Internationaler
Verein für Menschenrechte der Kurden
IMK Wocheninformationsdienst
Datum:
17. Dezember 2003 – 15. Januar 2004
Nummer: 210-211
Plakate konfisziert
In Siirt überfiel
die Polizei die Büros des IHD und konfiszierte Plakate, die im Zusammenhang
mit der Menschenrechtswoche herausgegeben worden waren. Zuvor hatte die
Staatsanwaltschaft in Van ein Verbot der Plakate verfügt, auf denen in
kurdischer Sprache zum Frieden aufgerufen wurde. Neben Van und Hakkari
erfolgten auch in Antep Beschlagnahmungen der Plakate.
Anm.: Am 15.
Dezember wurde auch die Zweigstelle in Canakkale überfallen und die Plakate
eingesammelt. Laut Milliyet sollen sowohl der Gouverneur als auch die Staatsanwaltschaft
in Van bei der Anwendung der Paragraphen uneins sein. Der Gouverneur habe
die Konfiszierung wegen Separatismuspropaganda gefordert, während der Staatsanwalt
einen Verstoss nach § 310 TSG (Beschädigung öffentlichen Eigentums) und
§ 311 TSG (Anstiftung zu einer Straftat) sah. (Quelle: Özgür Gündem vom
12. /13.12.2003)
Gouverneur
in Bingöl wird
verabschiedet
Nach gut 11
Monaten wird sich der Gouverneur von Bingöl, Hüseyin Avni Cos, aus seinem
Amt verabschieden. Er war durch seine harte Vorgangs-weise bekannt geworden.
Nachdem er im Januar zum Gouverneur von Bingöl ernannt worden war, war
er für viele Menschenrechtsverletzungen ver-antwortlich. Zu Newroz am 21.
März liess er 38 Personen festnehmen, von denen 15 in U-Haft kamen. Am
1. Mai liess er die Sicherheitskräfte auf Dorfbewohner los, die nach Unterstützung
wegen der Schäden durch das Erdbeben verlangten. Frau-en, die am 16. Juni
einen Friedenstisch in der Stadt eröffnen wollten, wurde dies nicht gestattet
und als sie eine Presseerklärung abgeben wollten, wurden sie von der Polizei
angegriffen.
Der IHD in
Bingöl hatte im Jahre 2002 insgesamt 490 Menschenrechtsverletzungen in
Bingöl gezählt. Für die Amtsdauer von Cos liegt die Zahl bei über 700.
In den 11 Monaten wurden 38 Menschen er-mordet, von denen 8 auf das Konto
sogenannter unerkannter Täter gehen. Es wurden mehr als 300 Menschen festgenommen,
von denen 148 gefoltert oder misshandelt wurden. In seiner Amtszeit kam
es auch wieder zu Waldbränden, insbesondere im Kreis Genc. Hüseyin Avni
Cos wird nun nach Ak-saray versetzt. Seine Stelle wird der derzeitige Gou-verneur
von Sirnak, Vehbi Avuc, einnehmen. (Quelle: Özgür Politika vom 15.12.2003)
VÖLKERMORD
ARMENIEN: Schweiz
erkennt an
Das Schweizer
Parlament hat die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich im Jahr
1915 als Völkermord anerkannt. Der Nationalrat beschloss gestern mit 107
zu 67 Stimmen eine entsprechende Entschließung. Außenministerin Calmy-Rey
hatte sich mit Blick auf die Beziehungen zur Türkei ge-gen die Erklärung
gewandt. (Quelle: taz, 17.12.2003)
Scharfe Rüge
aus der Türkei
Das türkische
Aussenministerium hat die Anerken-nung des Völkermords in Armenien durch
den Nationalrat scharf verurteilt und zurückgewiesen. Es sei inakzeptabel,
die Ereignisse einseitig als Genozid hinzustellen. Diese seien in der besonderen
Situation im Ersten Weltkrieg begründet gewesen und hätten Türken und Armeniern
grosse Schmerzen zugefügt ... (Quelle: NZZ Online, 16.12.2003)
Stress bei
der Polizei
Die Zunahme
an Selbstmorden unter Polizisten hat zu der Erkenntnis geführt, dass mehr
psychologi-sche Beratung gebraucht wird. Nach Angaben der obersten Polizeidirektion
haben sich in den 15 Jahren zwischen 1989 und 2003 insgesamt 370 Polizeibeamte
das Leben genommen. Unter den Gründen wurde eine psychische Krise an erster
Stelle genannt (83), gefolgt von familiären Problemen (57) und materiellen
Sorgen (21). Die Auflistung gilt für die 11 Jahre von 1989 bis 1999, in
denen 242 Polizisten sich das Leben nahmen. Nun wurde eine Verordnung erlassen,
mit der ein „Tele-Psychologe“ beim Gesundheitsamt für die Sorgen der Polizeibeamten
zur Verfügung steht. Die Beamten können sich auch auf einer Internetseite
informieren. Die benötigten Adressen wurden allen Dienststellen mitgeteilt.
(Quelle: Radikal
vom 17.12.2003)
Türkei-Terror
war "Fehlschlag"
Die Terroranschläge
in Istanbul sollen nach Infor-mationen, die türkische Geheimdienstkreise
durch die Vernehmung des Hauptverdächtigen Fevzi Yitiz erhalten haben,
von Osama bin Ladens Al-Kaida-Netzwerk wegen der 62 zumeist muslimischen
Todesopfer als Fehlschlag betrachtet werden. Ein Zeuge soll berichtet haben,
dass bin Laden der türkischen Al-Kaida-Zelle im vergangenen Jahr grünes
Licht für Anschläge auf militärische Ziele in der Türkei gegeben habe.
Die Zelle habe dann aber wegen der scharfen Sicherheitsvorkehrungen, z.B.
am Luftwaffenstützpunkt Incirlik und dem Hafen Mersin, andere Ziele gesucht,
wodurch die An-schläge um einige Monate verzögert wurden. Die Angaben von
Yitiz sollen auf Treffen mit anderen Al-Kaida-Mitgliedern, darunter die
mutmaßlichen Drahtzieher Habib Aktas und Ibrahim Kus, beru-hen. (Quelle:
Hamburger Abendblatt, 18.12.2003)
Vorfall in
Van
Im Dorf Cakirbey
im Kreis Ercis (Van) artete ein Streit zwischen zwei Kindern in eine bewaffnete
Auseinandersetzung aus, bei der 7 Menschen star-ben. Es soll sich bei den
Kindern um Söhne des Abdülkerim Atmaca (Dorfschützer) und Mehmet Demir
handeln. Beide gehören dem Stamm der Bekrani an. Der Streit der Kinder
führte zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, an der ca. 50 Erwachsene
beteiligt waren. Es wurden auch Gewehre benutzt und am Ende verloren Mehmet
Demir, Eyüp Demir, Sefik Atmaca, Eyüp Atmaca, Rasime Atmaca, Yasin Atmaca
und Sevim Atmaca ihr Leben. (Quelle: Cumhuriyet vom 19.12.2003)
Drei Jahre
nach der „Rückkehr zum Leben" Operation
Burcin Belge
sprach mit Ümit Sahin, der als Facharzt bei der Menschenrechtsstiftung
der Türkei (TIHV) arbeitet. Er berichtete, dass die TIHV bis-lang 560 Gefangene
behandelt habe, die an den Folgen des Hungerstreiks und Todesfastens gegen
die Gefängnisse vom Typ F vor allem am Werni-cke-Korsakoff Syndrom erkrankt
seien. Die meisten von ihnen seien nach § 399 der StPO vorläufig aus der
Haft entlassen worden, damit sie behandelt werden können. Nun aber würden
gegen viele wie-der Haftbefehle ausgestellt. Darunter seien auch etliche,
deren Behandlung noch nicht abgeschlossen sei.
Auf Nachfrage
sagte Ümit Sahin, dass viele Gefan-gene sich auch zur Behandlung der Verletzungen
bei der Operation „Rückkehr zum Leben“, die am 19. Dezember 2000 begann,
an die TIHV gewandt haben. Viele von ihnen hätten Brandwunden gehabt oder
seien von Kugeln oder Bombensplittern ge-troffen worden. Etliche hätten
nicht gehen können oder konnten ihre Arme nicht benutzen. Neben den kostenlosen
Behandlungen (ein Gefangener sei 10 Mal wegen Brandwunden operiert worden),
küm-mere sich die TIHV auch um psychologische Betreuung.
Von den 560
Anträgen auf Behandlung seien allein in Istanbul 390 gestellt worden. In
den meisten Fällen dauerten die Behandlungen noch an. Im fortgeschrittenen
Stadium sei eine Behandlung des Wernicke-Korsakoff Syndroms nicht mehr
mög-lich. Etliche Patienten hätten in ihrem Gedächtnis die ganze Vergangenheit
ausgelöscht und müssten nun mühsam ihr Umfeld neu kennenlernen. Bei einigen
sei es jedoch in den zweieinhalb Jahren der Behandlung zu guten Fortschritten
gekommen.
Die Behandlung
hätte eigentlich vom Staat über-nommen werden müssen, aber die Stiftung
habe sich der Kranken angenommen. Da die Behandlung sehr lange dauere und
die Medikamente sehr teuer sind, stelle dies für die TIHV eine enorme Belastung
dar. Es sei aber noch schlimmer, wenn die Patienten wieder inhaftiert werden,
bevor die Behandlung abgeschlossen wurde. Einer dieser Fälle sei Tekin
Yildiz. Mit Hilfe von Krankengymnastik hätten sich einige Funktionen wieder
eingestellt, aber er könne immer noch nicht ohne fremde Hilfe gehen. Eine
vollkommene Heilung sei eigentlich ausgeschlossen. Nun sei er wieder inhaftiert
worden. Das bedeute, dass seine Behandlung unterbrochen wird und er keine
soziale Unterstützung mehr habe.
Zu den Gefängnissen
von Typ F sagte Ümit Sahin, dass sie nicht den Menschenrechtsstandards
ent-sprechen, weil in ihnen Isolation vorherrsche, die Bedingungen für
den Hofgang sehr schlecht seien und es kaum soziale und kulturelle Aktivitäten
gebe. (Quelle: Bianet vom 19.12.2003)
TIHV Beschäftigte
vor Gericht
Am 19.12.
fand eine weitere Sitzung vor dem Amtsgericht in Aliaga im Zusammenhang
mit der Beerdigung von Nevzat Çiftçi statt. Nevzat Çiftçi war bei einer
Operation in der geschlossenen Haft-anstalt von Ankara am 26. September
1999 von Si-cherheitskräften umgebracht worden. Bei seiner Be-erdigung
in einem Dorf bei Aliaga wurden mehrere Personen festgenommen und 68 von
ihnen, darunter die TIHV Beschäftigten Günseli Kaya und Dr. Alp Ayan wegen
eines Verstoßes gegen das Demonstra-tionsgesetz angeklagt. In seinem Plädoyer
forderte der Staatsanwalt nun, dass 30 Angeklagte darunter Haydar Cenan,
Sevgi Binbir, Seray Topal, Zeynel Kaya, Erdal Yagceken und Günseli Kaya
und Dr. Alp Ayan wegen eines Verstoßes des Artikels 32/3 des Demonstrationsgesetzes
mit der Nummer 2911 bestraft werden, da sie die Sicherheitskräfte ange-griffen
haben sollen. Für 25 Angeklagte forderte er eine Strafe wegen Beteiligung
an einer unange-meldeten Demonstration. Für 3 Angeklagte solle das Gericht
auf Nichtzuständigkeit entscheiden, da sie zur Tatzeit unter 18 Jahren
alt waren. (Quelle: TIHV vom 19.12.2003)
Folter in Adana
Murat Aslan
und Yilmaz Aslan, die am 13. Dezem-ber festgenommen worden waren, haben
sich we-gen Folter auf der Polizeiwache in Sakirpasa (Adana) beschwert.
Die Cousins arbeiten beide am Busbahnhof in Adana. Am 13. Dezember habe
ih-nen eine Person, mit der sie tagsüber eine Diskus-sion hatten, auf dem
Nachhauseweg aufgelauert und sie mit einem Messer angegriffen. Die Polizei
habe aber sie festgenommen. Auf der Wache seien sie geschlagen worden,
was in einem Attest des Ge-sundheitsamtes auch vermerkt sei. Am Folgetage
habe man sie aufs Polizeipräsidium gebracht und nach einem Tag dort seien
sie auf einem anderen Gesundheitsamt untersucht worden. Auch hier wur-den
Spuren von Schlägen notiert. Am Schluss seien sie einem Richter vorgeführt
worden, der sie aber freigelassen habe, obwohl sie sich wegen Wider-stands
gegen die Staatsgewalt zu verantworten hatten.
Nach der Freilassung
seien die Beamten der Station in Sakirpasa noch einmal gekommen und hätten
sie unter dem Vorwand, dass die Fingerabdrücke auf-genommen werden müssten,
wieder mit auf die Wache genommen. Hier seien sie beschimpft und erneut
verprügelt worden. Murat Aslan beschwerte sich, dass ein Kommissar an sein
Ohr gezogen ha-be, obwohl er daran verletzt war. Beide Männer erstatteten
dem IHD Bericht und wollen Strafan-zeige stellen. (Quelle: Özgür Gündem,
23.12.03)
Kassationsgerichtshof
für
kurdisches
Plakat
Der Kassationsgerichtshof
hat das Urteil des Amts-gerichts in Van zu einem Plakat des IHD aufge-hoben.
Auf dem Plakat war in kurdischer Sprache zum Frieden aufgerufen worden.
(Quelle: Radikal
vom 23.12.2003)
Dev-Sol Verfahren
beginnt erneut
Das zentrale
Dev-Sol Verfahren mit 1.243 Ange-klagten kann nach dem Auffinden von ca.
100 ver-schwundenen Akten erneut beginnen. Das Ver-fahren hatte 1981 begonnen
und endete 1991 vor dem Militärgericht Nr. 2 in Istanbul. Die Ange-klagten
hatten Strafen zwischen 33 Monaten Haft bis zum Todesurteil erhalten. Der
Kassations-gerichtshof hob das Urteil auf und im Jahre 1999 fällte das
Landgericht in Üsküdar ein Urteil, da mittlerweile die Militärgerichte
(unter Kriegsrecht) aufgehoben worden waren. Nun wird sich die 11. Kammer
des Kassationsgerichtshofes damit befas-sen.
Das Dokumentationszentrum
des TIHV macht eine Pause bis zum 5. Januar. An diesem Tage werden auch
die in der Zwischenzeit erschienenen Nach-richten ausgewertet. Das DTF
wird in dieser Zeit wichtige Nachrichten unter den Sonderberichten veröffentlichen.
In dieser
Woche erschienen ein paar weitere Mel-dungen, die wir hier zusammenfassend
wieder-geben. (Quelle: Milliyet, 23.12.03)
Anwälte freigesprochen
Die 1. Kammer
des Landgerichtes Diyarbakir hat Sezgin Tanrikulu, Vorsitzender der Anwaltskam-mer
Diyarbakir und Vertreter der TIHV in Diyar-bakir, sowie seine KollegInnen
Habibe Deger, Bur-han Deger und Sebahattin Korkmaz vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs
freigesprochen. Das Ver-fahren war eröffnet worden, nachdem die Anwälte
Petitionen von Dorfbewohnern auf Entschädigung eingereicht hatten, weil
ihre Dörfer zerstört worden waren. Sieben dieser Dorfbewohner wurden als
Zeugen vernommen. Sie sagten, dass ihre Dörfer von Soldaten zerstört wurden
und sie sich an die Anwälte gewandt hatten, um ihr Recht einzuklagen. Der
Verteidiger Yücel Sayman sagte dem Gericht, dass sich niemand in das Verhältnis
zwischen An-walt und Mandant einmischen dürfe. Die Anwältin Meral Danis-Bestas
wiederum sagte, dass eigentlich die Soldaten vor Gericht stehen müssten.
Sie for-derte das Gericht auf, gegen die Gendarmerie nach § 312 TSG vorzugehen,
da durch die Einleitung des Verfahrens ein Teil der Bevölkerung gegen einen
anderen Teil aufgewiegelt wurde. (Quelle: Bianet vom 24.12.2003)
Verfahren wegen
Folter
an Desde vertagt
Am 24. Dezember
tagte die 7. Kammer des Land-gerichts in Izmir erneut wegen der Folter
an dem deutschen Staatsbürger Mehmet Desde. Die Ange-klagten Muhtesem Çavusoglu,Mesut
Angi, Alim Erçetin und Hürriyet Gündüz waren nicht erschie-nen. Das Gericht
beschloss, die Atteste der Ge-richtsmedizin an der Ege Universität und
die der Ärztekammer Izmir an die Gerichtsmedizin in Istanbul zu schicken,
damit dort entschieden werde, ob die geschilderten Beschwerden durch Folter
ent-standen sein könnten oder nicht. Anschließend ver-tagte sich das Gericht
auf den 19. Januar 2004. (Quelle: Bianet vom 25.12.2003)
7 Trillionen
TL “Strafe” wegen Folter
Der Justizminister
Cemil Çiçek hat auf eine An-frage des CHP Abgeordneten für Ankara, Yakup
Kepenek, angegeben, dass die Türkei in den 392 Verfahren, die bislang mit
dem Vorwurf der Folter vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof (EMRG)
gebracht wurden, die Summe der Entschä-digungen, die die Türkei an die
Opfer zahlen muss-te, 7,3 Trillionen TL (ca. 4,3 Millionen Euro) beträgt.
149 Klagen vor dem EMRG sind derzeit noch anhängig. (Quelle: Radikal vom
29.12.2003)
Lehrer verurteilt
Das Amtsgericht
in Amasra (Bartin) hat die Lehrer Ahmet Pir und Mustafa Aksel zu je 20
Monaten Haft verurteilt. Sie hatten vor den Protesten von KESK am 1. Oktober
2003 Plakate an Orten aufge-hängt, für die es keine Genehmigung gab. Darauf
steht nach § 536 TSG Strafe. Obwohl der Richter das Strafmass an der Obergrenze
ansetzte, wurde sie wegen guter Führung von 2 Jahren auf 20 Mo-nate Haft
reduziert. Diese Strafe verwandelte der Richter dann in eine Geldstrafe,
die wiederum zur Bewährung ausgesetzt wurde. (Quelle: Radikal vom 29.12.2003)
Auch 2003 wurde
die Rückkehr in die Dörfer behindert
Die Vorsitzende
des Vertriebenenvereins Göc-Der, Sefika Gürbüz, gab an, dass auch im Jahre
2003 viele Bewohner der entvölkerten Dörfer nicht zu-rückkehren konnten.
Lediglich 5% der Vertriebenen wären in der Lage gewesen, im Sommer ihre
Felder zu bestellen. Frau Gürbüz sagte ferner, dass die of-fizielle Zahl
von 84.000 Rückkehrern im Jahre 2003 nicht zutreffend sei. (Quelle: Özgür
Politika, 29.12.03)
Frauenrechte
in Diyarbakir
Die Bilanz
des Zentrums für Beratung und Hilfe zu Frauenrechten bei der Anwaltskammer
Diyarbakir für den Zeitraum zwischen dem 24. März und dem 25. Dezember
2003 wurde jetzt bekannt gegeben. Demnach haben sich 244 Frauen an das
Zentrum gewandt. Von ihnen brauchten 65 Rechtshilfe in Verfahren wie Scheidung,
Vergewaltigung etc. Die Koordinatorin des Zentrums, die Anwältin Zülal
Erdogan sagte, dass bei allen Vorfällen von sexu-eller Belästigung und
Vergewaltigung in Polizeihaft oder Inzest das ausschlaggebende Elemente
Gewalt sei. Selbst wenn ein Vater das Sorgerecht für ein Kind haben wolle,
werde die Frau Gewalt ausge-setzt. In 99% all der von ihnen behandelten
Fälle spiele Gewalt eine zentrale Rolle.
Die stellvertretende
Vorsitzende der Anwaltskam-mer, Meral Danis Bestas, fügte hinzu, dass die
Frauen mittlerweile ihre Stimme gegen die Gewalt erheben und forderte die
Medien auf, diesem Punkt Aufmerksamkeit zu schenken. (Quelle: Özgür Politika
vom 29.12.2003)
Kurdischkurse
warten auf Beginn
Mit langer
Verzögerung wurde in Urfa, Van und Batman die Eröffnung von Kursen in der
kurdi-schen Sprache (regionale Sprachen oder Dialekte) gegeben, aber die
Kurse konnten bislang nicht er-öffnet werden, weil vom Ausschuss für Anwendung
und Führung im Ministerium für nationale Erzie-hung das Curriculum nicht
übersetzt werden konn-te. Der Vorsitzende des Ausschusses, Ziya Selçuk
sagte, dass es Personal gebe, um deutsche oder eng-lische Texte zu überprüfen,
aber niemanden, der kurdische Texte verstehen könne. Sie hätten zu diesem
Zweck Hilfe bei den Universitäten ange-fordert. In Van gibt es noch ein
Problem. Hier ha-ben sich 3.000 Personen für Kurse in Kurdisch an-gemeldet,
aber vom Ministerium wurde die Zahl der Teilnehmer für ein Semester auf
120 Personen begrenzt. Der Leiter der Kurse, Hasan Güven, sag-te, dass
sie die Zahl der Lehrer von 4 auf 12 er-höhen würden und damit die Zahl
der Teilnehmer erhöhen könnten. Allerdings sei es vorrangig, dass auch
das Unterrichtsmaterial akzeptiert werde. Mo-mentan müsse er jeden Monat
viel Miete zahlen, ohne irgend welche Einkünfte zu haben. (Quelle: Radikal
vom 30.12.2003)
Folterverfahren
in Diyarbakir
Vor der 1.
Kammer des Landgerichts in Diyarbakir ging ein Verfahren gegen den Polizeibeamten
Öz-kan Toptas zu Ende. Das Gericht verurteilte den Beamten zu einer Haftstrafe
von einem Jahr und einem Dienstausschluss für 3 Monate, da er den 12-jährigen
M.S.T. gefoltert hatte. Die Strafe wurde wegen guter Führung auf 10 Monate
Haft und 2,5 Monate Dienstausschluss gekürzt.
(Quelle: Özgür
Politika vom 31.12.2003)
Journalisten
vor Gericht
Die 8. Kammer
des Kassationsgerichtshofs hat das Urteil gegen Nizamettin Taylan Bilgiç,
Chefre-dakteur der Tageszeitung Günlük Evrensel für ei-nen Artikel von
A. Cihan Soylu vom 20. Januar 2002 mit dem Titel “Das kurdische Problem
ist ein Problem für alle Arbeiter” aufgehoben. Am 24. Januar 2002 hat die
5. Kammer des SSG Istanbul Herrn Bilgiç zu einer Geldstrafe von 4,4 Milliarden
TL verurteilt. Der Zeitung war das Erscheinen für 7 Tage verboten worden.
Das Urteil war nach § 312 TSG erfolgt (Anstiftung zu Haß und Feindschaft).
Im Urteil des Kassationsgerichtshofs wurde fest-gestellt, dass der Artikel
im Rahmen einer scharfen Kritik geblieben sei.
In einem Verfahren
vor der 2. Kammer des Land-gerichts Istanbul wurde der Chefredakteur von
“Idea Politika”, Erol Özkoray, für einen Artikel aus dem Jahre 2001 freigesprochen.
Der Artikel war unter der Überschrift “Was nützt die Armee?” erschienen
und das Verfahren war nach § 159 TSG eröffnet worden. Noch am 14. November
2003 hat-te das Gericht einen Haftbefehl gegen Erol Özkoray erlassen. Deshalb
war er bei seiner Einreise aus Frankreich am 22. Dezember festgenommen
wor-den. Es sind noch weitere fünf Verfahren gegen Herrn Özkoray anhängig.
(Quelle: Bianet
vom 31.12.2003)
Kein Parteien-Prozess
in Türkei
Die türkische
Generalstaatsanwaltschaft hat die Eröffnung eines Verbotsverfahrens gegen
zwei tür-kische Parteien (die Republikanische Volkspartei, CHP, und
die Liberal-Demokratische-Partei, LDP) wegen angeblicher finanzieller Unterstützung
durch deutsche Stiftungen abgelehnt. Für die Behauptun-gen gebe es keine
hinreichenden Beweise, teilte Generalstaatsanwalt Nuri Ok mit. Die Ermittlungen
waren durch eine Anzeige angestoßen worden. (Quelle: Bremer Nachrichten,
31.12.2003)
TIHV: Keine
Verringerung bei Menschenrechtsverletzungen
Der Vorsitzende
der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV), Yavuz Önen, hat eine Botschaft
zum Ausblick auf das Jahr 2003 im Hinblick auf die nationale und internationale
Menschenrechts-lage veröffentlicht. Er widersprach der Annahme der EU,
dass unter der 58. und 59. Regierung wichtige Schritte in Richtung auf
Demokratisierung unternommen wurde. Das Grundgesetz sei zwar in einigen
Punkten verändert worden, es habe aber keine eindeutige Abkehr vom Grundgesetz
des 12. September (1980, Militärputsch) gegeben. Önen kritisierte auch
das Wahlsystem, dass es der AKP ermöglicht habe, mit 35% der Stimmen 65%
der Sitze zu erhalten und bei dem die Hälfte der Stim-men nicht im Parlament
repräsentiert seien.
Yavuz Önen
führte in seiner Bilanz für das Jahr 2003 folgende Punkte auf:
Es wurde nichts
unternommen, um das System der Dorfschützer abzuschaffen, was eine erste
Bedin-gung dafür ist, dass Millionen von Menschen, die aus ihrer Heimat
vertrieben wurden, wieder in ihre Dörfer zurückkehren können.
Obwohl der
Ausnahmezustande Ende 2002 auf-gehoben wurde, wurden keine ernsthaften
Schritte unternommen, um die Bedingungen in der Region zu verbessern.
Es gab keine
Verbesserungen in Bezug auf freie Meinungsäusserung und Organisierung.
Der Artikel 8 des Anti-Terror Gesetzes wurde aufgehoben, aber Bestimmungen,
die dieselbe Funktion haben sollen, wie der angeblich aufgehobene § 312
TSG, wurden nicht angerührt.
Es gab keine
Aktivitäten, um das Schliessen von politischen Parteien zu erschweren.
Die Staatssi-cherheitsgerichte sind weiter aktiv auf einem Grundverständnis,
dass alle oppositionellen Gedan-ken als ein terroristisches Verbrechen
ansieht.
Mehr als 20.000
Menschen leiden immer noch un-ter den Folgen des Militärputsches.
Der Nationale
Sicherheitsrat (NSR) und dessen Kompetenzen wurden im Jahr 2003 zwar diskutiert,
aber die grundgesetzliche Stellung und damit Do-minanz über die Politik
blieb unangestastet.
Es trifft
nicht zu, dass NGOs bei der Erstellung der Anpassungspakete beteiligt waren.
Die Regierung der AKP hat sich nicht einmal bei der Einrichtung des Beraterrats
zu Menschenrechten (oder der Än-derung der Satzung) an NGOs gewandt.
Es ist unklar,
was die viel gelobten Gefängnisräte machen. Im Bericht über erzielte Fortschritte
wird der Bau von vier Gefängnissen vom Typ F als po-sitiv hingestellt.
Einzelne Zahlen
aus dem Bericht:
Aufgrund von
explodierenden Minen oder unbe-wachter Munition starben mindestens 19 Menschen,
darunter 9 Kinder.
Bei bewaffneten
Auseinandersetzungen wurden 2 Dorfschützer, 4 Polizisten, 24 Soldaten und
88 be-waffnete Militante getötet.
Schüsse der
Sicherheitskräfte auf Personen, die an-geblich der Aufforderung stehen
zu bleiben, nicht nachkamen oder bei Hausdurchsuchungen abgege-ben wurden,
töteten mindestens 24 Menschen.
Durch den
Einsatz von Dienstwaffen ausserhalb des Dienstes wurden mindestens 18 Menschen,
darunter 3 Kinder getötet.
HADEP wurde
verboten und 46 Funktionäre wurde auf Lebenszeit eine politische Betätigung
untersagt.
Dem Verfassungsgericht
liegen weitere 8 Anträge auf Verbot von Parteien vor.
Die Zahl von
Ermittlungsverfahren gegen den IHD hat 500 überschritten. Im Mai wurde
die Zentrale durchsucht und alle Informationen und Dokumente beschlagnahmt.
Gegen den
Vorstand der TIHV wurde ein Verfah-ren mit dem Ziel der Amtsenthebung eröffnet.
Mazlum Der sah sich ähnlichem Druck ausgesetzt.
Künstler wurden
gerichtlich belangt und bedroht, wenn sie kurdische Lieder sangen.
Radiostationen
wurden permanent geschlossen, weil sie kurdische Lieder abgespielt hatten.
Bis Ende November
hatten 866 Personen die Stif-tung um Behandlung wegen erlittener Folter
ge-beten. Darunter waren 32 Kinder.
In der Polizeihaft
verstarben zwei Personen. Hunderte von Menschen wurden auf Stationen der
Polizei oder der Gendarmerie, während Demon-strationen oder nach Entführung
durch Sicherheits-kräfte gefoltert und misshandelt. (Quelle: Özgür Politika
vom 02.01.2004)
Angst vor der
Vergangenheit
Der Film "Ararat"
über das grausame Schicksal der Armenier im Ersten Weltkrieg darf zwar
auch in der Türkei gezeigt werden, wird aber dort dennoch nicht in die
Kinos kommen. Das gab die türkische Firma, die die Aufführungsrechte für
die Türkei er-worben hat, am Donnerstag (8.1.2004) bekannt. Mit dem Verzicht
nehme man Rücksicht auf "diejenigen Mitbürger, die gegen eine Aufführung
sind".
Der vor zwei
Jahren bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigte Film behandelt die Vertreibung
der Armenier im Ersten Weltkrieg. Regisseur ist der in Kanada lebende Armenier
Atom Egoyan.
Der türkische
Kulturminister Erkan Mumcu nannte "Ararat" einen "primitiven, nicht mit
den historischen und wissenschaftlichen Tatsachen übereinstimmenden, ästhetisch
wertlosen Propagandafilm". Die Türkei reagiert sehr empfindlich auf
alle Bestrebungen, die darauf abzielen, die Vertreibung der Armenier als
Völkermord anzuerkennen. Das französische Parlament hatte 1998 in einem
förmlichen Beschluss den Völkermord 1915 an den Armeniern öffentlich anerkannt.
(Deutsche Welle online, 08.01.2004)
Europäischer
Gerichtshof verurteilt Türkei
Wegen der
mutwilligen Zerstörung kurdischer Häuser in der Provinz Diyarbakir im Jahr
1993 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei schuldig
gesprochen. Die türkische Re-gierung muss die Kläger entschädigen.
Straßburg -
Die Straßburger Richter kamen zu dem Ergebnis, türkische Sicherheitskräfte
hätten unter dem Vorwand, die südosttürkische Stadt Lice vor Angriffen
der verbotenen kurdischen PKK-Partei zu schützen, mutwillig Häuser und
anderes Eigen-tum kurdischer Einwohner verbrannt.
Die betroffenen
Kurden hätten die Verwüstungen mit ansehen müssen und ihr Hab und Gut verloren.
Daraufhin hätten sie ihre Heimatstadt verlassen müssen. Das Gericht gab
den fünf Klägern Recht, dass die Türkei gegen die Artikel 3 (Verbot unmenschlicher
Behandlung) und 8 (Recht auf Eigentum) der Europäischen Menschenrechtskonvention
verstoßen hat.
Die Richter
führten aus, die türkischen Behörden seien den Vorwürfen erst nachgegangen,
nachdem die Klage in Straßburg bekannt geworden sei. An-kara muss an die
fünf Kläger Entschädigungen von mehr als 210.000 Euro zahlen. (Quelle:
SPIEGEL ONLINE - 08. Januar 2004)
Türkei: Journalist
wegen
"Beleidigung"
verurteilt
Ein türkischer
Journalist ist wegen "Beleidigung" des Parlaments zu einem Jahr Gefängnis
verurteilt worden. Sabri Ejder Ozic hatte im letzten Februar in einem Radiobericht
gesagt, eine mögliche Zustimmung des türkischen Parlaments zu einer Beteiligung
am Irak-Krieg wäre "terroristisch", wie sein Anwalt heute sagte.
Ozic wurde
bereits am 30. Dezember von einem Gericht in Adana verurteilt. Dem Gericht
zufolge habe es sich um eine "bewusste Beleidigung des Parlaments", nicht
um berechtigte Kritik gehandelt. Ozic will in Berufung gehen und befindet
sich noch auf freiem Fuß.
Die türkische
Regierung hatte vor dem im März begonnenen Irak-Krieg einen Antrag ins
Parlament eingebracht, wonach es den USA erlaubt werden sollte, über türkisches
Territorium in Irak einzu-marschieren. Die Abgeordneten lehnten dies jedoch
mehrheitlich ab. (Quelle: ORF (AT) online, 09.01.2004)
Wasser für
Kanonen
Die Türkei
bezahlt Israels
Waffenlieferungen
mit Naturalien
Im Stillen
haben Israels Premier Ariel Scharon und der türkische Energieminister Zeki
Cakan zu Be-ginn der Woche in Jerusalem einen Vertrag mit weit reichenden
Folgen für die nahöstliche Region geschlossen. Das Abkommen steigert die
militär-sche Potenz der Türkei und bewahrt Israel vor dem Verdursten. In
den kommenden 20 Jahren liefert die Türkei jährlich 50 Millionen Kubikmeter
Frischwasser aus dem anatolischen Fluss Manavgat an Israel. Die Menge,
die mit gigantischen Tankschiffen transportiert wird, entspricht dem Jahres-Verbrauch
einer Million Deutscher. Im Gegenzug wird Israel den Nato-Staat Türkei
mit Panzern und Luftwaffentechnologie beliefern. Für einen Kubikmeter Wasser
wird dabei etwa ein Dollar berechnet.
Die „Wasser-gegen-Waffen“-Vereinbarung
festigt die ohnehin ausgezeichneten wirtschaftlichen und politischen Beziehungen
zwischen dem muslimi-schen und dem jüdischen Staat. Diese werden höchstens
einmal verbal getrübt, wenn die Türkei Protest einlegt gegen die Palästinenserpolitik
Scha-rons. Die Türkei ist spätestens seit 1996 einer der Hauptverbündeten
Israels in der Region. Damals unterzeichneten die beiden Länder ein Abkommen
zur militärischen Zusammenarbeit, das mit dem größten Auftrag an Israels
Rüstungsindustrie, der Modernisierung von 54 türkischen F-4-Kampf-flugzeugen,
gestartet wurde. Diese Kooperation stößt in arabischen Staaten auf Unmut.
Die Terror-anschläge auf jüdische Synagogen in Istanbul im November
vergangenen Jahres wurden auch als Versuch arabischer Terroristen interpretiert,
die enge Bindung beider Staaten zu erschüttern.
Doch Israel
und die Türkei sind sich zu ähnlich: Es sind die einzigen Demokratien in
der Region, sie besitzen die am weitest entwickelten Volkswirt-schaften,
und sie räumen dem Kampf gegen den Terrorismus höchste Priorität ein. Ankara
hatte Israel bereits 1949 diplomatisch anerkannt. Nach einer Phase der
Abkühlung wegen Israels Ein-marsch in den Libanon 1982 tauschten die Länder
1993 wieder Botschafter aus. Die Geheimdienste arbeiten eng zusammen, der
israelische Mossad hatte die Türkei vor den Synagogen-Anschlägen sogar
gewarnt. Auch dürfen israelische Piloten über anatolischem Luftraum Übungsflüge
starten. Die Israelis lieben Kurztrips ins nahe Antalya, denn die Türkei
ist eines der wenigen Länder, das nie Antisemitismus gekannt hat. In der
Türkei lebt eine angesehene und wirtschaftlich aktive jüdische Ge-meinde
von 25000 Mitgliedern.
Mit dem Handel
will die Türkei ihre Position als Hauptlieferant von Wasser in einer chronisch
trockenen Region ausbauen. Hunderte Millionen Dollar sollen künftig in
die Staatskasse fließen, wenn Verträge über Exporte nach Malta, Kreta und
in den griechischen Teil Zyperns unterschrieben sind. Der türkische
Teil Zyperns wird bereits mit Wasser aus Anatolien versorgt. Besonders
wichtig ist die Resource für Israel, das schon immer als größter Wasser-Konsument
der Region galt. Zudem ist nach mehreren trockenen Wintern der Grundwasser-Pegel
bedrohlich gesunken. Die Lieferungen aus der Türkei werden nur drei Prozent
des jährlichen Bedarfs decken. Dennoch ist das Land nicht bereit, den wasserintensiven
Anbau von Tomaten, Melonen und Apfelsinen zu drosseln. (Quelle: Süddeutsche
Zeitung, 09.01.2004)
IHD Diyarbakir
veröffentlicht Jahresbericht 2003
Der Vorsitzende
des IHD Diyarbakir hat den Jahresbericht für das Jahr 2003 über Rechtsverletzungen
im Osten und Südosten veröffentlicht. Der Be-richt stellt eine starke Zunahme
an Rechtsverletzungen fest. Im Jahr wurden insgesamt 7.100 Rechtsverletzungen
festgestellt; in der Zweigstelle haben 1.677 Menschen einen Antrag auf
Hilfe gestellt. “Ich hoffe, dass der Generalstaatsanwalt die notwendigen
Schritte einleitet, dass diese Rechts-verletzungen nicht noch einmal auftreten”
sagte Demirtas, Vorsitzender des örtlichen IHD.(...)
Bilanz der
Menschenrechtsverletzungen im
Osten und
Südosten der Türkei 2003
Verletzungen
gegen das Leben
Tote bei militärischen
Gefechten: 105 Tote, 31 Verletzte
Tod durch
"Morde unbekannte Täter" und extralegale Hinrichtungen:
84 Tote 22 Verletzte Minenopfer und Opfer von Explosionsmaterialien:
24 Tote und 41 Verletzte
(6 Schafe getötet)
Verletzungen
der individuellen Rechte
Festnahmen:
3014
Vorwurf von
Folter und Misshandlung: 502
a) durch Gendarmeriepersonal
109
b) durch Sicherheitskräfte
357
c) durch Dorfschützer
8
d) durch Vollstreckungsbeamte
9
Vorwurf des
Verschwindenlassens: 7
Verhaftungen:
574
Eingriff in
gesellschaftliche Ereignisse
a) Anzahl
der Ereignisse: 90
b) Festnahmen:
1000
c) Verletzte
160
Verletzungen
des Eigentumsrecht 3096
Verletzungen
des Arbeitslebens
Verbannung:
34
Einleitung
eines Verfahrens und Strafen: 418
Verletzung
der Gedanken- und Meinungsfreiheit
Eingeleitete
Verfahren und Verurteilungen: 880
Schließung
von Radio und TV
1
Schließung
von zivilgesellschaftlichen Einrichtun-gen:
2
Verbote von
Aktivitäten (Theater, Kino u.a.): 36
Eingesammelte/Verbotene
Publikationen (Zeitung, Buch u.a.)
42
Folter – Misshandlungen
im Gefängnis 26
Suizid und
Suizidversuche: 151
Anzahl der
Verletzungen die dem IHD Diyarbakir gemeldet wurden
1677
Anzahl der
Gesamten Verletzungen: 7100
Die obigen
Fakten wurden zusammengestellt aus den IHD-Filialen aus den Regionen im
Osten und Südosten der Türkei – aus den Anträgen die beim IHD eingegangen
sind, sowie aus den Zeitungsbe-richten. (Quelle: IHD-Diyarbakir, 09.01.2004)
Türkisch als
Leitkultur !
· Verfolgung
der kurdischen Sprache hält an.
· Angesehener
kurdischer Politiker und Parteivorsitzender wegen Gebrauchs der kurdischen
Sprache zu Haft- und Geldstrafe verurteilt
In einer Presseerklärung
vom 16. Januar 2003 ha-ben IMK e.V., KOMKAR e.V. und Förderverein HAK-PAR
gegen die Praktiken des türkischen Staates gegen die prokurdische HAK-PAR
protes-tiert. (Siehe www.kurden.de)
Gemäß einer
Presseerklärung des stellvertretenden Parteivorsitzenden des prokurdischen
HAK-PAR (Partei für Grundrechte und Freiheiten) am 13. Januar 2004 wurde
der Parteivorsitzende Abdulmelik Firat wegen einer in Kurdisch gehaltener
Pressekonferenz am 09.05.2002 in Urfa gemäß Parteiengesetz 2820, § 81/C
zu 6 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, die in hohe Geldstrafe umgewandelt
wurde.
Auch der ehemalige
stellvertretende Parteivorsitzende Ibrahim Güclü wurde wegen seiner Wahlkampfrede
in Kurdisch am 03.11.02 in der kurdischen Kreisstadt Hazro (Provinz Diyarba-kir)
gemäß Gesetz 298, § 58 und §151/2 zu 6 Monaten Haft- und über 218
Mio. Geldstrafe verurteilt.
Nach Informationen
der Parteiführung ist von der Republikanischen Staatsanwaltschaft in Ankara
ge-gen die Partei gemäß Parteiengesetz der Türkei eine Untersuchung eingeleitet
worden, weil auf dem 1. Kongress der HAK-PAR am 04. Januar 2004 in Ankara
u.a. auch Kurdisch gesprochen wurde.
Die HAK-PAR
wurde im Februar 2002 durch den Zusammenschluss mehrerer kurdische Parteien
und Gruppen, die sich als demokratische Stimme der Kurden gegen Gewalt
verstehen und sich dement-sprechend für eine gewaltfreie, politische Lösung
aller politischen Probleme und insbesondere der Kurdenfrage in der Türkei
einsetzen, gegründet. Praktisch sofort nach ihrer Gründung wurde gegen
sie vom Verfassungsgericht ein Verbotsverfahren eingeleitet, denn:
Es ist in
der Türkei verboten, öffentlich zu erklären, dass es außer dem Türkischen
noch ein anderes Volk im Staat gibt. Türkische, kurdische und pro-kurdische
Parteien, die von der Existenz der Kur-den, der kurdischen Sprache und
Kultur sprechen, wurden fast alle mit dieser Begründung verboten.
Die neue Regierung
des Ministerpräsidenten Erdogan hat vom Januar bis Juli 2003 vier neue
Pakete von EU-Anpassungsgesetzen im Parlament verabschiedet, die u.a. die
angebliche Freiheit des Ge-brauchs der kurdischen Sprache ermöglichen sollte.
Es wurde aber übersehen, dass die neuen „Reformgesetze“ von anderen Gesetzen,
die bestehen geblieben sind, sogleich wieder ungültig gemacht werden: So
wird der Gebrauch der kurdischen Sprache zwar „offiziell“ verkündet, jedoch
gebietet gleichzeitig das oben erwähnte Parteiengesetz Nr. 2820, „dass
eine Partei auf ihren Versammlungen und bei ihrem Propaganda eine andere
Sprache als die türkische benutzen darf, außer in Türkisch ihre Satzung
und ihr Parteiprogramm schreiben darf.“
So wird in
der Türkei dementsprechend gegen eine demokratische Partei mit Haftstrafen,
Geldstrafen und Verbotsdrohungen agiert, nicht, weil sie gegen die demokratische
Ordnung verstoßen hat oder einen Umsturz im Staat wollte, sondern, weil
sie in ihrem eigenen, seit Jahrhunderten von ihnen besie-delten Land ihre
Muttersprache Kurdisch benutzte.
Diese „Reformschritte“
wurden in Europa und in der Türkei mit einem kritiklosen Enthusiasmus und
ohne jegliche Skepsis aufgenommen. Die Türkei wurde kurzerhand zu einem
demokratischen Staat deklariert. Die Praxis und die Warnungen von den oppositionellen
Politikern und Organisation, insbe-sondere von kurdischen und prokurdischen,
wurden und werden weiterhin nicht ernst genommen. Es sind ja nicht die
Herrschaften, die die Repressalien befürchten und erleiden müssen. Uns
bleiben nur die Gratulation aller Politikerinnen und Politikern, KolumnistenInnen
und JournalistInnen sowie Lobbyisten in der europäischen Union und in der
Türkei, die lauthals diese so „hervorragenden“ und „demokratischen“ Erfolge
der türkischen Regierung in bezug auf die Erfüllung der politischen Kopen-hagener
Kriterien loben.
So sieht es
also gemäß der Kopenhagener Kriterien mit den Minderheitenrechten in der
Türkei, sowie mit dem Recht auf die Benutzung der Mutter-sprache aus.
Gegen die
Führung der prokurdischen HAK-PAR werden Strafen ausgesprochen, weil sie
das „Ver-brechen“ begangen hat, die kurdische Bevölkerung in ihrer
Muttersprache anzusprechen.
Wie will die
türkische Regierung innerhalb der verbliebenen 10 Monate die Implementierung
der politischen Kopenhagener Kriterien erreichen?
Denn nur so
kann sie Ende des Jahres von der EU-Erweiterungskommission genügend Pluspunkte
er-halten, damit der EU-Gipfel im Dezember 2004 der Türkei einen möglichen
Termin für Aufnahmege-spräche nennen kann.
· Wir protestieren
mit Nachdruck, dass auch heute noch die Leitkultur des Türkischen in der
Republik Türkei zu menschenrechts-widrigen Strafen, Diskriminierungen und
Verunsicherungen führt!
· Wir protestieren
auf schärfste gegen die Bestrafung der Parteiführung von HAK-PAR und fordern
die türkische Regierung auf, ernsthafte und mutige Schritte zu einer friedlichen
Lösung der Kurdenfrage in der Türkei zu wagen!
In Zusammenhang
mit den Praktiken des türkischen Staates könnte man fragen, soll sich die
Bundesrepublik solches Vorgehen des EU-Kandidaten Türkei als Beispiel nehmen
und den hier lebenden, und zwar nicht seit Jahrhunderten, sondern seit
ca. 40 Jahren lebenden Türken verbieten, in einer anderen als der deutschen
Sprache ihre Reden und schriftlichen Verlaut-barungen in den Vereinen zu
sprechen und zu schreiben? Wie würden die türkische Gemeinschaft in Deutschland
und der türkische Staat auf eine solche Absicht reagieren?
Wir appellieren
an die EU-Erweiterungskommis-sion, die Bundesregierung und die Parteien
im Bundestag, ihre Einwirkungsmöglichkeiten auf die Türkei zu stärken damit
die EU-Gegner in der Türkei nicht die Oberhand gewinnen können und während
der Implementierung der politischen Kopenhagener Kriterien auch die Wünsche
der kurdischen Bevölkerung berücksichtigt werden. Bevor die Türkei zu dem
führenden demokratischen Land in Europa deklariert wird, sollte zu mindest
erwirkt werden, dass in den Gesetzesentwürfen ein Volk von 20 Millionen
und deren Sprache namentlich erwähnt und dessen Rechte offiziell anerkannt
und in die Tat umgesetzt werden. (Quelle: IMK e.V.)
Irakische Kurden
wollen eigene
Fluggesellschaft
gründen
Türkei verweigert
Überflugserlaubnis für "Air Kurdistan"
Istanbul -
Die irakischen Kurden planen einem tür-kischen Zeitungsbericht zufolge
die Gründung einer eigenen Fluggesellschaft. Air Kurdistan soll dem-nach
von März an vom nordirakischen Süleymaniya aus zunächst nach Frankfurt,
Paris und Stockholm fliegen, berichtete die Zeitung "Vatan" am Freitag.
Die im Nordirak herrschenden Kurden-Gruppen PUK und KDP hätten bisher zwei
Flugzeuge ge-kauft und vier weitere angemietet.
Die Türkei
wolle der neuen Airline aber keine Ü-berflugsrechte einräumen, berichtete
"Vatan". Dies sei das Ergebnis von Beratungen des Außen- und Verkehrsministeriums
sowie des Generalstabs in Ankara. Deshalb müssten die Jets der Air Kurdi-stan
auf dem Weg nach Westeuropa einen Umweg über Syrien und Jordanien fliegen.
Die Türkei
- aber auch die Nachbarn mit kurdischen Minderheiten, vor allem Syrien
und der Iran, betrachten die Autonomiebestrebungen der nordirakischen Kurden
mit Misstrauen, weil sie die Gründung eines Kurden-Staates in dem Gebiet
befürchtet. Diese Ansicht wurde auch beim jüngsten Besuch des syrischen
Präsidenten Bashar al Assad in Ankara beiderseits bekräftigt. (Quelle:
(APA) Der Standard, 09.01.2004)
Assad: Keine
Differenzen über den Irak
Staatsbesuch
in der Türkei /
Abkommen unterzeichnet
ISTANBUL,
7. Januar. Der syrische Staatspräsident Assad hat am zweiten Tag seines
Staatsbesuchs in der Türkei hervorgehoben, daß zwischen beiden Staaten
keine Meinungsverschiedenheiten zum Irak bestehen. Nach Gesprächen mit
Außenminister Gül und Generalstabschef Özkök sagte Assad, sowohl Syrien
als auch die Türkei träten für die "territoriale Integrität und den Fortbestand
der Unabhängigkeit" des Iraks ein, beide Staaten seien also gegen die Gründung
eines kurdischen Staats. Assad traf auch mit dem türkischen Außenhandelsminister
Tüzmen zusammen. Beide Staaten unterzeichneten Ab-kommen zur Vermeidung
der Doppelbesteuerung und zur Förderung von Investitionen. An diesem Donnerstag
schließt Assad seinen dreitägigen Besuch in Istanbul ab, wo er mit Vertretern
der türkischen Privatwirtschaft sprechen wird.
Die türkischen
Medien haben den ersten Besuch eines syrischen Staatspräsidenten seit Gründung
der Republik Syrien sehr positiv aufgenommen. So schrieb die liberale Zeitung
"Radikal", Syrien sei mit Assads Besuch ein Verbündeter geworden. An diesem
Donnerstag wird der türkische Minister-präsident Erdogan den israelischen
Botschafter in An-kara empfangen. Der hatte ihn schon vor der Ankunft Assads
besucht und dabei Erdogan einen Brief der israelischen Regierung für den
syrischen Staatspräsidenten überreicht. Dabei habe er Er-dogan gebeten,
zwischen den beiden Ländern zu vermitteln. Die türkische Presse hob ebenfalls
hervor, daß Erdogan bei seinem Besuch in den Vereinigten Staaten, wohin
er am 26. Januar reisen wird und wo er im Weißen Haus von Präsident Bush
empfangen wird, Botschaften von Assad überbringen solle. (Quelle:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2004)
Syrien - größter
Waffenlieferant des Irak
Washington
- Nach einem Bericht der Los Angeles Times Ende des letzten Jahres, wurden
bevor im März die Vereinigten Staaten in den Irak einmar-schierten, Verträge
über Waffenlieferungen und Ausrüstungen in Millionenhöhe an den Irak in
ei-ner, von einem Cousin des syrischen Präsidenten Bashar Assad geleiteten
Firma, unterzeichnet.
Im ersten
Teil der zweiteiligen Dokumentation aus Damaskus, berichtet die Times,
“1000 schwere Maschinengewehre und 20 Millionen Gewehrmuni-tion, von SES
International Corp .geliefert, hätten Bagdads schlecht bewaffneter Armee
zu einer bes-seren Ausstattung vor Kriegsbeginn verholfen. Möglicherweise
würden diese Lieferungen jetzt bei den Aufständen gegen die von den US
angeführte Besetzung helfen.“
Die von der
Times zitierten Unterlagen wurden im verlassenen Büro der Al Bashair Trading
Co. von einem Reporter des deutschen Magazins „Der Stern“ kurz nachdem
die US Truppen in Bagdad einmarschiert waren, gefunden.
Die Zeitung
hat 800 unterzeichnete Verträge aus dem Arabischen übersetzen und während
einer dreimonatigen Untersuchung international bestäti-gen lassen.
Darunter sind
laut Times folgende Daten:
· Eine polnische
Firma verschiffte bis zu 380 Boden-Abwehraketen durch Syrien nach Bagdad
· Eine südkoreanische
Firma für 8 Millionen US Dollar Telekommunikationsausrüstun-gen für die
Luftabwehr
· Eine Firma
aus Slowenien lieferte 20 Ge-schütze für Kampfpanzer Anfang 2002 an die
syrische Firma
· Zwei nordkoreanische
Vertreter sprachen in Damaskus über eine irakische Zahlung für Teile von
Missilen in Höhe von 10 Millionen
In einem geheimen
Bericht der U.N., so die Times, wird Al Bashair als die größte von 13 Firmen,
die das US Embargo und andere Sanktionen umgehen konnten, angesehen. In
den Neunzigern machte Al Bashair Geschäfte bis zu 1 Milliarde US Dollar
im Jahr.
Nach der irakischen
Invasion von Kuwait 1990, verhängten die Vereinten Nationen einvollständiges
Waffenembargo, Handelsverbot, froren irakische Vermögen und internationale
Handelsabkommen ein. Alle Abkommen wurden verletzt, sogar die gesperrten
Auslandsvermögen, als der Irak angebli-che Zuckerkäufe zur Geldwäsche benutzte
und dann das Geld in ausländische Banken brachte.
Die Anfragen
der Times in Bezug auf die Aktivitäten des SES wurden vom syrischen Außenministerium
nicht beantwortet. SES schickte der Zeitung eine e-mail, in der sie jede
Beteiligung am Schwarzmarkthandel bestritt, auf spezielle Fälle ging sie
nicht ein. (Reuters, 30. 12. 03)
Protest der
von Ankara unterstützten Turkmenen und arabischen Siedlern in Kirkuk
Kirkuk-Kurdistan
- Nach Wochen anti-kurdischer und anti-föderaler Kampagnen protestierten
ein paar hundert Personen vor dem Regierungsgebäude der ölreichen kurdischen
Stadt Kirkuk.
Die Protestierenden
kamen hauptsächlich aus den stark arabisierten Städten Hawija, Tarjil und
Tuz Kharmatu. Aus Kirkuk selbst gelang es den Organi-satoren nicht, Unterstützung
zu erhalten.
In Sprechchören
protestierten sie gegen den Födera-lismus. Zwei Personen wurden getötet
und weitere verletzt. In arabischen Medien, wie Al-Jazeera, wurden schnell
Kurden beschuldigt, während der BBC das nicht bestätigte.
Das abgesetzte
Saddam-Regime hatte kurdischen Gebiete, besonders Kikuk, mit arabischen
Stämmen aus dem Südirak, mit verlockenden Angeboten, besiedelt. Dadurch
waren Kurden, die dort Tausende von Jahren gelebt hatten, zwangsweise vertrieben
worden. (Quelle: KurdishMedia.com, 31.12.03)
Powell unterstützt
„Historische Identität der Kurden“
Washington
- Außenminister Colin Powell bot den Kurden bei ihrem Bestreben ihre historische
Identi-tät im Nachkriegs Irak zu behalten, US-Unter-stützung an.
Die kurdische
Region reicht fast vom Norden bis ins Zentrum des Iraks. Sie stand während
Saddam-Regierung unter US und britischem Schutz und ist weiterhin ein fast
autonomer Teil des Irak. Powell sagte, dass die Kurden ihre historische
Identität mit einer geografischen verbinden möchten. Aber es stünde wohl
fest, dass dieser Teil weiterhin Teil des Irak bleiben müsse.
Eine endgültige
Entscheidung darüber sollten die Iraker selbst treffen.
20% Prozent
der irakischen Bevölkerung sind Kur-den, man schätzt sie auf etwa 4-5 Millionen.
Ein hoher amerikanischer Diplomat erklärte dazu, dass die Türkei, ein wertvoller
Verbündeter, sicher sein möchte, dass der Einfluss der Kurden nicht über-proportional
und so zur Unabhängigkeit Kurdistans führen könnte.
Die Türkei
hat eine große kurdische Bevölkerung. Erst 1999 endete nach 15 Jahren der
Aufstand kur-discher Rebellen in der Türkei, aber da sie jetzt ihre Basen
im Nordirak haben und zum Kampf bereit sind, befürchtet die Türkei, dass
die Kurden dort in einem autonomen Gebiet lebend, ihre Unabhängigkeit erklären
und die Aufstände in ihrem Land wieder aufleben könnten.
Am 26.Januar
wird der türkische Ministerpräsident Erdogan in Washington zu einem Besuch
erwartet. (Quelle: AP, 06. 01.04)
Syrien und
die Türkei warnen Iraks Kurden vor Absplitterung
Ankara - Die
Staatsoberhäupter der irakischen Nachbarn, Syrien und der Türkei, bekräftigten
die Unteilbarkeit des Landes. Damit warnten sie die Kurden, die eventuell
die Bildung eines unabhängigen Staates im Norden des Landes anstreben könnten.
Außenminister
Colin Powell sagte dazu in Wa-shington, die Vereinigten Staaten glaubten,
dass die Iraker selbst über die nördliche kurdische Region entscheiden
sollten, „absolut klar“ sei allerdings, dass sie Teil des Irak bliebe.
Diese Erklärungen
kamen, nachdem der Irakische Regierungsrat Einzelheiten von der neuen iraki-schen
Regierung bekannt gegeben hatte. Irakisch kurdische Vertreter hatten nach
größerer Autonomie für den ölreichen Norden und nach einem Föderalen Irak
verlangt.
Obwohl die
kurdischen Vertreter nicht nach Unab-hängigkeit verlangt hatten, fürchtet
die Türkei, dass wachsende Autonomie und Staaten auf ethnischer Identität
basierend den Willen zu Separatismus fördern könnten.
Kurdische
Rebellen in der Türkei hatten einen 15 Jahre andauernden Krieg, der 37.000
Leben kostete, für die Autonomie im Südwesten der Türkei ge-führt.
Von türkischer
Seite wurde wiederholt gesagt, dass man die kurdische Unabhängigkeit im
Irak nicht hinnehmen würde, die ihrer Meinung nach zum Auseinanderfallen
des Landes und zur Destabilisierung der Region führen würde. In den angrenzenden
Ländern, wie dem Iran, Syrien und der Türkei leben große kurdische Minderheiten.
„Wir verurteilen
alle Versuche die territoriale Integrität des Irak zu beschneiden“, sagte
Syriens Präsident Bashar Assad während des ersten Besuches eines syrischen
Staatsoberhauptes bei seinem türkischen Amtskollegen; Sezer. Er fügte hinzu,
Syrien und die Türkei „teilten die gleichen Ansichten in Bezug auf die
territoriale Integrität und seine nationale Einheit. Wir stimmen überein,
dass die Türkei und Syrien als zwei Nachbarländer des Irak, entschlossen
diese Ziele zu verfolgen werden.“
Bei einem
früheren Interview bei CNN-Türk-Television hatte Assad gesagt, ohne territoriale
Integrität im Irak könnte man nicht über Stabilität dort oder in ihren
Ländern sprechen - sie seien nicht nur gegen einen kurdischen Staat sondern
gegen jeden Staat, der die Integrität des Irak verletzen würde. (Quelle:
Chigago Sun-Times, 7. Januar 2004)
Bundesamt lehnt
Asylantrag der
Familie Vurucu
ab
Die Abschiebung
der kurdischen Familie Vurucu scheint beschlossene Sache zu sein.
Das anhaltende
Engagement der Schüler der Stadt-allendorfer Landgräfin-Elisabeth-Schule
und der Georg-Büchner-Schule, die sich dafür einsetzen, dass die Familie
Vurucu in Deutschland bleiben darf, ist mit dem ablehnenden Bescheid des
Bun-desamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Gießen deutlich
getrübt. Dennoch setzt die Schülervertretung (SV) auf ein Schreiben an
den Bundespräsidenten Johannes Rau als letztes Mittel...
Aus Angst
in die Türkei abgeschoben zu werden, wählte der sechsfache Familienvater
Hüseyin Vu-rucu am 9. Februar 2002 den Freitod. Seitdem wird dessen Ehefrau
Sultan Vurucu nach eigenen Anga-ben von ihrem Schwiegervater bedroht. Telefonisch
sowie per Einschreiben habe sie Morddrohungen erhalten.
Auch wenn
Sultan Vurucu und ihre in Stadtallen-dorf lebenden Kinder Yunus, Baris,
Serkan, Enver und Ferdi diese angekündigte Blutrache sehr ernst nehmen,
heißt es im Bescheid des Bundesamtes: „Blutrache ist keine politische Verfolgung...
Auch der in diesem Zusammenhang vorgelegte Brief des Schwiegervaters der
Antragstellerin stellt kein ge-eignetes Beweismittel dar.“
Der Rechtsanwalt
der Familie, Ludwig Müller-Volck aus Frankfurt, hat gegen den Bescheid
Klage eingereicht. Allerdings hat die keine aufschiebende Wirkung. Die
Ausländerbehörde kann die Familie jederzeit abschieben. Müller-Volck geht
aber nicht davon aus, dass dies noch vor Weihnachten gesche-hen wird...
(Quelle: Oberhessische Presse, 20.12.03)
Flüchtlinge
ertrunken
In der Nacht
vom 19.12. sind 69 Flüchtlinge auf dem Wege von Marmaris nach Rhodos bei
einem Unwetter 9 Meilen vor dem Festland ertrunken. Die Flüchtlingen aus
dem Iran, Afghanistan und Jor-danien sollen sich von Istanbul aus auf den
Weg ge-macht haben. So berichtete der einzige Überle-bende, Hüseyin Datkanu
Maru (21), der 15 Stunden nach dem Unfall an ein Brett geklammert auf-gefunden
wurde. (Quelle: Radikal vom 22.12.2003)
Flüchtlingsdrama
Nach dem Unfall
in der Ägäis äußerte sich der Gouverneur von Mugla, Hüseyin Aksoy, zu dem
Problem mit den Flüchtlingen. Er sagte, dass in den letzten drei Jahren
allein in dieser Provinz 6.580 Menschen gefasst wurden, die illegal das
Land verlassen wollten. In den letzten zwei Jahren hätten 85 Fluchtwillige
das Leben verloren und 130 seien “verschwunden”. (Quelle: Radikal vom 27.12.2003)
Boot der Küstenwache
gesunken
Auf der Suche
nach illegalen Grenzgängern ist in der Nähe von Mersin ein Boot der Küstenwache
bei Unwetter gekentert. Der Gefreite Murat Aygen kam ums Leben und drei
Soldaten wurden verletzt. Die Küstenwache hatte Mitteilung erhalten, dass
78 Personen das Land über den Ort Yesilovacik ver-lassen würden. Um ihnen
den Meeresweg abzu-schneiden, machten sich Boote der Küstenwache auf den
Weg. Wegen der schlechten Wetterlage kenterte des Boot des Gefreiten jedoch.
Die 78 Ausreisewillige, darunter 72 aus der Türkei, wurden gefasst, noch
bevor sie das Schiff, das sie nach Italien bringen sollte, besteigen konnten.
Neben den “Illegalen” wurden auch 3 Schlepper gefasst. (Quelle: Radikal
vom 27.12.2003)
Wie zuvor auch
diesmal möchten wir an Sie appellieren, uns mitzuteilen falls Sie eine
e-mail-Adresse haben, denn der Versand über e-mail ist kostengünstiger
und schneller.
Wir möchten
Sie gleichzeitig auf unsere web-Seiten hinweisen, die interessante Beiträge
enthält:
· Presseerklärung
zu HAK-PAR (IMK e.V., 16.01.04)
· Der Chef
des irakischen Regierungsrates in Berlin (Frankfurter Rundschau, 19.12.2003)
· EKD setzt
sich bei den OSZE für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in
der Türkei ein
· Emanzipation
der Iraker: Außenminister Zebari fordert UN in New York zur Hilfe auf (SZ,
17.12.2003)
· Im Augenblick
der Freiheit (taz Nr. 7235 vom 16.12.2003)
· Assad kokettiert
mit Massenvernichtungswaffen (Artikel erschienen am 7. Januar 2004)
· In der Türkei
will Assad die Isolation Syriens durchbrechen (Text: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 06.01.2004, Nr. 4 )
· Prüfstein
für einen neuen Irak (Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2004,
Nr. 6 / Seite 3)
· Reaktionen
die Verhaftung Saddams
· Burkay’s
Kommentar zum EU-Fortschrittsbericht
· Korridor
durch Kurdistan (Ostwest Wochenzeitung, 05.12.03)
· AI-Bericht:
Ein bischen Folter in der Türkei … (FR, 10.12.03)
· Wenn nicht
nur Gott Zeuge ist (SZ, 03.12.03)
· Talabani:
Irakisches Grundgesetz bis Februar 2004 fertig
· Deklaration
von KDS: Für ein neues Syrien
· Ein Reformer
im Haifischbecken (taz, 10.12.03)
· Der Spiegel
47 (17.11.03)
· Die Zeitspielt
für irakische Kurden (FAZ, 20.11.03)
· In Kirkuk
wehen viele Fahnen (Der Bund, 10.11.03)
· Interview
in der iranischen Zeitung (Memri, 27.11.03)
· Viele Fahnen
in Kirkuk (NZZ, 11.10.03)
· Situation
der Kurden im Iran
In Englisch:
· IRAQ: Interview
with Arbil Governor Akram Mantik (IRIN, 16 December 2003)
· Iraqi Kurdish
claim for federalism - A Kurdish-Arab Partnership
· Iraqis plan
a tribunal for Saddam (The New York Times, December 15, 2003)
· Kurdistan
will be virtually independent (The Bitter Lemons International Edition
21, Volume 1 - December 18, 2003)
· The Arab
Media Reaction to Saddam's Arrest: Part II (MEMRI Special Dispatch, 17.
Dezember 2003)
· SYRIA TRYING
TO STOP IRAQ BORDER CROSSING (AP, December 21, 2003)
· Syria was
Iraq's top weapons (AP, Editor on Tuesday, December 30, 2003 )
· Syria Builds
an Air Bridge of "Volunteers" to Iraq (Washington DC - January 5, 2004)
· Powell Back
Kurds' 'Historical Identity” (6 January 2004 / by Barry Schweid, The Associated
Press)
· Kurdish
leaders must set their priorities right (KurdishMedia.com - 07 January
2004)
· "Egoyan
awaits details about Turkish film ban": Country seemed open to dialogue
(7 January 2004, The Toronto Star)
· "Syria,
Turkey warn Iraqi Kurds against breaking away" (Source: 7 January 2004
/ Chicago Sun-Times)
· Trial against
4 lawyers of the Diyarbakir (Balkan Human Rights, 10/12/2003)
· The Human
Rights Association of Turkey (IHD), at a press conference on December 2,
2003
· Turkish
army warns government (Washington Times, 25 November 2003, by Andrew Borowiec)
· Turkish
red tape blocking Kurdish language course (AFP, November 24, 2003)
· Interview:
Iraqi Kurdish leader Jalal Talabani (Ibrahim Khayyat, Al-Hayat, London,
England, Nov. 22, 2003)
· Iraq's Kurds
say don't want independence (07/12/2003, Reuters - By Jeremy Lovell)
· Saddam Hussein
captured: Kurdish official (AFP, 14 December, 2003)
· Three Turks
arrested in connection with Kirkuk suicide blast (Sunday, November
23 2003 @ 05:11 PM CST)
· Syrian court
to rule in February in trial of two Kurdish leaders (AFP , DAMASCUS / 7
December 2003)
· The Execution
of Two Kurdish Political Prisoners in Iran (Democratic Party of Iranian
Kurdistan - Bureau of In-ternational Relations), 8 December 2003)
Diese Beiträge
tragen nicht unbedingt unsere Meinung, sondern geben die aktuell für unser
Themengebiet interes-santen Diskussionen wieder. Besuchen Sie doch einmal
www.kurden.de.
Mit freundlichen
Grüßen,
Ihre Redaktion
"Mord im Namen
der Ehre"
Entwicklung
und Hintergründe von "Ehrenmorden" –
eine in Kurdistan
verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen
Eine besonders
verabscheuenswürdige Form der Gewalt gegen Frauen sind die "Morde im Namen
der Ehre," die bis heute im Nahen Osten und vor allem auch in Kurdistan
üblich sind, ja sogar in den letzten Jahren häufiger geworden zu sein scheinen.
Immer wieder werden dort Frauen ermordet, nur weil sie in Konflikt mit
den rigiden herrschenden Moralvorstellungen geraten sind.
Was sind die
Gründe dafür, dass zahlreiche Frauen umgebracht werden, nur um die
angeblich durch sie befleckte Familienehre zu reinigen? Stehen die "Ehrenmorde"
mit dem Erstarken des Islam und seinen Moralvorstellungen im Zusammenhang?
Warum sind diese Morde vor allem in Kurdistan zu beobachten, handelt es
sich bei ihnen etwa um eine "kurdische Tradition"? Diesen Fragen gehen
in diesem Buch zwei kurdische Wissenschaftlerinnen nach. Die Rechtsanwältin
Hamiyet Izol untersucht das Phänomen in den türkischen Teilen Kurdistans,
Dr. Mukaddes Sahin in den irakischen Teilen des Landes, vor allem in den
sog. kurdischen Selbstverwaltungs-Gebieten, die schon vor dem Sturz des
Saddam-Regimes dem Zugriff des Tyrannen entzogen waren. Johannes Düchting
informiert darüber, wie das deutsche Flüchtlingsrecht mit Frauen umgeht,
die Gefahr laufen, in ihrer Heimat Opfer von "Ehrenmorden" zu werden.
Zu beziehen
über IMK e.V. Preis: 12,-- Euro (incl. Versandkosten)
der IMK e.
V. möchte alle Interessierten und MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit
darauf hinweisen, dass wir eine neue Publikation herausgegeben haben. Thema
dieser Publikation ist „Traumatisierte kurdische Flüchtlinge in Deutschland“
und trägt den Namen der gleichnamigen Fachtagung, die vom 15.-16. Juni
2001 im Maternushaus in Köln, stattfand:
„Odyssee ins
Ungewisse“
Durch Herrn
Dr. Ilhan Kizilhan wird ausführlich über die spezifischen Fluchtursachen
der Kurdinnen und Kurden in Nordkurdistan berichtet. Er gibt einen historischen
Überblick der Flüchtlingsentwicklung und geht auf die wirtschaftliche und
soziale Lage der Menschen in Nordkurdistan ein.
Herr Prof.
Ferhad Ibrahim und Herr Abubekir Saydam behandeln das Thema: „Fluchtursachen
aus dem Irak und Südkurdistan – Gibt es eine innere Fluchtalternative?“
Sie schildern die aktuelle Situation im Irak und in Sürkur-distan und berichten
von Stationen der Traumatisierung.
„Fluchtwege“
ist das Thema von Herrn Jürgen Hoppe, Journalist. Hier werden die Methoden
und Vorgehensweisen von Schleppern oder Schleusern erläutert, die für hohe
Geldsummen, Flüchtlinge unter oft unmenschlichen Bedin-gungen nach Deutschland
schleusen.
Frau Dipl.
Psychologin Hamidiye Ünal spricht über traumatisierte Flüchtlinge in Gesellschaft
und in Therapie. Sie geht auf Foltermethoden und auch auf die psychosoziale
und rechtliche Situation der Flüchtlinge in Deutschland ein. Besonders
behandelt wird das Thema „Trauma“, von den Folgen über Symptome bis hin
zu Beratung und Therapie.
Das Thema
„Möglichkeiten der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen im Herkunftsland
Türkei“ wird exem-plarisch anhand einer Prozessbeobachtung in Izmir von
Dr. med. Nesmil Ghassemlou behandelt. Anschliessend wer-den die Voraussetzungen
für eine erfolgversprechende Behandlung und die Behandlungsmöglichkeiten
erörtert.
Die 64-seitige
Publikation (Format DIN A4) kann in gebundener Form bei uns gegen die Entrichtung
eines Betra-ges von 8,00 Euro (inkl. Versandkosten) bestellt werden.
Neue Studie:
AUSLÄNDER IM EIGENEN LAND - Die Situation staatenloser Kurden in Syrien
In der Provinz
Hasaka wurde 1962 ca. 120.000 Kurden die syrische Staatsangehörigkeit entzogen,
sie wurden so zu Staatenlosen, zu Ausländern im eigenen Land.
Die vorliegende
Dokumentation beschäftigt sich mit der Situation dieser Bevölkerungsgruppe.
Unser Ziel ist es, in einem ersten Schritt sowohl die Hintergründe ihrer
Ausbürgerung als auch deren bis in die Gegenwart reichende Folgen darzustellen.
Gezeigt wird, dass die Ausbürgerungskampagne von 1962 integraler Bestandteil
der allgemei-nen Arabisierungsbestrebungen der syrischen Regierung gewesen
ist und dass die syrische Politik gegenüber den (staatenlosen) Kurden bis
in die Gegenwart durch diese Arabisierungslogik geprägt wird.
In einem zweiten
Schritt wird aufgezeigt, gegen welche nationalen Gesetze und internationale
Abkommen die syri-sche Praxis gegenüber Staatenlosen verstößt.
Dieser Teil
der Studie schließt mit einer Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der
Situation der Staatenlosen, die insbesondere an die syrische Regierung,
aber auch an andere internationale Akteure gerichtet sind.
Die Situation
der aus Syrien stammenden „staatenlosen“ Kurden hat inzwischen auch die
deutschen Behörden und Gerichte beschäftigt. Immer mehr dieser Kurden gelingt
die Flucht nach Europa und in die Bundesrepublik Deutsch-land, wo sie,
um ihren Aufenthalt hier zu sichern, zumeist Asyl beantragen.
Lange Zeit
spielte es in den Asylverfahren keine Rolle, ob es sich bei den Asylbewerbern
um Kurden mit oder ohne syrische Staatsangehörigkeit handelte.
Etwa Anfang
2001 änderte sich jedoch die Rechtsprechung hinsichtlich dieses Personenkreises.
Inzwischen werden in Deutschland Asylanträge, die sich darauf stützen,
dass man staatenloser Kurde aus Syrien sei, regelmäßig abge-lehnt. Da zur
Situation staatenloser Kurden kaum Veröffentlichungen in deutscher Sprache
vorliegen, hoffen wir mit unserer Dokumentation einen wichtigen Beitrag
zu diesem Thema geleistet zu haben.
Mit Beiträgen
von Eva Savelsberg, Siamend Hajo und Celal Abbas Kömür sowie Johannes Düchting
Zu beziehen
über IMK e.V. Preis: 10,- Euro (incl. Versandkosten)
ISSN 1438- 08 Herausgeber: IMK e.V., Postfach 07
38, D-53137 Bonn, Telefon: + 49 228 362 802,
Fax: + 49 228 363 297, e-mail: IMK-Bonn@t-online.de und imkkurds@aol.com
Besuchen sie auch unsere Website: http://www.kurden.de
Verantwortlicher Leiter: Abubekir Saydam Abonnementbedingungen
(pro Jahr):· Stiftungen, Parteien, Regierungen und internationale Organisationen
sowie Gremien: Euro 92,00 · Gerichte, Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen,
Flüchtlingsberatungsstellen: Euro 46,00 · Förderabonnement, Einzelpersonen
und kleinere Vereine: Euro 31,00 Spendenkonto: Volksbank
Bonn (BLZ: 380 60 186), Konto-Nr.: 201 246 90 23
Kurdische Parteien
sowie kurdische und prokurdische Nichtregierungs-organisationen in Deutschland
planen für den Samstag, 07. Februar 2004 eine zentrale Demonstration und
Kundgebung in Köln.
Ziel dieser
Aktion ist:
· Unterstützung
der kurdischen Parteien in Südkurdistan (Nord-irak) für eine föderale Bundesrepublik
Irak
· Protest gegen
die Einmischung der Nachbarstaaten, insbesondere der Türkei, in die inneren
Angelegenheiten Iraks
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