Internationaler
Verein für Menschenrechte der Kurden
IMK Wocheninformationsdienst
Datum:
01. Mai – 19. Mai 2003
Nummer: 190-191
Verfahren gegen
Dr. Alp Ayan
Der dritte
Gerichtstermin in dem Verfahren gegen Dr. Alp Ayan, Psychiater bei der
Zweigstelle das TIHV in Izmir, Ecevit Pirotlu, Metin Zengin und Gonca Coban
wegen Verstoß gegen Art. 159 TStG (Beleidigung der Sicherheitskräfte)
fand heute am Strafgericht in Izmir statt.
Das Verfahren
wurde eingeleitet im Zusammen-hang mit einer Pressekonferenz, die am 10.
Februar 2001 gehalten wurde, und in der die neuen F-Typ-Gefängnisse und
die Operationen in verschiedenen Gefängnissen kritisiert wurden. Die Operationen
führten zu dem Tod von32 Personen und wurde als Massaker verurteilt, für
das das Justizministerium und die Gendarmerie verantwortlich waren. Der
Staatsanwalt von Izmir interpretierte die Erklärun-gen als Beleidigung
des Justizministeriums und der Gendarmerie und leitete gegen Dr. Alp Ayan
und die anderen Angeklagten ein Verfahren nach Art. 159 ein. Die ersten
Gerichtstermine fanden im Oktober und Dezember 2002 statt.
Dr. Alp Ayan,
seine Rechtsanwälte und viele einheimische und internationale Beobachter
sind zu dieser Gerichtsverhandlung gekommen. Das Ge-richt hat entschieden,
dass es nicht zuständig sei, weil die Änderungen des Art. 159 (welche die
Zuständigkeit der Gerichte für schwere Strafen aufheben) erst nach der
Straftat vorgenommen wurden. Deshalb wurde das Verfahren an das Gericht
für schwere Strafen zurückverwiesen. Aber das Gericht für schwere Strafen
hat sich ebenfalls für nicht zuständig erklärt wegen der Änderung des Art.
159. So wurde das Verfahren an das Kassationsgericht verwiesen, um die
Frage der Zuständigkeit zu klären.
Als Beobachter
waren bei der Gerichtsverhandlung anwesend: Dr. Inge Genefke (Ehren-Generalsekre-tärin
des IRCT), Torben Lund (MdE, Dänemark), Dr. Astrid Sochting (ai), Dr. Christian
Pross (Direktor des BZFO), Dr. Waltraud Wirtgen (ai), Dr. Nesmil Qassemlou,
(IPPNW), Elsa Le Pen-nec,(OMCT), Ralf Breth (deutscher Generalkonsul in
Ýzmir), Yavuz Önen (Vorsitzender des TIHV), Dr. Mustafa Vatansever (Generalsekretär
der Ärztevereinigung Izmir), Prof. Dr. Veli Lök, (Repräsentant des TIHV
in Izmir)
(Quelle: PE
der Zweigstelle des TIHV in Izmir, 24.04.03)
Gendarmen erschiessen
Fahrer
Am 26. April
wurde in der Nähe der Kreisstadt Baskale (Van) der Fahrer Çetin Kahraman
(25) von Soldaten der Gendarmerie erschossen. Wie verlau-tete, warteten
die Soldaten an der Strasse, weil sie einen Hinweis auf den Transport von
geschmuggel-tem Benzin erhalten hatten. Der Fahrer soll dem Befehl anzuhalten
nicht nachgekommen sein und auf die Soldaten zugefahren sein. Bei der anschlies-senden
Durchsuchung des Fahrzeugs wurde nichts Illegales gefunden. Von offizieller
Seite verlautete, dass die Soldaten auf die Reifen geschossen hätten, der
Bruder des Fahrers, Ali Kahraman, meinte je-doch, dass die Soldaten seinen
Bruder mit 5 geziel-ten Schüssen getötet haben. (Quelle: Cumhuriyet, 28.04.2003)
Polizisten
aus Manisa gehen
vor den Europäischen
Menschenrechtsgerichtshof
(EMRG)
9 der 10 Polizisten,
die wegen der Folter an den Jugendlichen von Manisa verurteilt wurden,
haben sich an den EMRG gewandt. Ihr Anwalt begründete den Antrag mit der
Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren, Beeinträchtigung bei der
Anwendung von Rechtsmitteln und Verletzung des Prinzips der Unschuldsvermutung.
Der einzige Polizist, der nicht vor den EMRG zieht, ist Turgut Demirel,
der sich auch als Erster vor einigen Tagen gestellt hatte, um seine Strafe
anzutreten. (Quelle: Radikal, 28.04.2003)
Islamisten
verurteilt
Das SSG Istanbul
sprach am 25. April das Urteil in einem Verfahren gegen 10 vermeintliche
Mitglieder der Organisation “Federal-Islam-Staat Anatolien” (AFID). Bülent
Kaplan wurde als Mitglied einer bewaffneten Bande zu 12,5 Jahren Haft verurteilt.
Seref Alçik, Mehmet Nacak und Ismet Demir wur-den wegen der Unterstützung
einer bewaffneten Bande zu 45 Monaten Haft verurteilt. Ahmet Bayoglu, Kamil
Arslan, Ahmet Yagli, Ertan Dogan, Idris Dinçer und Selahattin Karakaya
wurden frei-gesprochen. (Quelle: Cumhuriyet, 26.04.2003)
MdEPs beobachten
das Verfahren
gegen Leyla
Zana:
Nichts hat
sich geändert
Die Presseabteilung
des Europa-Parlamentes be-richtete am 28.04.2003, dass die ad hoc-Delegation
des Europa-Parlamentes, die zur Beobachtung des aufgrund einer Entscheidung
des Europäischen Ge-richtshofs für Menschenrechte – das das erste Verfahren
als unfair erklärt hatte - wiederaufgenommenen Verfahrens gegen die vier
kurdischen Abgeordneten – unter ihnen Leyla Zana – Entäuschung über die
Art und Weise geäußert haben, in der das Verfahren gegen Leyla Zana durchgeführt
wird. Der Vorsitzende der Delegation, Joost Lagendijk (Grüne/EFA, NL) berichtete,
dass die Rechtsanwälte nicht mit den Zeugen direkt sprechen durften und
dass der Verteidigung nicht erlaubt wurde, ihre Aufgabe korrekt durchzuführen.
Lagendijk sagte: “Nichts hat sich seit dem Verfahren 1994 geändert”...
Herr Lagendijk
sagte. “Wir waren vielleicht zu optimistisch als wir dachten, dass das
Verfahren in Übereinstimmung mit den Reformen, die im türki-schen Parlament
stattfinden, durchgeführt würde.” Seiner Meinung nach bietet das Verfahren
der Tür-kei eine politische Chance seine demokratischen Verpflichtungen
darzustellen...
Überwachung
von NGOs
Vier Tage
bevor Bülent Ecevit aus seinem Amt als Premierminister schied, hat er noch
einen "Rat zur Entwicklung von Organisationen der Zivilgesell-schaft" ins
Leben gerufen. Dieser Rat wird dem Nationalen Sicherheitsrat unterstellt
sein. Nach dem Erlass vom 7. November 2002 werden diesem Rat der Hauptstellvertreter
des Generalsekretärs im Nationalen Sicherheitsrat, sowie Vertreter aus
dem Staatsministerium für Menschenrechte, dem Staats-ministerium für Stiftungen,
die stellvertretenden Staatssekretäre im Justizministerium, Innenministe-rium,
Aussenministerium, Finanzministerium, Ministerium für Arbeit und soziale
Sicherheit, je ein Vertreter des Geheimdienstes (MIT), des Generalsekretariats
für die EU, dem staatlichen Radio- und Fernsehsender TRT, Generaldirektor
für Stiftungen und der Generaldirektor für den Fond zur PR im Ministerpräsidium
angehören. (Quelle: Hürriyet 29.04.03)
Folter ist
in der Türkei noch
immer weit
verbreitet
Die Internet-Nachrichten-Seite
news.ch berichtete am 01.05.2003 u.a. folgendes:
” ’Die Folter
ist in der Türkei immer noch weit verbreitet.’ Zu diesem Schluss kommt
ein Bericht des Internationalen Verbandes der Menschenrechts-ligen (FIDH).
Der Bericht wurde dem in Genf tagenden UNO-Komitee gegen Folter (CAT) unter-breitet.
Die Türkei
habe wenige Anstrengungen unternom-men, um die Folter abzuschaffen, kritisierte
die nichtstaatliche Organisation (NGO). Die Zahl der Fälle von Folter habe
2002 gegenüber früheren Jah-ren nicht abgenommen...
Die häufigsten
Folteropfer seien Menschen, die po-litischer Verbrechen verdächtigt würden,
hielt FIDH in seinem Bericht fest. Darunter seien vor allem Personen, denen
Verbindungen zu der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) vorgeworfen
werden.
Nach Angaben
von FIDH hat die Türkei neue Foltermethoden entwickelt, die keine physischen
Spuren hinterlassen. Die Folter werde vor allem in den Kurdengebieten angewendet.
Eine grosse Zahl von Frauen seien zudem Opfer von sexueller Gewalt.
FIDH ist vor
allem auch besorgt über die Straffrei-heit der Folterer. Die Justizbehörden
weigerten sich regelmässig, Fälle von Folter zu untersuchen. Es fehle der
Justiz an Unabhängigkeit.”
Verfahren gegen
kurdischen Namen
Am 16. April
endete ein Verfahren gegen Zeki Ge-ris vor der 3. Kammer des Zivilgerichts
in Mersin. Das Verfahren war mit dem Ziel angestrengt wor-den, das er die
Namen seiner Kinder Baver (Glau-be), Xebat (Arbeit) und Ronahi (Helligkeit)
ändere. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab und verwies dabei auf Menschen
unterschiedlicher Herkunft und Religion, die in diesem Lande leben. (Quelle:
Özgür Gündem, 02.05.2003)
Bombenexplosion
In der Nähe
von Mus fanden Kinder Explosiva auf einem Feld. Sie spielten damit. Bei
der Explosion wurden Naile Yavuz (14) und Songül Yavuz (16) verletzt. (Quelle:
Özgür Gündem, 02.05.2003)
Überfall auf
IHD in Ankara
Die Zentrale
und Zweigstelle des IHD wurden heu-te auf Anordnung des Staatsanwaltes
an der 2. Kammer des SSG Ankara vom 29.04.2003 mit der Nummer 2003/447
durchsucht. Nachdem der Staatsanwalt Cengiz Köksal in der Zentrale ange-kommen
war, wurden viele Dokumente und die Computer beschlagnahmt. Das Gleiche
geschah in der Zweigstelle, zu der die Beamten und der Staats-anwalt im
Anschluss gingen. Der Vorsitzende der Zweigstelle, Ender Büyükçulha, sagte,
dass sie le-diglich informiert wurden, dass Ermittlungen nach § 312 TSG
geführt würden, ihnen aber nicht gesagt wurde, auf welches Ereignis sich
das beziehe. (Quel-le: TIHV, 06.05.03)
Polizisten
verurteilt
Vor der 2.
Kammer des Amtsgerichts in Istanbul ging ein Verfahren gegen 4 Polizisten
zu Ende. Der Journalist Abdurrahman Dilipak hatte sich über ih-ren Einsatz
bei einem Protest gegen die Nichtzulassung von Studentinnen mit Kopftüchern
vor der Uni Bogazici im Oktober 2001 beschwert. Das Ge-richt verurteilte
die Beamten wegen Amtsmissbrauch zu einer Haftstrafe von 6 Monaten. Die
Stra-fen wurden in Geldstrafen umgewandelt und zur Bewährung ausgesetzt.
(Quelle: Cumhuriyet, 07.05.03)
Fikret Baskaya
angeklagt
Gegen den
Schrifstseller Fikret Baskaya wurden zwei Verfahren eröffnet, eines im
Zusammenhang mit seinem Buch “Die Pleite des Paradigmas – Einführung in
die Kritik der offiziellen Ideologie” und eines wegen eines Artikels aus
dem Jahre 1993. Das Buch hatte schon zu einem Verfahren geführt, in dem
Fikret Baskaya am 16. August 1993 vom SSG Istanbul zu einer Haftstrafe
von 20 Monaten und einer Geldstrafe von 42 Millionen TL verurteilt worden
war. Selim Okçuoglu, der Besitzer des Ver-lages Doz, war zu 5 Monaten Haft
und einer Geld-strafe von 41 Millionen TL verurteilt worden. Nachdem der
Kassationsgerichtshof das Urteil am 22.12.1993 bestätigt hatte, war Fikret
Baskaya am 18. März 1994 ins Gefängnis gekommen. Er wurde am 14. Juni 1995
wieder aus der Haft entlassen. Das Verfahren vor dem Europäischen Menschen-rechtsgerichtshof
endete mit der Zahlung einer Ab-findung an Baskaya im Jahre 1999. Das erneute
Verfahren soll am 3. Juni vor dem SSG Ankara be-ginnen. Nach Auskunft von
Baskaya wurde es er-öffnet, weil das Buch in Neuauflage erschien. Ihm wird
Separatismuspropaganda zur Last gelegt. In ei-nem weiteren Verfahren wird
sich Fikret Baskaya wegen eines Artikels vom 12.07.1993 verantworten müssen.
Er hatte sich darin zu dem Massaker von Sivas geäussert. Das Verfahren
wurde nach § 159 TSG eröffnet und beruht auf ein Buch mit dem Ti-tel “Gegen
den Strom”. Das vor vier Jahren er-schienene Buch ist mittlerweile in der
3. Auflage erschienen. (Quelle: Yeni Safak, 07.05.03)
Tod von Kindern
im Dorf Esenyamaç
Gegen die
Dorfbewohner Abdulhekim Çeri, Süleyman Çeri, Ayhan Korkmaz, Ensar Toprak,
Meh-met Parlak und Sahyeddin Ugur wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet,
weil sie nach dem Tod der Kinder Dastan Korkmaz und Nihat Ceri am 5. April
im Dorf Esenyamaç des Kreises Baskale (Van) eine Demonstration gegen den
Kommandan-ten der Gendarmeriewache gemacht haben sollen. In der Vernehmung
durch den Staatsanwalt seien sie vor allem gefragt worden, warum sie die
Presse unterrichteten. Der Landrat von Baskale Mustafa Cöggün hat sich
unterdessen bei der Zeitung Özgür Gündem über den Artikel vom 9. April
beschwert und behauptet, dass darin die Soldaten verunglimpft worden seien.
Einer Delegation des IHD, Mazlum-Der und der Anwaltskammer Van hatte der
ermit-telnde Staatsanwalt Ilyas Yavuz berichtet, dass ne-ben den Leichen
der Kinder Teile von Munition ei-nes Raketenwerfers gefunden wurden. Es
soll auf der Gendarmeriewache aber keinen Raketenwerfer geben. (Quelle:
Özgür Gündem, 09.05.03)
Massaker von
Sivas
Inzwischen
hat sich herausgestellt, dass sich die Angeklagten aus dem Verfahren zum
Massaker in Sivas, Adem Agbektas, Adem Bayrak, Mehmet Yilmaz, Sedat Yildirim,
Hayrettin Gül und Etem Ceylan, die in dem Verfahren zu Freiheitsstrafen
verurteilt wurden, in Deutschland aufhalten. Im Fal-le von Adem Agbektas
und Etem Ceylan sollen Klagen gegen die Ablehnung ihrer Anträge auf Asyl
anhängig sein; die Asylbegehren von Bayrak, Yilmaz und Yildirim wurden
abgelehnt und Gül befindet sich in Abschiebehaft. (Quelle: Hürriyet, 09.05.03)
Verschwindenlassen
Am 24. April
2003 wurde der Leichnam von Siddik Kaya am Ufer des Flusses Murat in Bulanik
(Provinz Mus) gefunden. Laut dem Bericht der Gerichtsmedizin war er durch
einen Kopfschuss getötet worden. Vorher hatte man ihm die Augen verbunden,
ihn geknebelt und seine Hände auf dem Rücken gefesselt. Offenbar hatte
man ihm einen Sandsack umgebunden, um die Leiche im Wasser zu versenken.
Siddik Kaya
wurde seit dem 20. November 2002 vermisst, nachdem er das Haus seiner
Schwester in Varto verlassen hatte. Er hatte seiner Schwester gesagt, er
wolle sich mit Celal San, einem Angehörigen der Gendarmerie von Varto,
an einer Brücke am Ortseingang treffen. Trotz intensiver Bemühungen der
Familie von Siddik Kaya und des Türkischen Menschenrechtsvereins (IHD)
blieb das Schicksal des Bauern über sechs Monate lang un-geklärt. (Quelle:
AI-Urgent Action, 19.05.03)
Spendenaufruf
für Südkurdistan
Liebe Mitbürgerinnen
und Mitbürger,
seit einigen
Wochen beobachten wir mit größter Sorge die Entwicklung im Irak. Auch wenn
die un-mittelbaren kriegerischen Handlungen nunmehr be-endet sind, ist
das Land noch lange nicht zur Ruhe gekommen.
Insbesondere
in den kurdischen Regionen des Nordirak herrscht weiterhin große Not. Die
Menschen in dieser Region waren in den letzten Jahrzehnten besonders hart
vom Saddam-Regime betroffen. So wurden über 4.000 kurdische und assyrische
Dörfer zerstört und die hier lebenden Menschen vertrieben. Vor allem in
den Gebieten um Mossul und Kirkuk, die bis vor kurzem noch unter der unmittelbaren
Herrschaft des Saddam-Regimes standen, ist die Zukunft der Menschen ungewiss.
Vor allem in den so genannten Sammeldörfern, wo sich die vertriebenen Menschen
ansiedeln mussten, warten diese darauf, in ihre zerstörten Dörfer zurückzukehren
und diese wieder aufzubauen.
Auch wenn
die UNO bestrebt ist, die Hilfslieferun-gen wieder aufzunehmen, ist die
Versorgung der Menschen noch lange nicht gesichert. Auch die Ge-fahr einer
Invasion durch die türkische Armee ver-unsichert weiterhin die Menschen
in den kurdisch besiedelten Gebieten.
Doch gibt
es auch ermutigende Zeichen und auch Möglichkeiten. In den Gebieten, die
seit 1991 unter kurdischer Selbstverwaltung standen, sind mit der Hilfe
vieler Hilfsorganisationen Hunderte von Dörfern wieder aufgebaut worden.
Eine der Hilfsorganisation, die Gruppe „Dortmunder helfen Kurden“ (DhK)
hat seit 1991 in mehr als 50 Dörfern Wiederaufbauhilfe geleistet.
DhK hat zusammen
mit den betroffenen Menschen und mit der kurdischen Verwaltung in den Gebieten
Barzan, Welati Jeri, Zebar und Berwari Bala dazu beigetragen, den Menschen
eine Existenzgründung zu ermöglichen. So wurden Häuserbau bzw. Rehabilitierung
von Land- und Viehwirtschaft unterstützt, Schulen und Gesundheitszentren
errichtet und eine Trinkwasserversorgung aufgebaut. Die entstandene Zusammenarbeit
hat gute Erfolge gehabt und Wege zur Neustrukturierung der ländlichen Gebiete
erarbeitet.
Dieses Engagement
wollen wir nun fortsetzen. Noch sehr viele Dörfer brauchen eine ähnliche
Hilfe, um Hunderttausenden von Menschen ei-nen Neuanfang zu ermöglichen.
Vor allem in den Gebieten, die bislang unter der Herrschaft des Saddam-Regimes
standen, warten die Menschen auf die Rückkehr in ihre alten Dörfer. Hier
wol-len wir beim Wiederaufbau dieser Dörfer helfen.
Doch, um den
Menschen vor Ort Hilfe leisten zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung
angewie-sen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir erreichen, dass den Menschen
schnelle Hilfe zuteil wird und die Menschen in Kurdistan nicht abermals
die Verlierer der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak sind. Bitte
spenden sie an:
DhK, Stadtsparkasse
Dortmund,
Konto: 001
081 594 (BLZ 440 501 99),
email/Internet:
dhelfenkur@aol.com / www.dhk-ev.de / Tel.: 0231/45 80 74
Hêvî, Bank
für Sozialwirtschaft, Konto: 32 52 800, (BLZ 100 205 00), Tel.: 030/49907612
und 0231/825610
(Gemeinsamer
Aufruf von: Dortmunder helfen Kur-den (DhK), Hêvî – Hilfswerk für Kurdistan
e.V., Gesellschaft für bedrohte Völker (gfbV), Verband der Vereine
aus Kurdistan (KOMKAR), Internatio-nales Zentrum für die Menschenrechte
der Kurden (IMK e.V.))
Kurdische Studenten
in Syrien befinden sich immer noch in Haft
Zwei kurdische
Studenten der Geschichts-Fakultät der Universität Aleppo befinden sich
seit dem 22.03.2003 immer noch in Haft. Die Studenten Sar-had Hussein und
Anwar Ibrahim wurden am 22.03.2003 zusammen mit mehreren kurdischen Studenten
von dem politischen Sicherheitsdienst in Aleppo festgenommen. Bei der Durchsuchung
ihrer Zimmer im Studentenwohnheim wurden Angaben zufolge kurdische Schriftstücke
gefunden. Mehrere Studenten wurden später freigelassen. Sarhad Hus-sein
und Anwar Ibrahim kamen aber bis jetzt nicht frei. Ihnen wurde vorgeworfen,
Mitglieder einer verbotenen politischen Organisation zu sein. Ob-wohl der
Sicherheitsdienst bis jetzt keine Beweise für die Vorwürfe gegen die beiden
Studenten vorbringen konnte, blieben sie bis jetzt in Haft und oh-ne Kontakt
zu ihren Angehörigen und ohne Möglichkeit, sich durch einen Anwalt vertreten
zu lassen.
Hintergrundinformationen
Die politische
und militärische Abteilung des syrischen Sicherheitsdienstes in Kooperation
mit dem Überwachungsbüro haben im März 2003 die Wohnungen und Zimmer
von vielen kurdischen Studenten durchsucht und mehrere festgenommen. Die
Festnahmen dauerten von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen.
Diese Repressalien fanden hauptsächlich im Schatten des Kriegs im Irak
statt.
Wegen ihrer
Aktivitäten an den syrischen Universitäten und Fachhochschulen waren kurdische
Studenten immer ein Ziel der Verfolgung von den Sicherheitsdiensten in
Syrien. Die Maßnahmen ha-ben sich dieses Jahr verstärkt, nachdem die kurdischen
Studenten aktiv an Studentengremien- und Konferenzen teilgenommen
haben. (Quelle: Demokratische Partei Kurdistan-Syrien, 15.05.03)
KDP Iran zum
Ausgang des Krieges gegen Irak
"... Heute
bringen die Erklärungen der Vereinigten Staaten als der weltgrößten Supermacht,
die politi-sche Formation des Mittleren Ostens zu ändern, Tyrannei und
Diktatur zu beenden und Freiheit und Demokratie in der Region zu stärken
- Freude und Hoffnung in die Herzen aller unterdrückten Natio-nen und Menschen,
die unter diesen Diktaturen und reaktionären Regimes leiden. Wir, die Demokratische
Partei des iranischen Kurdistans, als eine kurdische Partei, die einen
bedeutenden Teil der Iranischen Kurden repräsentiert, sind erfreut über
die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die gerechten Ansprüche des
kurdischen Volkes im Irak, und wir hoffen von ganzem Herzen, dass diese
Unterstützung auch praktisch und materiell wird. Zur gleichen Zeit wissen
wir alle, dass der Irak nicht das einzige Land ist, im dem Kurden leben,
und auch nicht das einzige Land ist, in dem Men-schenrechte verletzt und
Freiheit und Demokratie mit Füßen getreten werden. In unserem Land Iran
zum Beispiel leben ebenfalls zehn Millionen Kur-den, denen ihre nationalen
Rechte und die Freiheit geraubt sind, die keine gleichen Bürgerrechte haben
wie ihre Mitbürger. Die Feindschaft der Islami-schen Republik Iran gegen
Freiheit und Demokratie und ihre Bemühungen, Terrorismus zu exportieren,
sind Tatsachen, die keiner Erklärung bedürfen, da das islamische Regime
von Iran in der Welt be-kannt ist. (...)
Bezüglich
Kurdistans sind wir stolz auf die Tatsa-che, dass die irakischen Kurden
und ihre politischen Parteien in den letzten zwölf Jahren in der Lage waren,
der internationalen Gemeinschaft ein positi-ves und erfolgreiches Modell
der Selbstverwaltung zu zeigen, und dass sie eine entscheidende Rolle im
Prozess der Veränderung des Iraks gespielt haben. Wir gratulieren ihnen
deshalb und wir hoffen, dass dieser neue Fortschritt auch das Ende der
Entmutigung, Beraubung und des Leidens bedeutet. Zusammen mit ihren Mitbürgern
repräsentieren sie nun ein erfolgreiches Beispiel des Friedens und der
Brüderlichkeit für die Völker der benachbarten Staaten . ..." (Quelle:
Kurdistan Rundbrief 2/03)
IRANISCHE DISSIDENTEN
Bis zu elf
Jahre Haft
Ein Gericht
im Iran hat 15 Oppositionelle zu Haftstrafen von vier bis elf Jahren verurteilt.
Ihnen wurde zur Last gelegt, das islamische System stür-zen zu wollen.
Die höchste Strafe erhielt Essatollah Sahabi, Chef der liberalen Partei
Religiöse Nationa-listische Allianz. (Quelle: taz, 12.5.2003 (ap)
Studie zum
Kirchenasyl
In
600 Fällen geholfen
Die taz berichtete
am 28.4.2003, dass es nach An-gaben des Netzwerks "Asyl in der Kirche"
seit 1983 600 Fälle von Kirchenasyl in Deutschland gegeben hat. In
70 Prozent der Fälle habe die Abschiebung zumindest vorläufig verhindert
werden können. Derzeit befinden sich 195 Flüchtlinge im Kirchen-asyl.
Viele junge
Kurden beherrschen weder Kurdisch noch Deutsch –
Muttersprachlicher
Unterricht in
deutschen
Schulen
.... ”Muttersprachlicher
Unterricht an Schulen ist in den meisten Bundesländern nichts Besonderes.
In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel vertiefen 84 000 Kinder und Jugendliche
ihre Türkisch-Kenntnisse.
Kurdisch-Kurse
gibt es dagegen nur an sieben Schulen, 150 junge Kurden nehmen daran teil
– ob-wohl zwischen Bonn und Bielefeld knapp 200 000 Kurden leben. In Nordrhein-Westfalen
ist vorge-schrieben, dass sich mindestens 15 Schüler melden müssen, bevor
ein Kurdisch-Kurs eingerichtet wird. ‘In einigen Städten gibt es genügend
Schüler für neue Kurse, doch mit Hinweis auf fehlende Gelder werden sie
von den Behörden nicht genehmigt’, sagt Sabine Skubsch. Sie hat in einer
gerade veröf-fentlichten Doktorarbeit (Kurdische Migration und deutsche
(Bildungs-)Politik, Unrast-Verlag Münster 2002) erstmals den Kurdisch-Unterricht
an deut-schen Schulen untersucht.
Skubsch ist
davon überzeugt, dass nicht nur finanzielle Gründe eine Rolle spielen.
Lediglich in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-West-falen und seit
kurzem in Berlin wird überhaupt an Schulen Kurdisch gelehrt - und das,
obwohl es in Deutschland mehr Kurden als Griechen oder Portugiesen gibt,
für die muttersprachlicher Unterricht in fast allen west-deutschen Bundesländern
selbstverständlich ist. Skubsch: ‘Die Kurden haben keinen eigenen Staat,
sind zudem meist türkische Staatsbürger. Ihre eigene Kultur wurde in Deutschland
lange ignoriert, und die Türkei hat versucht, den Kurdisch-Unterricht zu
verhindern.’ In Niedersachsen haben derzeit rund 600 junge Kurden zwischen
Leer und Hildesheim Unterricht in ihrer Muttersprache, mehr als in allen
anderen Bundesländern zusammen. ‘Das Angebot in Niedersachsen ist vorbildlich.
Wenn es mindestens acht interessierte Kinder gibt, wird Unterricht erteilt,
das ist in Deutschland einmalig’, sagt Skubsch. Schüler aus mehreren Klassen
lernen zwei bis vier Stunden pro Woche gemeinsam. Sie sollen ihren Wortschatz
verbessern und das Lesen und Schreiben trainieren - für die meisten völliges
Neuland. ‘Kurdisch wird nur gesprochen, auch Erwachsene können es nur selten
schreiben und lesen’, betont Skubsch. Bücher für Kinder auf Kurdisch seien
genauso Mangelware wie vernünftige Unterrichtsmaterialien.
Die Vermittlung
der Sprache werde zusätzlich dadurch erschwert, dass es viele verschiedene
kurdische Dialekte und keine von allen akzeptierte Hoch-sprache gebe. Skubsch
räumt ein, dass in den Städten, wo es Kurdisch-Unterricht gebe, das Interesse
oft zu wünschen übrig lasse.
’Meistens
wird der Unterricht nachmittags angebo-ten.’ Entscheidender für sie ist
allerdings das bei vielen kurdischen Eltern verbreitete Desinteresse an
Bildung und das fehlende Sprachgefühl. ‘Mein Kind kann doch Kurdisch, warum
soll es das in der Schule lernen?’ So laute ein häufig gebrauchtes Argument.
’Wenn die
Kinder nicht Kurdisch lesen und schrei-ben lernen, bleiben sie in ihrer
Muttersprache auf einem niedrigen Stand. Ihnen fehlen häufig Wörter, um
ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken zu kön-nen, und das beeinflusst auch
ihre deutschen Sprachkenntnisse und das Denken insgesamt nega-tiv’ - diese
Auffassung von Skubsch wird heute allgemein geteilt. In einer Erklärung
der Kultusministerkonferenz von 1996 heißt es: ‘Für zweisprachige Schülerinnen
und Schüler trägt die Muttersprachenkompetenz in erheblichem Maße zur Identitäts-
und Persönlichkeitsentwicklung bei.’
... Wie sich
der Kurdisch-Unterricht genau auf die Schulleistungen der Kinder auswirkt,
darüber gibt es laut Skubsch keine verlässlichen Aussagen. ‘In NRW war
ursprünglich eine empirische Untersu-chung zu diesem Thema geplant, doch
dann hieß es nur: Das brauchen wir nicht. Wahrscheinlich gibt es kein Interesse
an Daten, die belegen, dass dieser Unterricht sinnvoll ist.’” (Quelle:
FR, 30.4.03)
Verheugen warnt
Türkei nach
Durchsuchung
des
Menschenrechtsvereins
EU-Erweiterungskommissar
Günter Verheugen hat die türkische Regierung mit deutlichen Worten auf-gefordert,
Menschenrechtsorganisationen ungehin-dert arbeiten zu lassen. Die "volle
und uneinge-schränkte Umsetzung aller Gesetzesreformen" sei bei der Bewertung
der Beitrittsfähigkeit der Türkei entscheidend, sagte Verheugen am Mittwoch
vor dem Europaparlament in Straßburg.
Der Sitz des
türkischen Menschenrechtsvereins IHD in Ankara war am 6. Mai von der Polizei
durchsucht worden. Aus dem Archiv nahmen die Beamten zahlreiche Unterlagen,
Ordner, Computer und Disketten mit.
Die Gründe
für die Durchsuchung, die von einem Staatsanwalt des Staatssicherheitsgerichts
in Ankara überwacht wurde, wurden dem Verein nach eigenen Angaben nicht
klar dargelegt.
Die Kommission
sei sehr besorgt über die Durchsu-chung, sagte Verheugen. "Nachdem bei
den vor kurzem beschlossenen politischen Reformen die Grundrechte der freien
Meinungsäußerung und der Vereinigungsfreiheit ausgeweitet wurden, ist die
Verfolgung derartiger Vereinigungen schwer zu verstehen." Die Kommission
habe die Menschen-rechtsvereinigung in der Türkei zwischen 1992 und 1999
mit 309 000 Euro unterstützt.
Die EU-Kommission
wird bis Ende 2004 einen Be-richt zu möglichen Beitrittsverhandlungen mit
Ankara vorlegen. Diese könnten frühestens 2005 beginnen. Die Türkei ist
seit 1999 EU-Kandidat. (Quelle: dpa, 14.05.03)
Kein Prozess
gegen türkische Partei wegen Hilfe aus Deutschland
Gegen die
konservative türkische Mutterlandspartei (ANAP), die nach einem Untersuchungsbericht
des türkischen Innenministeriums finanziell von der Konrad-Adenauer-Stiftung
unterstützt worden sein soll, wird kein Verbotsverfahren eingeleitet.
Die Generalstaatsanwaltschaft
in Ankara gab am Dienstag zum Abschluss von Voruntersuchungen die Einstellung
des Verfahrens bekannt, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu
berichte-te. Für die behauptete Unterstützung gebe es keine hinreichenden
Beweise.
Die pro-europäische
Mutterlandspartei ANAP war im Bericht des Innenministeriums bezichtigt
wor-den, "materielle und pädagogische" Unterstützung aus Deutschland erhalten
und damit gegen die tür-kische Verfassung verstoßen zu haben. Wulf Schönbohm,
Vertreter der Konrad-Adenauer-Stif-tung in Ankara, hatte die Vorwürfe als
"lächerlich" zurückgewiesen. Der frühere ANAP-Vorsitzende Mesut Yilmaz
ist zurzeit Gastprofessor an der Ruhruniversität Bochum.
Erst Anfang
März war die Konrad-Adenauer-Stif-tung zusammen mit den anderen parteinahen
deut-schen Stiftungen in der Türkei in einem Prozess vor dem Staatssicherheitsgericht
in Ankara vom Vorwurf der "Geheimbündelei" und der staatsfeindlichen Aktivitäten
freigesprochen worden. Das Verfahren hatte zu erheblichen Spannungen zwischen
Berlin und Ankara geführt. (Quelle: dpa, 13. Mai 03)
Wie zuvor
auch diesmal möchten wir an Sie appellieren, uns mitzuteilen falls Sie
eine e-mail-Adresse haben, denn der Versand über e-mail ist kostengünstiger
und schneller.
Wir möchten
Sie gleichzeitig auf unsere web-Seiten hinweisen, die interessante Beiträge
enthält:
· Spendenaufruf
für Südkurdistan
· Presseerklärung
des IMK e.V. vom 07. Januar 2003 (Deutsch und Englisch)
· Anmerkung
zum Lagebericht des Auswärtigen Amtes zur Türkei (Deutsch)
· Offener
Brief an die Bundesregierung wegen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei
(Deutsch)
· Gedanken
zum Thema Irak I und II, von Alexander Kauz (Deutsch)
· Kampagne
gegen Straflosigkeit „Gerechtigkeit heilt“ (Deutsch)
· „Die Quadratur
des Kreises , von Ofra Bengio (in Deutsch und Englisch)
· Die gemeinsame
Presseerklärung von GfbV, KOMKAR, Kurdische Gemeinde in Deutschland und
IMK e.V. vom 24. Oktober (in Deutsch)
· Ein Bericht
der Turkish Daily News über das Dorfschützersystem (Deutsch und Englisch)
· Presserklärung
des IMK e.V. zum 40. Jahrestag der rassistischen Sondervolkszählung in
Syrien (Deutsch)
· Eine Analyse
über das Verhalten der türkischen Medien während des Bundestagswahlkampfes
in Deutschland, von Irina Wiessner (Deutsch)
· Pressemitteilung
des Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler
„Irak: Jetzt droht auch noch ein “Krieg im Krieg“
· Aufruf von:
Dilshad Barzani, VERTRETUNG DER REGIONALREGIERUNG KURDISTAN-IRAK IN DEUTSCH-LAND
„Sorgen bezüglich der Intentionen der Türkei im irakischen Kurdistan“
· Pressemitteilung
des IMK e.V. „Nein zur Besetzung Südkurdistans (Nordirak) durch die türkischen
Streitkräfte“
· Kommunique
der gemeinsamen Sitzung der ZKs der KP Iraks und der KP Kurdistans
· Koalition
für ein Demokratisches Syrien (KDS) Umfangreiche Stellungnahme vom 1.5.2003
Diese Beiträge
tragen nicht unbedingt unsere Meinung, sondern geben die aktuell für unser
Themengebiet interes-santen Diskussionen wieder. Besuchen Sie doch einmal
www.kurden.de.
Mit freundlichen
Grüßen,
Ihre Redaktion
Neuerscheinung
Neuerscheinung Neuerscheinung
Die Dokumentation
der Wochenendtagung vom 06. – 08. Dezember 2002 in der Evangelischen Akademie
Bad Boll mit dem Titel „Kurden im Irak und in der Türkei: Ihre Zukunft
zwischen Agas, Sheiks und Öl-Multis“ ist erschienen. Die 56-seitige Dokumentation
kann bei uns für ein Gebühr in Höhe von Euro 6,00 (einschließlich Portokosten)
bestellt werden.
Neue Publikation
der IMK e.
V. möchte alle Interessierten und MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit
darauf hinweisen, dass wir eine neue Publikation herausgeben.
Thema dieser
Publikation ist „Traumatisierte kurdische Flüchtlinge in Deutschland“ und
trägt den Namen der gleichnamigen Fachtagung, die vom 15.-16. Juni 2001
im Maternushaus in Köln, stattfand:
„Odyssee ins
Ungewisse“
Durch Herrn
Dr. Ilhan Kizilhan wird ausführlich über die spezifischen Fluchtursachen
der Kurdinnen und Kurden in Nordkurdistan berichtet. Er gibt einen historischen
Überblick der Flüchtlingsentwicklung und geht auf die wirtschaftliche und
soziale Lage der Menschen in Nordkurdistan ein.
Herr Prof.
Ferhad Ibrahim und Herr Abubekir Saydam behandeln das Thema: „Fluchtursachen
aus dem Irak und Südkurdistan – Gibt es eine innere Fluchtalternative?“
Sie schildern die aktuelle Situation im Irak und in Sürkur-distan und berichten
von Stationen der Traumatisierung.
„Fluchtwege“
ist das Thema von Herrn Jürgen Hoppe, Journalist. Hier werden die Methoden
und Vorgehensweisen von Schleppern oder Schleusern erläutert, die für hohe
Geldsummen, Flüchtlinge unter oft unmenschlichen Bedin-gungen nach Deutschland
schleusen.
Frau Dipl.
Psychologin Hamidiye Ünal spricht über traumatisierte Flüchtlinge in Gesellschaft
und in Therapie. Sie geht auf Foltermethoden und auch auf die psychosoziale
und rechtliche Situation der Flüchtlinge in Deutschland ein. Besonders
behandelt wird das Thema „Trauma“, von den Folgen über Symptome bis hin
zu Beratung und Therapie.
Das Thema
„Möglichkeiten der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen im Herkunftsland
Türkei“ wird exem-plarisch anhand einer Prozessbeobachtung in Izmir von
Dr. med. Nesmil Ghassemlou behandelt. Anschliessend wer-den die Voraussetzungen
für eine erfolgversprechende Behandlung und die Behandlungsmöglichkeiten
erörtert.
Die 64-seitige
Publikation (Format DIN A4) kann in gebundener Form bei uns gegen die Entrichtung
eines Betra-ges von 8,00 Euro (inkl. Versandkosten) bestellt werden.
ISSN 1438- 08 Herausgeber: IMK e.V., Postfach 07 38, D-53137 Bonn,
Telefon: + 49 228 362 802, Fax: + 49 228 363 297, E-Mail: IMK-Bonn@t-online.de
und imkkurds@aol.com Besuchen sie auch unsere Website: http://www.kurden.de
Verantwortlicher Leiter: Abubekir Saydam Abonnementbedingungen
(pro Jahr):· Stiftungen, Parteien, Regierungen und internationale Organisationen
sowie Gremien: Euro 92,00 · Gerichte, Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen,
Flüchtlingsberatungsstellen: Euro 46,00 · Förderabonnement, Einzelpersonen
und kleinere Vereine: Euro 31,00 Spendenkonto: Volksbank
Bonn (BLZ: 380 60 186), Konto-Nr.: 201 246 90 23
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