MK –Wocheninformationsdienst
Datum:
11. – 17. September 2001 Nummer: 123-124
Büro der
Menschenrechtsstiftungin Diyarbakir geschlossen
Folteropfer
und ihre Ärzte in Gefahr von Behörden schikaniert zu werden
Bei einer
Razzia in den Räumen der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) in Diyarbakir
sind am 7. September Patientenakten von Folteropfern, Adressen von Ärzten,
die Folteropfer behandeln sowie Computer beschlagnahmt worden. Da die Menschenrechtsstiftung
die wichtigste NGO der Türkei bei der Behandlung von Folteropfern ist,
sind sowohl die vertraulichen Patienteninformationen als auch die Stellungnahmen
der behandelnden Ärzte von besonderer Brisanz. Die Stiftung hatte immer
be-sonderen Wert darauf gelegt, entsprechend der medizinischen Ethik die
Vertraulichkeit der Informatio-nen zu wahren. Nun sind sowohl die Folteropfer
als auch die Ärzte durch Verfolgung, Festnahmen und weitere Folter gefährdet.
Als die Repräsentanten
der Stiftung die Polizei darauf aufmerksam machten, dass sie keine Durchsu-chungsgenehmigung
haben, riefen die Polizisten bei der Staatsanwaltschaft in Diyarbakir an
und er-hielten umgehend eine Genehmigung für die Durchsuchung. Darin wurde
die Behandlung von Folter-opfern als eine „illegale Aktivität“ bezeichnet
und die Polizei wurde angewiesen, alle Dokumente zu konfiszieren. Auch
die Computer wurden beschlagnahmt.
Einer der
Ärzte, Dr. Emin Yüksel wurde zum Verhör auf die Polizeiwache mitgenommen.
AI ist besorgt,
dass sowohl den Folteropfern als auch ihren Ärzten Schikanen, Festnahmen
oder wei-tere Folter drohen könnten.
„Wenn wir
uns die Menschenrechtsbilanz der türkischen Behörden ansehen, ist es nicht
unwahr-scheinlich, dass die Ärzte und ihre Patienten von neuen Übergriffen
bedroht sind,“ erklärt Barbara Neppert, Türkei-Expertin der deutschen Sektion
von ai. Die Menschenrechtsorganisation fordert die türkische Regierung
deshalb auf, die beschlagnahmten Unterlagen über Folteropfer umgehend an
die Menschenrechtsstiftung zurück zu geben. „Patientenakten sind, entsprechend
der medizinischen E-thik, vertrauliche Dokumente, deren Inhalt lediglich
dem Patienten und seinem Arzt bekannt sein dür-fen,“ betont Neppert.
Die Menschenrechtsstiftung
der Türkei (TIHV) führt seit 1990 ein Projekt zur Behandlung und Rehabilitation
von Folterüberlebenden durch. Zu den fünf Behandlungs- und Rehabilitations
zentren gehört seit 1998 die Niederlassung in Diyarbakir. Sie spielt eine
wichtige Rolle bei der Be-handlung und Rehabilitation von Folteropfern
im Südosten der Türkei. 1998 gewann die TIHV den Europäischen Menschenrechtspreis
des Europarates wegen ihres „herausragenden Beitrags zum Schutz der Menschenrechte
in der Türkei“ und des Kampfes zur Beendigung der Folter. (Quelle: AI,
Aufruf zur Urgent Action, 09.09.01, UA 228/01; Sorge um Sicherheit, 10.09.01,
AI Index: EUR 44/064/2001; Presseerklärung AI-Bonn, 11.09.01; Komplette
Urgent Action auf unserer Web-Seite www.kurden.de)
Selbstmordanschlag
gegen die Polizei fordert drei Todesopfer in Istanbul
Ein Selbstmordattentäter
hat bei einem Anschlag in der belebten Istanbuler Innenstadt zwei Polizisten
mit in den Tod gerissen. Mindestens 20 Personen, davon 13 Polizisten, wurden
verletzt, drei davon schwer. Die 22-jährige australische Touristin Amanda
Rigg starb 3 Tage später im Krankenhaus an den Folgen des Anschlages. Wie
die Polizei mitteilte, näherte der Attentäter mit dem Sprengstoff der Polizei
in der Nähe des Taksim-Platzes, bevor sie den Sprengstoff zündete.
Die Verantwortung
für das Attentat übernahm der Agentur Anadolu zufolge die DHKP/C (Revolutionä-re
Volksbefreiungspartei/Front). Bei dem Täter handelt es sich vermutlich
um Ugur Bülbül, der als Mitglied der DHKP-C in Bartin inhaftiert war, dort
mit einem Hungerstreik begann, nach der Gefäng-nisoperation nach Sincan
verlegt wurde und im Januar unter Auflagen freigelassen wurde. Bereits
im Januar 2001 hatte diese Partei sich zu einem Anschlag bekannt. Unterdessen
verurteilte die Men-schenrechtsstiftung den Anschlag und forderte eine
Lösung der wirtschaftlichen, sozialen und politi-schen Probleme in der
Türkei auf friedlicher Basis. (Quelle: reuters, 10.09.01; TIHV, 11.09.01;
Milliyet, 13.09.01)
Innenminister
Yücelen droht Todesfastenden
Während das
Todesfasten innerhalb und außerhalb der Gefängnisse weiter Tote fordert,
erklärte In-nenminister Rüstü K. Yücelen am 11. September als Reaktion
auf den Anschlag in Istanbul, dass von nun an keine Toleranz mehr gegenüber
Todesfastenaktionen gezeigt werden wird. „Wir hatten ge-glaubt, dass Toleranz
sinnvoll wäre. Seit 3 Monaten zeigen wir Geduld. Wir dachten, die Vernunft
würde siegen. Doch nun kehren wir von dieser Entscheidung zurück und werden
von nun an keine Geduld oder Toleranz mehr zeigen. Ich rufe die Familien
derjenigen, die diese illegalen Proteste durchführen zum letzten Mal auf,
uns behilflich zu sein. Die Aktionen müssen beendet werden. Ich rufe alle
Todesfastenden und ihre Familien auf, mit uns zusammenzuarbeiten, damit
diese schmerzli-chen Vorfälle ein Ende finden. Wer sie dazu antreibt, sie
dazu zwingt, soll wissen, dass unser Staat ab jetzt nicht mehr geduldig
sein wird. Wenn interveniert werden muss, dann werden wir es auch tun.“
(Quelle: Hürriyet, TIHV, 12.09.01)
Runderlass
des türkischen Justizministeriums
Das Justizministerium
hat in einem Runderlass die Staatsanwälte auf die Dauer der Internierungshaft
(Polizeigewahrsam) aufmerksam gemacht. Justizminister Hikmet Sami Türk
hat in seinem Runderlass an alle Staatsanwaltschaften darauf hingewiesen,
dass bei der Internierung die Gesetze zu beachten sind, die Dauer nicht
überschritten werden darf und das Verhör innerhalb der vorgegebenen Zeit
ab-geschlossen werden muss, damit keine Rechtsverletzung stattfindet.
Nach der Verfassung
darf die Dauer der Internierung 48 Stunden nicht überschreiten, bei kollektiv
begangenen Straftaten darf sie bis zu 15 Tagen dauern. Im Erlass erinnerte
Türk an die Bestimmun-gen der EU Menschenrechtsvereinbarung bezüglich der
Rechte von internierten bzw. festgenomme-nen und bat um Sensibilität bei
der Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen über die Freiheit und Sicherheit
einer Person. Die Internierung sollte in Koordination mit den Polizeieinheiten
geschehen, damit kein Anlass zu Klagen gegeben wird.
Die Rechtssituation
der Verdächtigen sollte so schnell wie möglich geklärt werden um eine Freilas-sung
nach einer langen Internierung zu vermeiden. Deshalb sollte das Vorverhör
schnellstmöglich durchgeführt und abgeschlossen werden. (Quelle: Radikal,
13.09.01)
TÜSIAD fordert
Reformen für Meinungsfreiheit
Der türkische
Arbeitgeberverband TÜSIAD hat in Ankara sein Forderungspaket für die Abschaffung
der Behinderung der Meinungsfreiheit vorgestellt. Prof. Ersin Kalaycioglu
von der Universität Bogazici Abteilung für Internationale Beziehungen und
Politikwissenschaften, Prof. Suheyl Batum, Dekan der juristischen Fakultät
der Universität Bahcesehir und TÜSIAD-Vorsitzender Tuncay Özilhan präsentier-ten
das Paket.
Unter den
Titeln „Die Perspektiven der Demokratisierung in der Türkei“ und „Die Kopenhagener
EU-Kriterien“ empfahl der Verband Veränderungen zahlreicher Artikel in
der Verfassung, im türkischen Strafgesetz und im Antiterrorgesetz. So wurde
z. B. die Abschaffung aller allgemeinen Einschränkun-gen im Zusammenhang
mit der Meinungsfreiheit, die Abschaffung des Begriffes „verbotene Sprachen“
und Abschaffung des Absatzes „Verbot der Verteilung als vorbeugende Maßnahme“,
weil dies ein Äquivalent zur Zensur darstelle, gefordert.
Veränderungen
wurden unter anderem in folgenden Gesetzen und Regelungen gefordert: Pressege-setz;
Gesetz zur Einrichtung von Straftribunalen; Prozessordnung; Vereinsgesetz;
Gesetz zu gefährli-chen Publikationen; Grundgesetz zur Nationalen Bildung;
Gesetz zur militärischen Intervention gegen innere Feinde; Polizeigesetz;
Gesetz zu Radio- und Fernsehen; Kriegsgesetz; Gesetz zu Kino, Video und
Musikveröffentlichungen; Gesetz zu Veröffentlichungen in anderen Sprachen
als Türkisch. (Quelle: TDN, 11.09.01; Kompletter Artikel auf unserer Web-Seite
www.kurden.de)
Vollproduktion
in militärischen Fabriken im Irak
Wie die irakische
Opposition mitteilte hat der Irak im gesamten Land eine Reihe von Fabriken
für mili-tärische Produktionen wieder aufgebaut und vergrößert. Darin würden
Teile für Raketen und nicht konventionelle Waffen produziert. Viele der
Anlagen befänden sich nahe der Grenze zu Syrien und Jordanien, 8 davon
hätten die volle Produktion aufgenommen. Die Anlage in Al Qayem produziert
westlichen Nachrichtendiensten zufolge chemische Köpfe für ballistische
Raketen. Vermutungen der CIA zufolge haben die Raketen eine Reichweite
von 650 km, d.h., sie können Iran, Israel, Saudi Ara-bien und die Türkei
erreichen. (Quelle: World Tribune.com, Middle East Newsline, 08.09.01)
Kurdisches
Dorf an der Kontaktlinie wehrt irakischen Armeeangriff ab
Wie eine Quelle
der Kommunistischen Partei Kurdistans – Irak berichtete, hat eine große
irakische Armeeeinheit mit Tanks und bewaffneten Fahrzeugen am 6. September
versucht, das Dorf Duanza Imam in der Nähe von Kifry an der Grenze zum
Irak zu besetzen. Wegen des bewaffneten Widerstan-des der Miliz der Kommunistischen
Partei zog sich die irakische Armeeeinheit nach drei Stunden zu-rück.
Viele Dörfer
in den befreiten Grenzgebieten haben Kontakt zu irakischen Streitkräften
und sind Artille-riebombardierung ausgesetzt. Im vergangenen Mai wurde
das Dorf Hennara in der selben Region auf ähnliche Weise angegriffen. (Quelle:
KurdishMedia.com, 09.09.01 aus: Al-Sharq Al-Aussat, arabische Tageszeitung
aus London)
Saddam Hussein
fordert Kurden auf, wieder unter seine Kontrolle zurückzukehren
Saddam Hussein
hat in einer Ansprache im irakischen Fernsehen an die Kurden appelliert,
sich wie-der mit „dem Heimatland“ Irak zu vereinigen. Er sagte, die Kurden
sollten ihre Differenzen beilegen und so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch
kommen, um einen Dialog mit Bagdad zu be-ginnen. Er hätte die Kurden in
den vergangenen Jahren in Ruhe gelassen, damit sie ihren internen Probleme
und Stammesfehden auf den Grund gehen können, sagte Saddam sarkastisch.
Die Kurden sollten all „Fremden und Spione“ davon abhalten, Irak zu teilen.
(Quelle: KurdishMedia.com, 12.09.01)
28 politische
Häftlinge im Irak exekutiert
Informierte
irakische Quellen haben den Irakischen Nationalkongress INC darüber informiert,
dass die Regierung im Rahmen ihrer Kampagne „Gefängnissäuberung“ 28 Häftlinge,
darunter auch Frauen, im Gefängnis Aby Ghraeb exekutieren ließ. Saddam
Husseins Sohn Qussay soll die Exekution angeord-net haben, die Gefängnisleiter
Saib Al-Nassiry und Nessir Sheriff sollen die Exekution durch Spezial-sicherheitskräfte
geleitet haben. (Quelle: KurdishMedia.com, 09.09.01 aus: Al Mutamar, arabische
INC-Wochenzeitung)
Irak lehnt
Flugverbotszone ab
„Der Irak
hat kategorisch die sogenannten Flugverbotszonen abgelehnt, die ohne jegliche
rechtliche Grundlage, ohne Autorisierung durch den Sicherheitsrat und ohne
eine Beziehung zu einer relevanten Resolution des Sicherheitsrates einseitig
durch die Vereinigten Staaten und Großbritannien aufge-zwungen wurden.
Der Irak lehnt alles ab, was aus dieser illegalen Entscheidung resultiert,
besonders die unglaubwürdigen Vorwände und Entschuldigungen dieser Staaten
um ihre brutale Aggression gegen unser Land zu rechtfertigen.“
In einem Brief
an den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amrou Mousa, forderte der irakische
Au-ßenminister Naji Sabri Saudi Arabien und Kuwait auf, die logistische
Unterstützung für die Angriffe der amerikanischen und britischen Kriegsflugzeuge
zu stoppen. Er machte Saudi Arabien und Kuwait mitverantwortlich für die
Zerstörung der territorialen Integrität Iraks und für den entstandenen
Sach-schaden sowie den Verlust von Menschenleben. Allein vom 11. bis zum
14. August seien 105 Flüge von F 14, F15 und F16 Flugzeugen aus diesen
beiden Staaten ausgegangen. Durch die logistische Unterstützung hätten
sich Saudi Arabien und Kuwait zu „Schlüsselpartnern der Aggression der
USA und Großbritanniens“ gemacht.
Der Irak behalte
sich das Recht vor, sich nach internationalem Recht gegen diese Angriffe
zu schüt-zen um seine Sicherheit und Souveränität zu erhalten sowie Entschädigung
für die physischen, finan-ziellen und psychischen Schäden zu fordern. (Quelle:
Iraqi News Agency, Baghdad, 09.09.01)
Saddams
vergessene Opfer
„Wir sind
ein Volk von mehr als 30 Millionen Menschen. Eine größere Population als
zwei Drittel der UN-Mitgliedsstaaten vorweisen können. Doch niemand spricht
über uns!“, klagte der kurdische Men-schenrechtsaktivist Bakhtiar Amin
von der Koalition für Gerechtigkeit im Irak, eine Gruppe von 250 NGO’s
die die Rechte der Kurden verteidigen. Die Kurden bezeichnete Amin als
die bei weitem größte ethnische Gruppe der Welt, die keinen anerkannten
Staat haben.
Amin versuchte
bei der Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban die internationale Gemeinschaft
an die Situation der Kurden im Irak zu erinnern. Während des Golfkrieges
wurde die internationale Aufmerksamkeit auf die Kurden gelenkt, als sie
die ersten Opfer des Einsatzes der chemischen und biologischen Waffen des
Irakischen Regimes wurden. Das irakische Regime weigert sich noch immer,
den Kurden Karten über die verminten Gebiete zu geben. So wird ihnen die
Ansiedlung und die Landwirtschaft unmöglich gemacht. Amin wies in Durban
darauf hin, dass die Menschenrechte der Kurden auf vielfältige Weise verletzt
werden. Es gibt Verbote und Einschränkungen bei der Unterrich-tung der
eigenen Sprache, die Vertreibung aus kurdischen Gebieten und die Entsagung
des Rechtes auf Selbstbestimmung. Er sagt, die Welt hätte die Kurden vergessen.
„Vielleicht, weil sie gern mit den Ländern Handel betreibt, die uns unterdrücken,
oder weil sie zugesehen haben, wie Saddam uns töte-te.“
Obwohl bei
der Weltkonferenz dem Schicksal der Kurden kaum Aufmerksamkeit gewidmet
wurde, betrachtet Amin seine Reise nach Durban nicht als vergebliche Mühe.
Ein Tabu sei gebrochen wor-den. Es sei das erste Mal gewesen, dass ein
kurdischer Führer in einer Versammlung mit der Arabi-schen Liga über das
Leiden des kurdischen Volkes sprechen konnte. (Quelle: Guardian, ap, afp,
07.09.01)
Deutschland
eröffnet „Handelsbüro“ in Bagdad
Das Düsseldorfer
“Handelsblatt” berichtete am 4. September, dass der deutsche Diplomat Claude
Robert Ellner für sein Land ein “Handelsbüro” in Bagdad eröffnet hätte.
Es sei auch bereits entschie-den, Gebäude für ein neues Büro und eine Residenz
zu erwerben. Ein Sprecher des Außenministeri-ums hätte diese Information
nicht bestätigt. Stattdessen hätte Berlin bestätigt, seine Politik gegenüber
dem Irak auch in Berücksichtigung der Allianzpartners USA nicht verändern
zu wollen.
Der Hauptmanager
des BDI (Bund Deutscher Industrieller), Ludolf von Wartenburg, und andere
BDI-Mitglieder, hätten dagegen eine Öffnung der deutschen Politik gegenüber
dem Irak gefordert und auch die Anwesenheit eines Botschafters, um den
Wettbewerbsnachteil gegenüber Konkurrenten aus an-deren Ländern auszugleichen.
Die deutsche Industrie würde eine Emanzipation von den Vereinigten Staaten
in der deutschen Politik gegenüber dem Irak, aber auch Iran und Libyen
erwarten. (Quelle: RFE/RL IRAQ REPORT Vol. 4, No. 29, 14.09.01)
Blühende
Geschäfte mit illegalen Einwanderern
Griechenland
scheint immer mehr zu einem Tor nach Europa für Afghanen oder Kurden zu
werden.
Allein in
den ersten 10 Tagen im September nahm die Polizei auf der ägäischen Touristeninsel
Kos 570 Menschen ohne gültige Papiere fest. Schlepper hatten ihre Überfahrt
aus der Türkei bei Nacht und Nebel organisiert. Der Bürgermeister der Inselhauptstadt
bat die Regierung in Athen bereits drin-gend um Hilfe, weil die Quartiere
für die Illegalen restlos erschöpft seien. Die griechische Küstenwa-che
ertappe seit Jahresbeginn bereits 3000 illegale Immigranten und 71 mutmaßliche
Menschen-schmuggler. Doch ihre Beamten schätzen, das ihnen zehn Mal mehr
durch die Sicherheitsnetze schlüpfen. Und die Behörden sprechen von Informationen,
nach denen mehrere tausend Menschen an den türkischen Ägäisküste nur auf
eine Gelegenheit warten, heimlich über Griechenland in die EU- Länder zu
gelangen.
Das Geschäft
mit illegalen Einwanderern blüht. Kürzlich haben drei türkische Schleuser
gestanden, für eine Überfahrt von 350 illegalen Einwanderern pro Person
3000 Dollar kassiert zu haben. Einer der Schleuser war erst vor wenigen
Monaten aus einem griechischen Gefängnis entlassen worden. Er saß dort
drei Jahre, weil er 150 Illegale nach Griechenland gebracht hatte.
Andererseits
ist die Inselwelt in der Ägäis praktisch kaum zu kontrollieren. "Wie soll
man rund um die Uhr 160 bewohnte und 1500 unbewohnte Inseln überwachen",
fragt ein Offizier der griechischen Küs-tenwache rhetorisch.
Die ertappten
illegalen Einwanderer stellen in der Regel in Griechenland zunächst einen
Asylantrag, der in der Regel abgelehnt wird. Sie werden dann in Heimen
untergebracht. Da diese aber nicht streng überwacht werden, können sie
sich relativ leicht davon machen und schlagen sich meist zu westgriechischen
Häfen durch, schleichen sich auf eine Fähre nach Italien und hoffen unentdeckt
nach Westeuropa zu gelangen. Dass klappt häufig, weil nach Informationen
griechischer Medien un-terwegs kräftig Schmiergelder gezahlt werden.
Am 16. September
landeten etwa 920 illegale Einwanderer, zumeist Kurden, mit zwei Schiffen
an der kalabrischen Küste. Die Menschen seien bei guter Gesundheit und
wurden von den Behörden in Auf-fanglager gebracht. (Quelle: dpa 11./15./16.09.01)
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Die folgenden
interessanten Artikel können Sie auf unserer Web-Seite www.kurden.de lesen:
Tough Constitutional
Amendment Marathon Kicks Off on Sept. 17
Turkish Probe,
09.09.2001
TUSIAD calls
for reforms to increase freedom of expression
Turkish Daily
News, 11.09.2001
Turkish parties
close ranks against generals
Dawn Internet,
12.09.2001
New Kurdish
movie released
Turkish Daily
News, 11.09.2001
Israeli-Turkish
Ties Flourishing
Associated
Press, 08.08.2001
TURKEY: Human
Rights Foundation of Turkey - Their patients
UA 228/01;
Fear for safety, 10 September 2001 AI Index: EUR 44/064/2001
AI-Presseerklärung:
Türkei
Folteropfer
und ihre Ärzte in Gefahr von Behörden schikaniert zu werden
Bonn, 11.
September 2001
PUK and KDP
agree to eliminate Islamic fundamentals Jund Al-Islam
KurdishMedia.com,
12.09.2001
Shadow of Usama
Bin Laden in South Kurdistan
KurdishMedia.com,
12.09.2001
Bin Laden's
Plan to Destabilize Kurdistan
Kurdistan
Newsline Sonderausgabe, 20.09.01
U.S. policy
on sanctions is just fine with
Saddam
Toronto Star,
09.09.2001
The sons who
promote Saddam's cruel legacy
The Independent,
08.09.2001
The Iraqi Connection
The Wall Street
Journal, 13.09.2001
The Iraq Connection:
Blood Baath
The New Republic,
13.09.2001
Ex-CIA chief
sees Iraqi fingerprints
upi, 14.09.2001
Iraqi Novel
Basis for TV Series
AP, 11.06.2001
Appell des
Obersten Rates an internationale Kreise,
den Massenhinrichtungen
von irakischen Gefangenen Einhalt zu gebieten
IRAK AKTUELL
- Nachrichtenblatt des Obersten Rates der islamischen Resistance im Irak
September
2001
Flüchtlingsdrama
am Eurotunnel - "Explosive Situation"
dpa, 11.09.2001
Liebe Leserinnen
und Leser,
Der Terroranschlag
in den USA hat auch uns bestürzt. Wie viele andere zivile Organisationen
haben auch wir mit einem Kondolenzbrief dem amerikanischen Volk unser Beileid
ausge-drückt. Leider sieht es zur Zeit nicht danach aus, dass diesem menschenverachtenden
Gewalt-akt mit einer vernünftigen Politik geantwortet wird. Wir appellieren
an die Regierungen der NA-TO-Staaten, nur solche Mittel einzusetzen, die
dem Terror die Unterstützung entziehen und die Gewaltspirale nicht noch
weiter ankurbeln.
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