischen Adriaküste gelandet. Bei den Flüchtlingen handle es sich um Kurden aus dem Irak, berichtete das staatliche Fernsehen. Zunächst war von lediglich 150 Menschen die Rede gewesen. Inoffiziellen Informationen zufolge hatten die Kurden während der letzten Tage ihrer Fahrt keine Lebensmittel und auch kein
Wasser mehr an Bord. Die Flüchtlinge hätten ihre Reise via die Türkei vor etwa sieben Wochen be-gonnen und umgerechnet 2000 bis 3000 Euro dafür bezahlt.
Weil das Schiff kein Navigationssystem hatte, konnte es nur in Küstennähe fahren. Weiter hieß es, die Menschen seien in guter gesundheitlicher Ver-fassung und kämen zunächst in Auffanglager.
Die italienische Küstenwache hatte das Boot bereits in der Nacht zum Samstag entdeckt. Angehörige der Küstenwache gingen an Bord und begleiteten das Schiff in den Hafen Maria di Leuca. In Südita-lien landen jährlich etwa 20 000 Einwanderer vor allem aus Albanien, der Türkei und dem Irak. Viele Kurden betrachten Italien aber als nur Transitland und wollen weiter nach Deutschland oder Frank-reich. (Quelle: dpa, 24.08.02)

Küstenwache vereitelt Flucht von 231 Migranten nach Italien
Die türkische Küstenwache hat am Samstag die Flucht von 231 Migranten nach Italien vereitelt. Die aus der Türkei und mehreren asiatischen Ländern stammenden Flüchtlinge waren angeblich mit meh-reren Bussen aus Istanbul an die Mittelmeerküste gebracht worden, von wo aus sie in See stechen sollten. Nach Angaben der Behörden wurden 63 Menschen an Bord eines 30 Meter langen Schiffes festgenommen, das nahe der Küste auf Grund gelaufen war. Die übrigen Flüchtlinge wurden am Ufer in Gewahrsam genommen. Der türkische Ka-pitän und die Besatzung würden verhört, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.
Erst am Samstagmorgen waren fast 200 illegale Einwanderer, die ihre Seereise ebenfalls in der Tür-kei begonnen hatten, mit einem Boot an der süditalienischen Adriaküste gelandet. Bei den Flüchtlingen handle es sich um Kurden aus dem Irak, berichtete das staatliche italienische Fern-sehen. (Quelle: DPA, 24.08.02)

Folter und Misshandlung: Urgent Aktion von AI:
Türkei: Abdulkadir Yakut, 27 Jahre alt
Berichten zufolge ist Abdulkadir Yakut im Polizei-gewahrsam in Diyarbakir (Südosten der Türkei) gefoltert worden. Derzeit befindet er sich in Diyar-bakir in Gendarmeriegewahrsam. amnesty international befürchtet, dass seine Foltervorwürfe von den türkischen Behörden nicht untersucht werden, und dass Abdulkadir Yakut weiterhin in Gefahr ist, gefoltert oder misshandelt zu werden. 
Nähere Informationen unter: www.ai.de 

Der Staudamm-Skandal.
Die kurdische Stadt Hasankeyf bangt 
Ein gigantisches Staudamm-Projekt in der Türkei - unterstützt durch eine Hermes-Bürgschaft der Bun-desrepublik und anderer europäischer Geldgeber - vereint Kirchen, Umweltschützer, Archäologen und Kunsthistoriker im Protest. 
50 kurdische Orte sollen in den nächsten fünf Jah-ren vom Wasser des Ilisu-Staudammes überflutet werden, 80 000 Menschen würden damit aus ihrem Land vertrieben, ohne Entschädigung, ohne die Möglichkeit, juristisch gegen das Projekt vorzuge-hen. Es gibt nicht einmal einen Umsiedlungsplan für die meist armen Bauern. 
Diese Verletzung der Menschenrechte und die un-überschaubaren ökologischen Folgeschäden führten in England - anders als in Deutschland - politisch dazu, eine Bürgschaft abzulehnen. Auch die Welt-bank lehnt das Projekt ab. 
In seiner Reportage sucht Michael Enger die Orte auf, die es bald nicht mehr geben soll, begleitet und hinterfragt den Protest der einfachen und organisierten Menschen, die versuchen, die heiligen Stätte des Landes, ihre Lebensgrundlage zu erhalten. 

Im WDR Fernsehen 
Sonntag, 15. September 2002, 16:30 Uhr 
Wiederholung Freitag, 20. September 2002, 11:30 Uhr und Freitag, 04. Oktober 2002, 13:30 Uhr 

 
 
 
Verehrte Leserinnen und Leser,

Der IMK e.V. wird in Kooperation mit der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Trauma und Therapie“ durchführen. Die erste Veranstaltung wird am 21. September 2002 in Köln statt-finden. Das gesamte Programm der Veranstaltungsreihe können Sie unserer WEB-Seite entnehmen.

Wie zuvor auch diesmal möchten wir an Sie appellieren, uns mitzuteilen falls Sie eine e-mail-Adresse haben, denn der Versand über e-mail ist kostengünstiger und schneller.
 

Wir möchten Sie gleichzeitig auf unsere WEB-Seite hinweisen, die interessante Beiträge enthält:

· Interview mit dem Generalsekretär der PSK, Kemal Burka (Deutsch und Englisch)y
· Interview mit Ahmad Berwari, Repräsentant der PUK in Deutschland (Deutsch)
· Ein Artikel vom Ashiti Amir über Syrien und Syrisch-Kurdistan (Deutsch)
· Die Erklärung der PSK zum „EU-Anpassungspaket“ des Türkischen Parlaments (Deutsch und Eng-lisch)
· Die Presseerklärung des IMK e.V. zu den Agressionsplänen der Türkei (Deutsch)
· Der Artikel „Kurden und Kurdistan“ von Shahin Sorekli aus Australien (Englisch)

Diese Beiträge tragen nicht unbedingt unsere Meinung, sondern geben die aktuell für unser Themengebiet interes-santen Diskussionen wieder. Besuchen Sie doch einmal www.kurden.de.

Mit freundlichen Grüßen, 
Ihre Redaktion

   ISSN 1438- 08 Herausgeber: IMK e.V., Postfach 07 38, D-53137 Bonn, Telefon: + 49 228 362 802,   Fax: + 49 228 363 297, E-Mail: IMK-Bonn@t-online.de und imkkurds@aol.com   Besuchen sie auch unsere Website: http://www.kurden.de    Verantwortlicher Leiter: Abubekir Saydam   Abonnementbedingungen (pro Jahr):· Stiftungen, Parteien, Regierungen und internationale Organisationen sowie Gremien: Euro 92,00 · Gerichte, Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen, Flüchtlingsberatungsstellen: Euro 46,00 · Förderabonnement, Einzelpersonen und kleinere Vereine: Euro 31,00    Spendenkonto: Volksbank Bonn (BLZ: 380 60 186),   Konto-Nr.: 201 246 90 23

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