Internationaler
Verein für Menschenrechte der Kurden
IMK Wocheninformationsdienst
Datum:
25 Januar- 31 Januar 2002 Nummer: 144
Menschenrechtlerin
und Verlegerin
Ayse Nur
Zarakoglu gestorben
Am 28. Januar
2002 starb die Menschenrechtlerin und Verlegerin Ayse Nur
Zarakoglu
im Alter von 56 Jahren an ihre Krebserkrankung. Zarakoglu war
Mitbegründerin
des Menschenrechtsvereins IHD und Vorstandsmitglied des
Istanbuler
IHD-Büros von 1990 bis 1994.
Als Besitzerin
des Belge Verlages wurde sie immer wieder wegen der von
ihr veröffentlichten
Publikationen angeklagt und zu Gefängnisstrafen
verurteilt.
Zuletzt wurde im Dezember 2001 wegen der Herausgabe der
Bücher "Lied
der Freiheit" (Özgürlük Türküsü) von Hüseyin Turhalli und
"Kultur von
Pontos" (Pontos Kültürü) von Ömer Asan Anklage gegen sie vor dem
Staatssicherheitsgericht
Istanbul eröffnet.
Für ihren
unermüdlichen und unerschrockenen Einsatz für die Gedanken-,
Meinungs-
und Publikationsfreiheit hat sie in internationalen
Fachkreisen
Respekt gewonnen. 1998 erhielt sie den Preis der Frankfurter
Buchmesse,
der zuvor schon Yasar Kemal verliehen wurde.
Wegen ihres
Engagements als Menschenrechtlerin wurde sie zu den 50
mutigsten
Frauen dieser Welt gezählt. Wir verbeugen uns mit Respekt und
Trauer vor
ihrem Andenken. ( IMK e.V.)
EU kritisiert
Anpassungsgesetze
Koalition
in der Krise
Das sog. "Mini
Reformpaket" verwirrt nicht nur die EU, sondern sorgt
auch für eine
Koalitionskrise. In einem Treffen mit EU-Vertretern sagte
Ministerpräsident
Ecevit zu, er würde versuchen, die Koalitionspartner
MHP und ANAP
wieder zusammenzubringen und das Reformpaket noch einmal
prüfen.
Die vorgesehenen
Veränderungen im Strafgesetz hatten in der EU für
heftige Kritik
gesorgt, da sie weit davon entfernt seien, die von Brüssel
formulierten
politischen Kriterien zu erfüllen.
Die Bedeutung
der Kritik an den sog. Anpassungsgesetzen werden von
türkischer
Seite heruntergespielt. Außenminister Ismail Cem sagte gegenüber
CNN-Türk,
die Anpassungsgesetze würden die Türkei-EU Beziehungen nicht
stören. Der
spanische Botschafter Manuel De La Camara dagegen erklärte,
das Paket
in der aktuellen Form würde eine große Hürde darstellen, die
die Ergebnisse
des EU-Gipfels in Laeken negativ beeinflussten.
Das Reformpaket
sorgt währenddessen für eine Krise in der Koalition.
Während der
Nationale Sicherheitsrat und die MHP die Gesetzesänderungen
als zu weitgehend
und eine Gefahr für die Einheit des türkischen Staates
und die Forderungen
der EU als eine Bedrohung ansehen, zeigt sich die
ANAP bereit,
der EU bei der Erfüllung der politischen Kriterien noch
weiter entgegenzukommen.
ANAP-Vorsitzender und stellvertretender
Ministerpräsident
Mesut Yilmaz forderte, das Reformpaket den Forderungen der EU
und des Europäischen
Menschenrechtsgerichtshofes entsprechend zu
verändern,
bevor es dem Parlament zur Diskussion und Verabschiedung vorgelegt
wird. Er kritisierte
die starre Haltung des MHP-Vorsitzenden Devlet
Bahceli. Man
solle nicht "jeden in diesem Land als einen potenziellen
Vaterlandsverräter
ansehen".
Yilmaz sagte
weiter: Die Kampagne für Kurdischunterricht sei eine
Falle, um
die Modernisierung der Türkei zu verhindern und die Beziehungen
zur EU zu
kappen. Er übte auch Kritik an seinem Parteikollegen
Sebgetullah
Seydaoglu, Abgeordneter aus Diyarbakir, der die Forderung nach
muttersprachlichem
Unterricht in Kurdisch unterstützt. Die offizielle Sprache
wie auch die
Unterrichtssprache der Türkei sei Türkisch. Unterricht in
einer anderen
Sprache sei in der Türkei nicht möglich. Die EU hätte
dies auch
nicht gefordert. Radio- und Fernsehsendungen in Kurdisch dagegen
räumte Yilmaz
eine Chance ein. Man müsse den muttersprachlichen
Unterricht
in Kurdisch von Sendungen in Kurdisch unterscheiden.
Anpassungsgesetze
werden der Türkei schaden
Der Vorsitzende
des Kassationsgerichtes, Sami Selcuk, warnte vor der
Änderung der
Gesetze 312 und 159, die im türkischen Strafgesetz die
Meinungs-
und Gedankenfreiheit behandeln. Die vorgesehenen Änderungen würden
der Türkei
schaden, wenn sie in der vorliegenden Version verabschiedet
würden.
Selcuk verlangte
die Streichung der Passage über die Strafen für die
Beleidigung
des türkischen Militärs und seiner Repräsentanten sowie der
Sicherheitskräfte
in Artikel 159. Weiter soll er, wie vermeldet wurde,
den Ausdruck
"die Möglichkeit, die öffentliche Ordnung zu stören" in
Artikel 312
kritisiert haben, weil dieser Ausdruck kein juristischer
Begriff sei.
Grundsätzlich befürwortete Selcuk die Gesetzesänderungen.
(Quellen:
Hürriyet, 26.01.02; Turkish Daily News, 28.01.02; Radikal,
Cumhuriyet,
31.01.02)
Gründung
einer neuen pro-kurdischen
Partei
steht bevor
Die aus der
Vereinigung der "Initiative für Demokratie und Lösung der
Kurdenfrage"
und des "Plattforms der demokratischen kurdischen Einheit"
entstandene
Kommission hat die Gründung einer neuen Partei angekündigt.
Am 11. Februar
2002 wird die Partei ihren Gründungsantrag beim
Innenministerium
einreichen.
In der Erklärung
an die Öffentlichkeit stellt die Initiative fest, die
bestehenden
Parteien seien voneinander kaum zu unterscheiden und würden
statt Lösungen
für die bestehenden Probleme anzubieten, selbst mögliche
Lösungen verhindern.
Deswegen sei die Gründung einer politischen
Partei, die
Lösungen anbietet und die demokratische Partizipation verteidigt,
dringend notwendig.
"Die Regierenden
fürchten die Menschenrechte und Grundfreiheiten. Sie
sehen die
pluralistische Gesellschaftsstruktur als eine Bedrohung ihrer
Vorteile an
und versuchen die Bemühungen für die Demokratisierung zu
blockieren.
Doch die erdrückende Mehrheit des Volkes ist entschieden für
die Demokratisierung
und die Realisierung der von der EU geforderten
Kriterien.
Die Aufgabe der Regierung sollte nicht sein, mit einigen
oberflächlichen
Veränderungen diesen Wunsch des Volkes zu übergehen."
In diesem
Zusammenhang kritisiert die Initiative die Änderungen der
Artikel 312
und 159 im "Demokratisierungspaket" in vorliegender Form.
Die Stigmatisierung
der Forderung nach Unterricht in der Muttersprache
als Separatismus
kritisiert die Initiative und unterstützt diese
Forderung
als ein legitimes Recht. "Unser Land hat internationale Abkommen
unterzeichnet,
die die freie Zulassung von Radio- und Fernsehsendungen in
Kurdisch und
gesetzliche Rahmenbedingungen für Bildung und Unterricht
in der Muttersprache
fordern."
Hinsichtlich
der Situation der kurdischen Regionalregierung im Nordirak
fordert die
Initiative, die Bedrohung des Friedens durch den Irak müsse
beendet werden.
Das irakische Regime unterstütze den internationalen
Terror und
die Vereinten Nationen müssten dagegen vorgehen. Die Pläne,
dabei die
kurdische Regionalregierung zu vernichten, seien unakzeptabel.
Die kurdische
Regional-regierung hätte die Lösung immer im Rahmen einer
föderalen
Struktur im Irak gesehen. Eine internationale Lösung des
Konfliktes
solle dies respektieren.
Ibrahim Güclü
und Resit Deli, Mitglieder der Parteigründungskommission,
wurden festge-nommen
und nach 4 Tagen wieder frei-gelassen. (Quelle:
Erklärung
der "Initiative für Demokratie und Lösung der Kurdenfrage" und
der "Plattform
der demokratischen kurdischen Einheit", 29.01.02)
Sema Piskinsüt
gründet neue Partei: TDP
Die ehemalige
Vorsitzende der Parlamentarischen
Menschenrechtskommission
und DSP-Abgeordnete Sema Piskinsüt gründete die neue Partei TDP
(Gesellschaftlich
Demokratische Partei). Mit der Parteigründerin Piskinsüt
und den ehemaligen
DSP-Abgeordneten Nezire Karakus und Mehmet Özcan hat
die neue Partei
3 Sitze von 550 im türkischen Parlament. Piskinsüts TDP
ist die siebente
Partei mit Sitzen im Parlament.
Piskinsüt,
die sich mit ihrem konsequenten Einschreiten gegen Folter
nicht nur
Freunde, sondern auch erbitterte Feinde gemacht und ins Visier
des Staatssicherheitsgerichtes
geraten ist, hatte Ministerpräsident
Ecevit kritisiert,
für die Wirtschaftsmisere verantwortlich zu sein und
"die Menschen
zu Arbeitslosigkeit und Armut zu verurteilen".
Bei ihrer
ersten Pressekonferenz erkärte Piskinsüt, es werde keine
Führungsdiktatur
in ihrer Partei geben. Als sie noch Mitglied der DSP war,
hatte Piskinsüt
den Führungsstil des Parteivorsitzenden Ecevit offen
kritisiert
und war dafür in Ungnade gefallen. "Diese Partei wird sich um
keinen Preis
korrumpieren lassen. Eher würde ich die Partei wieder
sterben lassen!"
Piskinsüt
kritisierte, die vom Militärputsch in 1980 stammende
Verfassung
schränke die Freiheiten ein und forderte eine neue Verfassung. Die
Zug um Zug
vorgenommenen Reformen seien nicht ausreichend. (Quellen: ap,
28.01.02;
Turkish Daily News, 29.01.02)
Studenten
für Forderung nach
Kurdischunterricht
gefoltert
Der Student
Mürsel Sargut war am 30. November 2001 bei der Übergabe
einer Petition
zu Kurdisch als Wahlfach an der Istanbul Universität
festgenommen
und zum Polizeipräsidium in der Vatan Caddesi gebracht worden.
Dort wurde
er gefoltert. "Die Polizisten verlangten von mir, dass ich
mich als Angehöriger
einer illegalen Organisation bezeichne und andere
Mitglieder
mit Namen nenne. Als ich das nicht tat, verlangten sie, dass
ich mich ausziehen
solle. Ich wurde splitternackt ausgezogen und sie
quetschten
meine Hoden. Ich wurde geschlagen und mit Wasser unter
Hochdruck
abgespritzt. Mir wurde mit Vergewaltigung durch einen Knüppel und mit
Erschießung
im Wald gedroht."
Mürsel Sargut
kam später in Untersuchungshaft und soll auch bei der
Einweisung
in das Gefängnis Bayrampasa ausgezogen und geschlagen worden
sein.
Am 21. Januar
wurden 17 von 163 Studenten, die in Malatya festgenommen
worden waren,
als sie Petitionen für Kurdisch als Wahlfach dem Rektor
der Universität
übergeben wollten, in Untersuchungshaft genommen. Ihnen
steht eine
Anklage wegen der Unterstützung der PKK bevor.
Die entlassen
Studenten berichteten, dass sie während der 4 Tage in
Polizeihaft
nicht schlafen durften und es ihnen untersagt war, miteinander
zu reden.
Während der Verhöre seien ihre Köpfe gegen die Wand
geschlagen
worden, einzelne Beamten hätten ihnen mit Fingern in die Augen
gedrückt und
sie seien mit Knüppeln geschlagen worden. (Quelle: Yedinci
Gündem, 20.01.02,
23.01.02)
Folter in
Silvan
Am 21. Januar
teilten Fahriye Kaya, die Besitzerin des Hauses, in dem
am 16. Januar
2 PKK Militante getötet wurden, ihr Sohn Ibrahim Kaya (17)
und Yasar
Simsek ihrem Anwalt Reyhan Yalcindag, der sie im E-Typ
Gefängnis
in Diyarbakir besuchte, mit, dass sie gefoltert wurden. Sie seien
mit verbunden
Augen verhört worden. Fahriye Kaya sei gedroht worden,
dass man sie
im Beisein ihres Sohnes vergewaltigen würde. Obwohl sie kaum
Türkisch spricht,
musste sie ihre Aussage in Türkisch machen und wurde
gezwungen,
mit verbundenen Augen viele Papiere zu unterschreiben.
Ihr Sohn berichtete,
die Polizisten hätten im Auto gesagt, sie hätten
die drei Gefangenen
besser auch getötet hätten. Er berichtete von
Stromstössen
und brutalen Schlägen, die zu Blutungen am Hals und am Ohr
führten.
Yasar Simsek,
der zuvor schon am Herzen operiert worden war, berichtete
ebenfalls
von brutalen Schlägen. Ausserdem seien seine Hoden gequetscht
worden. (Quelle:
Yedinci Gündem, 23.01.02)
Keine Haftentlassung
trotz Erkrankung
Die 1. und
6. Kammer des SSG Istanbul haben unterschiedliche
Entscheidungen
zu vorläufigen Haftentlassungen von Gefangenen gefällt, die an dem
Wernicke Korsakoff
Syndrom leiden.
Die 1. Kammer
des SSG Istanbul ordnete die Entlassung des Gefangenen
Mehmet Hakan
Canpolat für 6 Monate an und begründete dies mit Artikel 399
der StPO.
Für ihn und zwei weitere Gefangene aus dem Edirne F-Typ
Gefängnis
hatte die Gerichtsmedizin am 28.12.2001 Berichte erstellt, in
denen die
vorläufige Haftentlassung aufgrund des Wernicke Korsakoff
Syndroms empfohlen
wurde.
Demgegenüber
entschied die 6. Kammer des SSG Istanbul am 3. Januar,
dass die Gefangenen
Murat Bahceli und Ali Riza Secik nicht aus der Haft
entlassen
werden dürfen. Es habe sich bei vorherigen Entlassungen
herausgestellt,
dass einzelne Gefangene nicht unter den angegebenen Adressen
zu finden
waren, andere hätten sich an Aktionen beteiligt und wieder
andere seien
ins Ausland gegangen.
Aus ähnlichen
Gründen waren zuvor schon die Haftentlassungen von Kemal
Yarar (Sincan
F-Typ Gefängnis), Ramazan Okutulmus, Yusuf Polat und
Erdal Öz (Kandira
F-Typ Gefängnis) und Ihsan Civelek (Tekirdag F-Typ
Gefängnis)
abgelehnt worden. (Quelle: Radikal, 23.01.02)
Arbeitgeberverband
TÜSIAD fordert mehr Reformen und Beschleunigung des
EU-Beitrittsprozesses
Die Türkei
sollte ihre Mentalität reformieren, ihr politisches System
neu strukturieren
und weitere demokratische Reformen durchführen, um den
Beitrittsprozess
in die EU zu beschleunigen, forderten die Mitglieder
des Arbeitgeberverbandes
TÜSIAD in einer Deklaration bei ihrer 32.
Vorstandssitzung.
Sie sagten,
die Türkei müsse in 2002 eine Mentalitätsreform
durchführen,
eine demokratischere und stabilere politische Struktur einführen und
eine mittelfristige
Entwicklungsstrategie für ein dauerhaftes
wirtschaftliches
Wachstum präsentieren.
TÜSIAD-Vorsitzender
Tuncay Özilhan und
TÜSIAD-Konsultationsratvorsitzender
Muharrem Kayhan forderten in ihren Reden die Regierung auf, nach
der Krise
mit den notwendigen Schritten zu starten.
Özilhan kritisierte
das Mini-Demokratiepaket. "Das
Mini-Demokratiepaket,
das in engem Zusammenhang zur Gedankenfreiheit steht, führt in seiner
dem Parlament
vorliegenden Form zur weiteren Einschränkung der Grenzen
der Gedankenfreiheit
und versucht den Effekt der Verfassungsreform
abzuschaffen.
Dieses Verständnis trifft nicht die Erwartungen der
türkischen
und der internationalen Öffentlichkeit, die eine demokratischere
Türkei wünschen."
(Quelle: Turkish Daily News, 26.01.02)
Schlepperbande
in der Türkei aufgeflogen
- darunter
vier Gendarmen
In der Türkei
ist ein Netz von Schleppern aufgeflogen, in das zwei
Gendarmerie-Posten
im Westen und im Osten des Landes verwickelt sein
sollen. Gegen
vier Gendarmen sei Haftbefehl wegen illegalen Menschenhandels
erlassen worden.
In den Wohnungen
der Gendarmen seien 318.000 Dollar (370.000 Euro)
sichergestellt
worden. Einer der Festgenommenen versah seinen Dienst im
ägäischen
Küstenort Didim, die drei anderen im gut 1.500 Kilometer östlich
gelegenen
Batman. In Didim wurde außerdem ein Fischerboot
beschlagnahmt,
mit dem vermutlich durch die Türkei geschleuste illegale Zuwanderer ins
europäische Ausland gebracht wurden. (Quelle: dpa, 29.01.02)
INC: Saddam
wird nicht durch Bomben zu vertreiben sein
Die Führung
der INC erklärte, die kurdischen Kräfte im Norden des
Landes seien
nun eine wichtige oppositionelle Gruppe. Sie forderten die
US-Regierung
auf, die Kurden zu schützen und wiesen darauf hin, dass
US-Bombar-dements
nicht ausreichen werden, um Saddam zu vertreiben.
INC-Führer
Ahmed Chalabi sagte, das jede Bombardierung des Irak ohne einen
umfassenden
Plan Saddam zu entmachten kontraproduktiv sein würde. Er glaube
nicht, dass
eine Bombardierung die Unterstützung der Bevölkerung für
Saddam erhöhen
würde, jedoch würde eine Bombardierung ohne die
Entmachtung
Saddams das Gefühl verstärken, Saddam sei unbesiegbar.
Die Kurdischen
bewaffneten Kräfte im Nordirak belaufen sich zur Zeit
auf 40.000,
Tausende mehr seien jederzeit bereit, zu den Waffen zu
greifen, sagten
INC Vertreter. (Quelle: CNSNews.com, 29.01.02)
USA geben
Gelder für Irak-Opposition
wieder
frei
Die USA haben
ihre Finanzhilfe an die Gegner des irakischen Präsidenten
Saddam Hussein
wieder freigegeben. Sie war wegen schlampiger
Buchführung
gesperrt worden. Wie Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington
mitteilte,
erhält der in London ansässige Irakische Nationalkongress
(INC) 2,4
Millionen Dollar für die kommenden drei Monate.
"Falken" in
der US-Regierung wollen den INC nach dem Muster der
Nordallianz
in Afghanistan einsetzen, um Saddam zu stürzen. Die jetzt
bewilligte
Unterstützung der wichtigsten Oppositionsgruppe ist nach den Worten
Bouchers jedoch
nicht für verdeckte Operationen im Irak, sondern für
Fernsehsendungen,
Informationssammlung und humanitäre Zwecke vorgesehen.
"Wir finanzieren
derzeit keine Aktivitäten innerhalb des Iraks", sagte
Boucher, "wegen
der Zweifel an der Durchführbarkeit solcher Operationen
und aus Sorge
um die Sicherheit von möglichen Beteiligten." (Quelle:
dpa, 31.01.02)
Dissidenten
in Bagdad exekutiert
Unter dem
Vorwurf, Mitglieder der regierenden Baath-Partei attackiert
und getötet
zu haben, hat die irakische Regierung drei Menschen
exekutieren
lassen und sechs weitere zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Die
Urteile wurden
in einer Sammelanklage von einem Spezialgericht
verhängt.
Im Irak gibt
es mehrere Spezialgerichte die von den verschiedenen
Sicherheitsdiensten
des Landes geführt werden. Berufungen und Widersprüche
sind bei diesen
Gerichten unzulässig, die Angeklagten haben keine
Verteidiger.
Bei den Exekutierten handelt es sich um Ali Hassan Abed, Jawad
Kadhem und
Abdujaleel
al-Uqaili. Sie und weitere Personen wurden nach einem
Anschlag auf
die Baath-Parteizentrale in Bagdad festgenommen. Bei dem
Anschlag starben
zwei Parteimitglieder. Mittlerweile haben sich die
Baath-Partei-zentralen
in bewachte Festungen verwandelt.
Der für seine
brutalen Foltermethoden bekannte Sicherheitsoffizier
Kadhem al-Zaidi
wurde auf dem Weg von Bagdad nach Ammara im Süden des
Landes von
drei Personen angegriffen und ermordet. Al-Zaidi war als
Drahtzieher
für die Ermordung zahlreicher Geistlicher, die in Opposition zu
Saddams Regime
standen, bekannt. (Quelle: Iraq Press, 30.01.02)
Schiff mit
400 Flüchtlingen in Süditalien eingetroffen
Ein Schiff
mit etwa 400 überwiegend kurdischen Flüchtlingen an Bord ist
im süditalienischen
Hafen von Gallipoli, 50 Kilometer südlich von
Brindisi,
eingetroffen.
Das unter
türkischer Flagge fahrende Schiff war bereits in der Nacht
manövrierunfähig
von der italienischen Küstenwache, rund fünf Seemeilen
vom Hafen
entfernt, entdeckt worden. Die Schlepper hatten nach Aussage
von Flüchtlingen
das Schiff, dessen Steuerruder nicht mehr
funktionierte,
vor dem Eintreffen der Polizei verlassen. Trotzdem schlossen die
italienischen
Behörden nicht aus, dass zumindest einige von ihnen nun
versuchten,
sich als Flüchtlinge auszugeben.
Das von Kurden,
Palästinensern, Afghanen und Pakistanern überfüllte
Schiff hatte
am vergangenen Sonntag von der türkischen Küste abgelegt. Die
Passagiere
hatten nach eigenen Angaben bis zu 3.000 Dollar (rund 3.450
Euro) bezahlt.
Noch bevor das verwahrloste Schiff in den Hafen von
Gallipoli
geschleppt wurde, hatte die italienische Polizei einen Mann, eine
Frau und ihr
vor zwei Tagen zur Welt gekommenes Kind mit einem
Schnellboot
an Land gebracht. Drei weitere Kinder wurden nach der Ankunft im
Hafen in ein
Krankenhaus gebracht. Zahlreiche Passagiere seien völlig
entkräftet
gewesen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.
Die Flüchtlinge
wurden in drei Aufnahmelager in der Region gebracht.
Geschäftsleute
von Gallipoli stellten spontan Lebensmittel zur Verfügung.
Im Vorjahr
waren insgesamt rund 6.000 Menschen auf diese Weise nach
Italien gelangt.
Eine Frau war im vergangenen Oktober im Rumpf eines
Schiffes tot
aufgefunden worden. (Quelle: dpa, 31.01.02)
Liebe Leserinnen
und Leser,
Die IMK -
Fachtagung "Kurdische Kinderflüchtlinge" findet am 22. und
23. Februar
in Köln-Riehl statt. Für Informationen oder und Anmeldung
stehen Ihnen
Frau Mathes und Frau Zorlu zur Verfügung.
Die Organisation
"France Libertés" von Madame Danielle Mitterand hat in
einem Aufruf
Hilfe für kurdische Frauen gefordert, die von Folter
bedroht sind.
Unter http://www.thePetitionSite.com/takeaction/941996369
können auch
Sie mit Ihrer
Unterschrift diesen Aufruf unterstützen.
Interessante
Beiträge haben wir für Sie auf unserer aktualisierten
Website abgelegt.
Schauen Sie doch einmal rein: www.kurden.de
Mit freundlichen
Grüßen, Ihre Redaktion
ISSN
1438- 08 Herausgeber: IMK e.V., Postfach 07 38, D-53137 Bonn,
Telefon: +
49 228 362 802,
Fax:
+ 49 228 363 297, E-Mail: IMK-Bonn@t-online.de und
imkkurds@aol.com
Besuchen
sie auch unsere Website: http://www.kurden.de
Verantwortlicher
Leiter: Abubekir Saydam
Abonnementbedingungen
(pro Jahr):
* Stiftungen,
Parteien, Regierungen und internationale Organisationen
sowie Gremien:
Euro 92,00
* Gerichte,
Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen,
Flüchtlingsberatungsstellen:
Euro 46,00
* Förderabonnement,
Einzelpersonen und kleinere Vereine: Euro 31,00
Spendenkonto:
Volksbank Bonn (BLZ: 380 60 186), Konto-Nr.:
201
246 90 23
|