MK –Wocheninformationsdienst
Datum:
18. – 30. September 2001 Nummer: 125-126
Verfassungsreform:
Kritik an dem verabschiedeten Veränderungs- und Ergänzungspaket
Das Ergänzungspaket
zur Verfassung, in dem deutlich die Handschrift des Generalstabes zu lesen
ist, wurde in Eiltempo durch das Parlament gejagt. Doch kaum jemand ist
mit diesem Flickwerk zufrieden, denn eine tatsächliche Verbesserung von
Grundrechten und Grundfreiheiten ist nicht erreicht worden. Selbst der
Präsident des Kassationsgerichtshofes, Sami Selcuk, fordert eine vollkommen
neue Verfassung. Er sehe die Veränderung von 37 Artikeln der Verfassung
nicht als ausreichend an und forderte eine Debatte über die unterschiedlichen
Ansichten. Es sei angebracht, eine neue Verfassung zu erar-beiten, die
den Kriterien des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte folgt und
der Türkei einen ehrenhaften Platz in der Europäischen Union ermöglicht.
Doch dazu
reichen die Veränderungen nicht aus.
So wurde beispielsweise
dem Artikel 26 der Verfassung, in der es um den „Schutz der laizistischen
und demokratischen Republik geht“, auf drängen der Militärs hinzugefügt,
dass die Nutzung der Rechte eingeschränkt werden kann, wenn es der Schutz
der Nationalen Sicherheit, der Öffentlichen Ordnung, der Öffentlichen Sicherheit,
des Laizismus, der Demokratischen Republik und der Unteilbarkeit von Staat
und Nation erfordern.
Die Aufhebung
des Verbotes von Veröffentlichungen in einer verbotenen Sprache in Artikel
26 wurde von vielen als eine Aufhebung des Verbotes der kurdischen Sprache
gewertet. Doch dies wurde bereits 1992 vom damaligen Ministerpräsidenten
Turgut Özal mit der Aufhebung des Sprachverbotsgesetzes durchgeführt. Andere
wiederum sprachen davon, dass kurdische Medien nun erlaubt seien. Doch
auch das ist bereits heute möglich. Perfide an der Verfassungsänderung
hinsichtlich der Nutzung der kurdischen Sprache ist, dass zwar in kurdischer
Sprache veröffentlicht werden darf, aber je nach Inhalt der Veröffentlichung
sofort das Antiterrorgesetz oder andere Strafgesetze wirksam werden und
die Veröffentlichungen sofort konfisziert und deren Herausgeber bzw. Autoren
aber auch Verlagsbesitzer mit Gefäng-nis, hohen Geldstrafen oder Schließungen
bestraft werden. Kurdische Fernsehsendungen sind nach wie vor nicht möglich.
Bei der Freigabe von Sendungen und Publikationen in Kurdisch ist nicht
allein die benutzte Sprache problematisch, sondern auch der Inhalt. Solange
keine tatsächliche Gedanken- und Meinungsfreiheit existiert, ist auch für
Meinungsäußerungen in Kurdisch der Weg versperrt.
Die Verfassung
verbietet Kurdisch nicht expressis verbis. Doch auch ist nirgends zu lesen,
dass Kurdisch in irgendeiner Weise zugelassen ist. Hier liegt die Ausgrenzung
in der Auslassung, denn dies bedeutet die Fortsetzung der Nichtanerkennung
der Existenz einer kurdischen Nation, mit eigener Sprache und Kultur. Wichtig
für die Rechte der kurdischen Bevölkerung in der Türkei wäre auch das Recht
auf Schulbildung in kurdischer Sprache gewesen. Doch davon ist die Türkei
weit entfernt. (Quellen: AA, 23.09.01, Sabah, 28.09.01, IMK)
Menschenrechtsgerichtshof
verurteilt die Türkei in 13 Fällen
Wieder wurde
die Türkei durch das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt.
In dreizehn Fällen, wobei es in fünf Fällen zu einer Einigung kam, wurden
der Türkei etwa 5 Millionen französische Franc Kompensationszahlungen auferlegt.
Die 13 Kläger,
denen eine Mitgliedschaft bei der Dev-Yol unterstellt wurde, waren eine
Herausforderung für die Neutralität und Unabhängigkeit des Gerichtes. Das
Gericht stimmte den Klägern zu, dass ihre Rechte in relevanter Weise durch
die Türkei verletzt worden waren. (Quelle: Turkish Daily News, 26.09.01)
Türkei wirft
Europa Unterstützung von Terroristen vor und fordert ihre Auslieferung
Ministerpräsident
Bülent Ecevit kritisierte nach dem Terroranschlag auf das WTC in New York
den Umgang europäischer Regierungen mit ausländischen Terrorgruppen. Europa,
so Ecevit, habe zugelassen, dass auf seinem Boden "die meisten der terroristischen
Attacken auf die Türkei geplant wurden". Dies sind neue Töne im türkisch-europäischen
Dialog, und Ankara kündigt nun auch Taten an. Die Regierung will von Deutschland,
Belgien und Frankreich die Auslieferung von Personen fordern, die sie als
Drahtzieher terroristischer Aktivitäten verantwortlich gemacht haben.
Schon seit
vielen Jahren beschwert sich Ankara vergeblich über gegen die Türkei gerichtete
Aktivitäten extremistischer Organisationen, die von deutschem, belgischem
und holländischem Boden ausgehen. Mit Befriedigung wird in der türkischen
Presse deshalb registriert, dass die EU nach den Anschlägen in den USA
nun schärfer gegen Terroristen vorgehen will. Im Visier sind auch die DHKP-C
und die PKK.
Führende Politiker
der regierenden Mutterlandspartei ANAP haben Deutschland bezichtigt, mit
verantwortlich für den internationalen Terror zu sein. Auch der Vorsitzende
des Ausschusses für Außenbezie-hungen, Kamran Inan (ANAP), warf Europa
und Deutschland Unterstützung von fundamentalistischen und linksgerichteten
Extremisten vor. "Es hat Protektion für die PKK gegeben", sagte Inan. Außenminister
Ismail Cem (DSP) beklagte, dass Westeuropa in der Vergangenheit aufmerksamer
auf die Sorgen der Türkei gegenüber dem Terrorismus hätte reagieren können.
Nun registrieren
die türkischen Zeitungen mit demonstrativer Befriedigung, dass sich die
Haltung der Europäer unter dem Eindruck der Terrorangriffe spürbar zu ändern
scheint. Erstmals werde die kurdische Arbeiterpartei PKK jetzt in Italien
als Terror-Organisation eingestuft, meldete "Hürriyet''. Auch die Entscheidung
eines belgischen Richters, dass sich eine von Ankara seit Jahren als Terroristin
gesuchte türkische Linksextremistin nun in Belgien vor Gericht verantworten
muss, wird als heilsame Lehre aus den schrecklichen Terroranschlägen in
den USA interpretiert. (Quellen: Welt am Sonntag, 23.09.01; Stuttgarter
Nachrichten, 24.09.01; SZ, 25.09.01)
Gefängnisproteste
dauern an – Zahl der Todesopfer nimmt zu
Das Todesfasten
hat vier weitere Todesopfer gefordert. Am frühen Morgen des 27. September
verstarb Zeynep Arikan (33), die ihre Aktion nach der Haftentlassung in
einem Haus in Kücükarmutlu (Istanbul) fortgesetzt hatte. Am Abend gab das
Solidaritätskomitee TAYAD eine Nachricht heraus, demzufolge Ali Riza Demir
(28) verstorben sei. Der in Adiyaman geborene Demir war als Mitglied der
DHKP/C angeklagt gewesen und hatte seine Aktion nach der Haftentlassung
weitergeführt. In Ankara Tuzlucayir starben Ayse Bastimur (34) und Özlem
Durakcan (19). Ayse Bastimur war aus dem Gefängnis Canakkale entlassen
worden und starb am 324. Tag ihrer Aktion, Özlem Durakcan hatte sich aus
Solidarität an der Aktion beteiligt und starb nach 74 Tagen Hungerstreik.
Die Lage in
dem von Sicherheitskräften belagerten Stadtteil Kücükarmutlu in Istanbul
spitzt sich unterdessen weiter zu. Nach Angaben des Komitees gegen die
Isolationshaft (IKM) und des Tayad-Solidaritätskomitees gingen schwerbewaffnete
Spezialteams von Polizei und Militär mit Waffen und Gasbomben gegen Todesfastende
in den sog. Widerstandshäusern vor. Dabei wurden mehrere Menschen schwer
verletzt. Bei einer Barrikadenräumung wurden Menschen von Panzern überfahren.
Zuvor wurden 150 Personen festgenommen, die an der Beerdigung von Ümüs
Sahingöz teilnehmen wollten, die kürzlich im Todesfasten gestorben war.
(Quellen: afp, 27./28.09.01; TIHV, 28.09.01; Radikal, 28.09.01)
Sema Piskinsüt
tritt aus der DSP aus
Sema Piskinsüt,
DSP-Abgeordnete und ehemalige Vorsitzende der parlamentarischen Menschenrechtskommission,
teilte ihren Austritt aus der DSP mit. Ohne Zeit oder Energie zu verschwenden,
wolle sie auf einem wirklich demokratisch-linken Weg weitergehen.
Sie signalisierte
bei einer Pressekonferenz, dass sie eine neue Partei gründen könnte und
nicht vorhätte, in den eventuell neuen mitte-links Parteien von Erdal Inönü
oder Mümtaz Soysal Mitglied zu werden. Sie kritisierte, die DSP hätte weder
ihr Parteiprogramm erfüllt, noch ihre Wahlerklärungen oder das Re-gierungsprogramm.
Piskinsüt sagte, die undemokratische Parteiführung würde sie tolerieren
und aus Sorge über den öffentlichen Druck keinen Ausschlussverfahren gegen
sie einleiten.
Nach dem Austritt
von Piskinsüt sieht die Verteilung der 550 Sitze im Parlament folgendermaßen
aus:
DSP: 131,
MHP: 126, ANAP: 86, DYP: 80, AK: 82, SP: 48, Unabhängige: 18, Offene Sitze:
9. (Quellen: AA, 26.09.01; Turkish Daily News, 27.09.01)
Bombenattentat
gescheitert
Die Brüder
Idris und Recep Kor (17 und 18 Jahre) wurden in Ankara durch eine Bombenexplosion
auf einem Friedhof getötet. Die Polizei vermutet, dass die Brüder einen
Selbstmordattentat verüben wollten, als die Bombe zu früh explodierte und
die Körper zerfetzte. Der türkische Fernsehsender NTV äußerte die Vermutung,
die Brüder wollten durch ein Bombenattentat auf den zweiten Jahrestag der
Ermordung von 10 linksgerichteten Häftlingen bei einem Gefängnisaufstand
im Ulucanlar-Gefängnis aufmerksam machen. (Quelle: AA, BBC, 26.09.01)
Verhandlung
im Fall von Asiye Zeybek auf den 7. Dezember 2001 verschoben
Die Verhandlung
im Fall von Asiye Güzel Zeybek (31) wurde bei der Gerichtsverhandlung am
21. September auf den 7. Dezember vertagt. Nachdem die Journalistin Asiye
Zeybek mittlerweile vier Jahre ohne Verurteilung im Gefängnis saß, begann
im Februar 2001 die Verhandlung ihres Falles. Dies ist ein direkter Bruch
internationaler Standards, die fordern, dass Verhaftete innerhalb eines
„vernünftigen“ Zeit-raumes vor Gericht gebracht werden.
Darüber hinaus
klagt Zeybek, in den ersten Tagen ihrer Festnahme durch die Polizei vergewaltigt
worden zu sein und ihre Peiniger nicht vor Gericht gebracht wurden.
Der internationale
PEN ist besorgt über die Fairness der Verhandlung von Zeybek und fordert
ihre Freilassung bis zu ihrer Gerichtsverhandlung. PEN fordert auch eine
völlige und angemessene Untersuchung des Vorwurfes der Vergewaltigung.
Beobachter der Verhandlung am 21. September berichteten über ihre Verzweiflung
über die Vertagung der Verhandlung.
Unter den
zahlreichen internationalen Beobachtern im Zeybek-Fall befanden sich auch
Eugene Schoulgin, Vorsitzender des Internationalen PEN-Komittees Writers
in Prison, Elisabeth Zila-Olin vom Schwedischen PEN und Anne Sebba vom
englischen PEN-Zentrum.
Hintergrund:
Zeybek wurde im Februar 1997 mit zehn anderen Personen verhaftet, von denen
viele mittlerweile wieder frei sind. Ihnen wurde eine Verbindung zur MLKP
(Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei) vorgeworfen. Zeybek
arbeitete für die MLKP-Zeitung Atilim.
(Das PEN-Komitee
Writers in Prison ruft zu einer Aktion für Asiye Zeybek auf. Den kompletten
Text der Aktion von PEN-WiPC finden sie auf unserer Web-Seite www.kurden.de.)
(Quelle: Writers in Prison Committee (WiPC), International PEN, London,
25.09.01)
Presseerklärung:
Islamische
Fundamentalistengruppe aus der Stadt Halabja in Irakisch-Kurdistan vertrieben
Am 23.09.2001
startete die Fundamentalistengruppe Jund Al-Islam (Soldaten des Islam),
die sich Bin Laden verbunden fühlt, eine Offensive auf das kurdische Dorf
Kheli-Hama, das zum Distrikt Halabja in Irakisch-Kurdistan nahe der irakisch-iranischen
Grenze gehört, besetzte das Dorf und nahm 25 Mitglieder der PUK aus diesem
Dorf fest. Kurze Zeit darauf wurden diese Personen, deren Hände und Füße
gefesselt waren, erschossen.
Das Ziel dieser
Gruppe ist, durch dieses Verbrechen Unruhe und Krieg zu verursachen, um
so eine Verwicklung der PUK-Einheiten in den Konflikt der USA in Zusammenhang
mit den Terroranschlägen vom 11.09.2001 zu erreichen. Gleichzeitig wollen
sie die angespannte Situation im Nahen Osten und im Irak benutzen, um die
Stimmung anzuheizen.
Am 24.09.2001,
um etwa 18:00 Uhr, beschoss eine bewaffnete Einheit der Islamischen Bewegung
Kurdistans unter Leitung von Mullah Ali Abdulaziz einige Fahrzeuge, die
Mitglieder der PUK ins Gebiet von Halabja transportierte. Diese Fahrzeuge
wurden im Gebiet Zamqe angegriffen, das von der Islamischen Bewegung Kurdistans
kontrolliert wird. Die angegriffenen PUK-Mitglieder erwiderten das Feuer
und nahmen die Kontrollstation und den Sitz der Islamischen Bewegung in
diesem Gebiet ein.
Die PUK fasst
diesen Anschlag als Kriegserklärung auf.
Wegen dieser
Vorfälle und wegen der terroristischen Handlungen, die von Gruppierungen
verübt werden, die sich als "islamisch" bezeichnen, unter Deckmantel der
Religion Terroranschläge verüben und die Stadt Halabja als Basis benutzen,
beschloss die PUK, dagegen vorzugehen.
Die Streitkräfte
der Peshmerga Kurdistans unter Leitung der PUK vertrieben in der Nacht
vom 24./25.09.2001 die bewaffneten Mitglieder dieser terroristischen Gruppierungen
aus der Stadt Halabja. Chef der Islamischen Bewegung Kurdistans, Mullah
Ali Abdulaziz, flüchtete zusammen mit seinen Bewaffneten in die Basis der
Gruppe Jund Al-Islam, die in den Grenzbergen des Dorfs Sherawe liegt. Die
Befreiungsaktion fand die Zustimmung aller anderen Parteien und Organisationen,
die Büros und Sitze in Halabja haben. Sie begrüßten diesen Schritt, weil
sie nunmehr ihre politische Arbeit und Aktivitäten in voller Freiheit und
ohne Druck von irgendwelchen radikalen Gruppierungen entfalten können.
(Ahmad Berwari, Repräsentant der PUK in der Bundesrepublik Deutschland,
25.09.2001)
Die Peshmerga
setzen ihren Kampf gegen Jund Al-Islam fort
Nach der Vertreibung
der bewaffneten Fundamentalistischen Gruppe Jund Al-Islam aus Halabja setzen
die Streitkräfte der Peshmerga Kurdistans unter Leitung der PUK ihre "Aufräumoperationen"
im Gebiet von Howraman fort, indem sie in die Dörfer Khar Galan, Biaweela,
Ober- und Unter-Dardeesh vorrückten und diese sicherten. Laut Peshmerga-Militär-sprecher
wurde das Ausbildungszentrum der Gruppe Jund Al-Islam in Anb eingenommen.
Eine Anzahl von Mitglieder der Gruppe wurde festgenommen.
Unterdessen
enthüllte die in London erscheinende arabische Tageszeitung "Az-Zamman"
in ihrer Ausgabe vom 27. September, dass Geheimdienste arabische Kanäle
in London aufspürten, durch die Osa-ma Bin Laden Finanzmittel an seine
arabisch-afghanischen Gefolgsleute von "Jund Al-Islam" in Irakisch-Kurdistan
schleuste. Demnach soll der in London wohnende Jordanier Abu Baseer, Gelder
an die Bin-Laden-Gruppe "Jund Al-Islam" in Irakisch-Kurdistan geschleust
haben, zuletzt soll es sich um 150 Tausend US-Dollar gehandelt haben, auf
direkte Anweisung Bin Ladens. Auch andere Schlüsselpersonen im Geldwäsche-Netzwerk
wurden aufgespürt: Der in Peshawar/ Pakistan wohnende Ägypter Abdul Kader
Abdul Aziz soll einer dieser Personen im Geld- und Finanznetzwerk Bin Ladens
sein.
(Quelle: Kurdistan
Newsline, 28.09.01)
INC-Presseerklärung:
Der Irakische
Nationalkongress dokumentiert die Verbindungen Saddam Husseins zum internationalen
Terrorismus und fordert die Entfernung Saddams als einen Teil der Anti-Terror-Strategie
Der Irakische
Nationalkongress hat Verbindungen zwischen Saddam Hussein und Osama Bin
Ladens internationaler Terror-Netzwerk enthüllt.
Anfang 1999
berichtete der INC, dass der langjährige irakische Geheimdienstler Farouk
Hijazi nach Kandahar in Afghanistan gereist war, um Bin Laden persönlich
zu treffen. Hijazi ist derzeit irakischer Botschafter in der Türkei. Vorher
war er der Kopf der Division für verdeckte Operationen im iraksichen Geheimdienst
Mukhabarat. Der Mukhabarat ist seit der Machtergreifung Saddam Husseins
im Jahr 1979 in zahlreiche terroristische Aktionen im Mittleren Osten und
in Europa verwickelt.
Der INC fand
weiter heraus, dass der Terrorist Mohammed Atta Anfang diesen Jahres in
Prag ein Treffen mit einem Offiziellen des irakischen Geheimdienstes hatte.
Dabei soll es sich um einen Botschaftsangehörigen in der tschechischen
Republik handeln, der ein enger Weggefährte von Hijazi sein soll.
Es ist bekannt,
dass der irakische Geheimdienst Diplomaten als eine Tarnung für seinen
Personal- und Geldtransfer ins Ausland benutzt. Saddams terroristische
Vorgeschichte und seine fortgesetzten Bemühungen zur Entwicklung von nuklearen,
biologischen und chemischen Waffen machen ihn zu einer Bedrohung für den
Frieden und die Stabilität in der ganzen Welt. Jede umfangreiche Strategie
zur Bekämpfung von Terrorismus muss die Entfernung von Saddams Regime als
ein Hauptelement enthalten.
INC Presseerklärung,
24.09.01
Der Irak
zieht seine Truppen an der Grenze zu Südkurdistan zusammen
Unbestätigten
Berichten zufolge zieht das irakische Regime seine Truppen an der Grenze
zu den befreiten Regionen in Kurdistan in Garmina (Region Kirkuk) zusammen
und bereitet sich – wie es aussieht - zu einem Einzug in diese Gebiete
vor. Bewaffnete Infanterieeinheiten und bewaffnete Fahrzeuge sowie Panzer
und Artillerieeinheiten sammeln sich in der Stadt Kifri. Politische Kreise
bewerten dies als ein Test um zu sehen, in wie weit die USA zur Zeit bereit
und in der Lage sind, einem eventuellen Einmarsch zu begegnen. (Quelle:
KurdishMedia.com, 18.09.01)
PUK-Delegation
besucht Iran
Eine Delegation
der Patriotischen Union Kurdistans besuchte am 16. September 2001 den Iran,
um mit offiziellen Vertretern der Islamischen Republik über die angespannte
Situation in Sharazur und Hawraman zu sprechen und ihre Haltung zur Jund
Al-Islam-Miliz zu erfahren.
Auch wolle
die Delegation Beobachtern zufolge den Iran davon überzeugen, Jund Al-Islam
jede logistische oder moralische Unterstützung zu versagen. (Quelle:
KurdishMedia.com, 18.09.01)
Der "aspekte"-Literaturpreis
geht an Sherko Fatah
Der Berliner
Schriftsteller Sherko Fatah erhält den "aspekte"-Literaturpreis für das
beste deutschsprachige Prosadebüt des Jahres 2001. Die Auszeichnung wird
zum 23. Mal vergeben und ist mit 15.000 Mark dotiert. Der 37-jährige Autor
erzählt nach Angaben des Zweiten Deutschen Fernsehens in seinem Erstlingsroman
"Im Grenzland" die Geschichte eines Schmugglers, der als Kurde zwischen
den Ländern Türkei, Iran und Irak seinen Geschäften nachgeht. Fatahs Buch
habe eine politische Dimension und teile zugleich etwas von den existenziellen
Bedrohungen eines Menschen mit, dem von Mächten übel mitgespielt wird,
auf die er keinen Einfluss hat. Sherko Fatah wurde 1964 in Ostberlin als
Sohn eines irakischen Kurden und einer deutschen Mutter geboren. Er wuchs
in der DDR auf, siedelte 1975 mit seiner Familie in den Westen über und
studierte in Berlin Philosophie und Kunstgeschichte. Der Autor lebt heute
in Berlin. (Quelle: dpa 21.09.01)
Griechenland
rechnet mit viel mehr Flüchtlingen
Am 18. September
holte die griechische Kriegsmarine im Ionischen Meer 200 illegale Einwanderer
vom Bord eines aus der Türkei kommenden Fischkutters. Nach langen Verhandlungen
mit griechischen Offizieren stimmten die Flüchtlinge zu, nach Griechenland
gebracht zu werden. Die überwiegend kurdischen Flüchtlinge wurden in Gruppen
in Schlauchbooten auf eine griechische Fähre gebracht, wie der Rundfunk
berichtete. Die Fähre soll sie zu einer der griechischen Inseln transportieren.
In der östlichen
Ägäis wurden am 21. September 197 illegal Eingewanderte aufgegriffen. Sie
kamen überwiegend aus dem Irak und aus Pakistan. Allein in den vergangenen
vier Wochen wurden in Grie-chenland 800 Flüchtlinge entdeckt. Fachleute
schätzen, dass nur jeder zehnte gefasst wird.
Athen erwartet
in den kommenden Wochen mit erheblich mehr Flüchtlingen. Laut griechischen
Diensten hatten sich an der iranisch-türkischen Grenze schon vor den Anschlägen
vom 11. September eine Million Flüchtlinge aus Afghanistan versammelt.
(Quellen: dpa, 18.09.01; Frankfurter Rundschau, 22.09.01)
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Die folgenden
interessanten Artikel können Sie auf unserer Web-Seite www.kurden.de lesen:
Türkei nutzt
Gunst der Stunde - Ankara will von mehreren europäischen Ländern die Auslieferung
mutmaßlicher Terroristen fordern, Süddeutsche Zeitung, 25.9.2001, von Christiane
Schlötzer
Bin Laden plant,
die Lage in Irakisch-Kurdistan zu destabilisieren, Kurdistan newsline,
Sonderausgabe 21.09.2001
Amnesty erhebt
schwere Vorwürfe gegen künftige Asylpolitik der EU
Menschenrechtsorganisation
sieht in den Vorhaben der Union ein Versagen beim geplanten Schutz der
Flüchtlinge, Frankfurter Rundschau, 26.09.2001, Von Martin Winter
ACTION ALERT
UPDATE - TURKEY
Detained journalist's
trial postponed to 7 December 2001, Writers in Prison Committee (WiPC),
International PEN, London, 25 September 2001
Trial of journalist
highlights grim record of custodial rape in Turkey, KurdishMedia.com, 26.09.2001,
By Tina Bird
United States
and NATO Inspired Psychological Warfare Operations against the Kurdish
Communist Threat in Turkey
Part One,
By Desmond Fernandes and Iskender Ozden
Analysis: Bin
Laden's Plan to Destabilize Kurdistan, Kurdistan Newsline (PUK) Special
Report, 19.09.2001
Barzani Speech
to KRG Assembly , The Kurdistan Observer, 24.09.2001
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