Internationaler
Verein für Menschenrechte der Kurden
IMK Wocheninformationsdienst
19. April
– 30. April 2003
Nummer: 188-189
Mord und Folter in Sirnak
Der Begleiter von Haci Ölmez, der
am 7. April in der Nähe des Dorfes Andaç im Kreis Uludere der Provinz Sirnak
von Soldaten getötet wurde, Mevlüt Ölmez, wurde am 11. April aus der Haft
entlassen. Er berichtete: “Wir hüteten unsere Schafe ca. 1 Ki-lometer ausserhalb
des Dorfes. Als wir gegen 18 Uhr zurückkehrten, wurden wir beschossen.
Haci starb und Soldaten umringten uns. Ich wurde ge-schlagen und bedroht.
Sie warfen uns vor, ge-schmuggelt zu haben. Ich wurde geschlagen, weil
ich verneinte. In den drei Tagen meiner Haft wurde ich gefoltert, um zuzugeben,
dass wir Schmuggler sind. Unterdessen wurde bekannt, dass eine Delegation
des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses den Ort besuchen will,
nachdem eine Delegation des IHD nicht in den Ort gelassen wurde. (Quelle:
Özgür Gündem, 12.04.03)
Erschiessung von Kindern
Fast 6 Jahre nach der Erschiessung
der Kinder Tur-gay Metin (14) und Cihat Metin (14), die in der Nähe des
Dorfes Güneyce im Kreise Mesudiye (Ordu) von Angehörigen eines Spezialteams
am 23.08.1997 erschossen worden waren, sprach das Landgericht in Ordu das
Urteil. Mustafa Yýlmaz und Ali Þirin wurden freigesprochen, da sie nicht
geschossen hatten. Osman Aygüney (leitet die Sondereinheiten in Kars),
Ýbrahim Kaya , Mustafa Çavdar und Aziz Pullu wurden zu je 48 Jahren Haft
verurteilt. Die Strafen wurden danach auf 10 Jahre Haft reduziert. Das
Verfahren war erst nach 3,5 Jahren eröffnet worden und die Beschuldigten
hat-ten ihren Dienst weitergeführt. (Quelle: Cumhuriyet, 12.04.03)
Folter in Silopi
Isa Tokay gab bekannt, dass sein
Sohn Haci Tokay aufgrund von Folter psychisch krank sei. Im Alter von 17
Jahren sei er am 5. Juni 1999 von Dorf-schützern aus dem Dorf Görümlü festgenommen
und zur Gendarmerie in der Kreisstadt Silopi (Sir-nak) gebracht worden.
Er sei sowohl in Silopi als auch in Sirnak verhört worden und er selber
(der Vater) habe gesehen, wie sein Sohn gefoltert wurde. Er sei mit Stromstössen
behandelt worden, man habe geschmolzenes Nylon auf ihn getropft und ihm
seine Fussnägel gezogen. Nach 21 Tagen sei er ins Gefängnis in Midyat gekommen,
aber nach 2,5 Monaten aus der U-Haft entlassen worden, weil er minderjährig
war. Das Verfahren habe mit Frei-spruch geendet, aber sein Sohn sei nach
der Entlas-sung zwei Wochen lang nicht zu sich gekommen. Ein Arzt in Mardin
habe ihm gesagt, dass er vor einer Schizophrenie stehe. Er habe seinen
Sohn aber nicht behandeln lassen können und ein Antrag auf eine grüne Karte
sei mit den Worten abgelehnt worden, dass es sich um einen Terroristen
handele. Vorsprachen beim Landrat und beim Gouverneur seien ebenfalls erfolglos
geblieben. (Quelle: Evrensel, 16.04.2003)
Bestimmungen für RTÜK
Am 17. April wurden die neuen Vorschriften
für den Hohen Rat für Radio und Fernsehen (RTÜK) im Amtsblatt veröffentlicht
und traten damit in Kraft. Bei einem Verstoss gegen die Vorschriften wird
zunächst eine Warnung ausgesprochen. Die nächste Stufe ist eine Entschuldigung.
Das entsprechende Programm kann untersagt werden, es können Geldstrafen
verhängt werden und schliesslich können Sendungen grundsätzlich verboten
bzw. er-teilte Genehmigungen aufgehoben werden. Ein Pro-gramm kann zwischen
1-12 Mal verboten werden. An dessen Stelle sollen offiziell vorbereitete
Sendungen mit erzieherischem Charakter ausgestrahlt werden. (Quelle: Cumhuriyet,
18.04.2003)
Der stellvertretende Vorsitzender
von HAK-PAR muß ins Gefängnis
Der stellvertretende Vorsitzende
der prokurdischen Partei HAK-PAR wurde von der 2. Kammer des Staatssicherheitsgerichtes
Adana zu einem Jahr Ge-fängnisstrafe verurteilt, weil er bei einem Pressegespräch
am 22.01.02 in Mersin über die Rechtlosigkeit der Kurden und eine demokratisch-friedliche
Lösung des Konfliktes gesprochen hatte. (Quelle: PE vom Vorsitzenden der
HAK-PAR, Abdulmelik Firat, 17.04.03)
Erstmals türkische Polizistin wegen
Folter beschuldigt
In der Türkei wird erstmals eine
Polizistin wegen Folter vor Gericht gestellt. Die Beamtin soll zusam-men
mit vier Kollegen eine fünffache Mutter gefol-tert haben, die im Mai vergangenen
Jahres festgenommen worden sei, berichtete die türkische Tageszeitung "Milliyet"
am Samstag. Die inhaftierte Frau sei von der Polizei sexuell missbraucht
und mit Knüppeln geschlagen worden, zudem habe sie Elektroschocks verabreicht
bekommen und sei mit einem Hochdruckschlauch mit Wasser bespritzt worden,
hieß es unter Berufung auf einen gerichtsmedizinischen Bericht. Die Frau
war in Kiziltepe festgenommen worden, weil sie bewaffnete Anhänger der
verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK unterstützt haben soll. (Quelle:
AFP, 19.04.03)
Kampagne gegen den Film
„Für immer verloren“
Die türkische Tageszeitung Hürriyet
hat gegen die Aufführung des Filmes „Für immer verloren“, der vom Sender
SAT 1 am 28. und 29. April, jeweils um 20.15 Uhr gesendet wurde, eine Kampagne
ge-startet.
Thema des Filmes ist eine deutsche
Familie, die in der Türkei Urlaub gemacht hat. Beim Rückflug vom Flughafen
Bodrum wird im Gepäck der Fami-lie Rauschgift entdeckt. Aufgrund dieses
Fundes erlebt die Familie ein grausiges Abenteuer.
Die Hauptrollen werden von Veronica
Ferres und Erol Sanders gespielt. (Quelle: Hürriyet, 23.04.03)
Türkei muß 224.500 Euro
an die Kläger zahlen
Die Türkei hat sich am 22.04.03
bei der Verhandlung vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof mit
den Anwälten der Kläger gütlich geei-nigt und sich bereit erklärt, an die
vier Kläger einen Gesamtbetrag in Höhe von 224.500 Euro zu zahlen.
· 49.000 Euro erhält Hüseyin Ates,
dessen Haus 1994 in Brand gesteckt wurde
· 30.500 Euro erhält Zeki Yildiz,
der im Ge-fängnis Buca-Izmir von den Wärtern ange-griffen und schwer verletzt
wurde
· 70.000 Euro erhält Beyaz Macir,
deren Ehemann von den Sicherheitskräften er-schossen wurde
· 75.000 Euro erhält Zahide Güler,
deren Ehemann von den Sicherheitskräften in der Kreisstadt Varto der Provinz
Mus erschos-sen wurde.
(Quelle: Hürriyet, 23.04.03)
Zu Kurden fällt Erdogan nichts ein
–
Die islamisch-konservative Regierung
in Ankara ist in der Defensive
Istanbul. Für den Kurden Hilmi Korkusuz
war es eine kalte Dusche. Noch ist es nicht lange her, daß er in Gaziantep,
der aufstrebenden Industriestadt in der kurdischen Region der Türkei, die
Wochenzei-tung "Yasam" herausgibt. Es war ein Experiment, und dieses Experiment
sollte ausloten, wie offen die Türkei nun mit 20 Millionen Kurden umgeht.
Denn Korkusuz ist Kurde, und mit "Yasam" (Das Leben) gab er selbstverständlich
eine kurdische Zeitung heraus. Bevor sie erschien, kamen in seiner Redaktion
jeweils ein paar Kommissare der lokalen Polizei vorbei, die sich die Artikel
übersetzen ließen. Eine rechtliche Grundlage hatten sie dafür zwar nicht.
Aber immer wieder zogen sie befriedigt ab.
Ein anderes Ansinnen hatten am 31.
März der stell-vertretende Kommissar Haci Ülker und der Polizist Ismet
Mutlu. Sie zogen das Pressegesetz mit der Nummer 5680 heraus und hielten
es Korkusuz vor. Er mußte vorlesen, daß der, der in der Türkei als verantwortlicher
Redakteur Periodika in "einer Fremdsprache" herausgebe, den Nachweis zu
er-bringen habe, daß er diese Sprache auch beherrscht. Sie ergänzten den
Begriff "in einer Fremdsprache" mit der abwertenden Bemerkung "und einem
Dialekt". Dann forderten sie den kurdischen Muttersprachler Korkusuz auf,
Texte aus seiner Zeitung vorzulesen und ins Türkische zu übersetzen. Nach
einer kurzen Beratung benoteten die beiden Polizisten die Leistung des
kurdischen Journalisten. Er be-herrsche Kurdisch zu 70 Prozent, die Texte
könne er aber nicht ins Türkische übersetzen, befanden sie. Mit so einem
Zeugnis kann er aber nicht länger verantwortlicher Redak-teur sein. Die
Zeitung wird also eingestellt. Wer hatte eigentlich die beiden Polizisten
geprüft, ob diese ausreichende Kurdischkenntnisse haben, um jemanden prüfen
zu können? (Quelle: IMK e.V., 28.04.03)
33 Organisationen stehen auf der
Index-Liste des
türkischen Generalstabs
Der Generalstab der Türkei behauptet
„33 auslän-dische Organisationen haben unter dem Deckmantel "Humanitäre-Hilfe"
der PKK logistische Hilfe ge-leistet.“ Laut türkischer Tageszeitung Tercüman
hat der Generalstabschef den Ministerpräsidenten Erdogan über die Aktivitäten
der NGO’s im Nordirak informiert und die Namen der Organisationen veröffentlicht.
Den Organisationen wurde verboten, in bzw. durch die Türkei zu reisen.
Das Schreiben des Generalstabchefs
wurde an meh-rere türkische Zeitungen gesendet und die Medien wurden aufgefordert
es zu veröffentlichen. Mit so-fortiger Wirkung sollen die Ein- und Weiterreise
der genannten Organisationen in den Nordirak un-terbunden werden. Nach
Informationen des Gene-ralstabchefs arbeiten diese Organisationen seit
1991 im Nordirak und unterstützen die PKK.
Wenn diese Organisationen darauf
bestehen sollten, die humanitären Hilfsgüter über die Türkei selbst in
den Nordirak bringen wollen, müssen die Lieferun-gen an der Grenze entgegengenommen
werden und das ausländische Personal sofort ausgewiesen wer-den. Alle Hilfen,
die aus dem Ausland kommen, müssen in Edirne Kapikule, Atatürk-Flughafen
in Istanbul, Adnan Menderes-Flughafen in Izmir und dem Seehafen von Mersin
gesammelt werden.
Indexliste der Organisationen bzw.
NGO’s:
Alfred Nobel Institut, Amnesty International,
Appell von Hannover, Ärzte gegen Folter, Evangelische Akademien, Evangelische
Kriegsgegner Initiative, Frauen gegen den Krieg, GfbV, Human Right Watch,
Inter. Federation of Human Rights, Inter. Verein für Menschenrechte Bremen
(IMK e.V.), Internationales Kulturzentrum in Hannover, IPPNW - intern.
Ärzte gegen Atomkrieg, Kölner Appell gegen Rassismus, 3. Welt Haus, Kommunistische
Jugend, Koordinationsstelle für die Solidarität mit den Kurden (COSPEK),
Medico International, Menschenrechtsverein Bremen (kurd. Organisation.),
Prison Watch International, Rehabilitationszentrum für Folteropfer, Rosa
Luxemburg Stiftung, Sozialforum Rom, Verein Azade, Verein zur Unterstützung
der politischen Gefangenen, Solidaritätskomitee mit dem kurdischen Volk
in Sardenay, Sozial Forum Torino, Anti Imperialistische Kamp, ATTAC-Catania,
International Civil Service, Napoli No-Global Bewegung, Frauen Zeitschrift
MEZZOCIELO, Sozial Forum Fienza (Quelle: Tercüman, 20.04.03)
Die Minen werden nicht geräumt –
Opfer sind meist Kinder
Nach einem Bericht der Zweigstelle
Diyarbakir des Menschenrechtsvereins IHD, wurden in den Jahren 2002 und
2003 durch Minen 24 Personen getötet und 45 schwerverletzt.
Davon sind die meisten Kinder, die
im offenen Ge-lände gespielt haben.
In diesem Bericht heisst es weiterhin,
dass die Mi-nen im ländlichen Gebiet während des Krieges von den Militärs
willkürlich gelegt wurden. Es bestehen keine Aufzeichnungen, wie viele
und wo diese Mi-nen verlegt wurden.
Obwohl die Türkei die Antiminen
Konvention un-terzeichnet hat, ist sie nicht bereit, diese Minen zu räumen.
(Quelle: Bianet Diyarbakir, 25.04.03)
Menschenrechtsbilanz der Monate
Januar-März 2003 / IHD
Der Menschenrechtsverein der Türkei
(IHD) gab am 23.04.2003 der Presse die Ergebnisse seiner Auswertung der
Menschenrechtsverletzungen in den ersten drei Monaten des Jahres 2003 bekannt.
In der Zeit von Januar bis März 2003 habe es keine positive Entwicklung
bei der Durchsetzung der Menschenrechte gegeben. Leider könne kein Fort-schritt
auf dem Gebiet der Folter gesehen werden. Auf dem Gebiet der Meinungsfreiheit
werde wieder beobachtet, dass Staatsanwälte und Richter die Ge-setze nicht
in Hinsicht auf Freiheit der Meinungs-äußerung interpretieren.
Der IHD gibt folgende Zahlen bekannt:
Folter
· 183 Personen wurden in der Haft
gefoltert oder misshandelt
· 73 Personen wurden bei Demonstrationen
von Sicherheitskräften geschlagen oder verletzt
· 33 Personen wurden im Gefängnis
gefoltert oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt
· 50 Personen wurden bedroht und
gezwun-gen, als Spitzel zu arbeiten
· 53 Personen wurden in ihrer Wohnung
oder auf der Straße gefoltert oder misshan-delt
· 392 Personen wurden insgesamt
an ver-schiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten gefoltert oder
misshandelt.
Gewalt gegen Frauen und Kinder
· 11 Selbstmorde von Frauen
· 5 „honour-killings“ von Frauen
· 2 Gerichtsverfahren wurden in
Fällen se-xueller Ausbeutung von Mädchen und Frauen eröffnet.
Verfahren gegen Folterer:
Der IHD führt derzeit eine Untersuchung
über Straflosigkeit der Täter durch, die sie demnächst veröffentlichen
wird.
Meinungsfreiheit:
· 4 Radio- und 1 lokaler TV-Sender
erhiel-ten vom RTÜK Sendeverbot für 180 Tage
· 6 Tageszeitungen und Journale
wurden für 79 Tage geschlossen.
· 9 Journalisten wurden festgenommen.
· 7 Bücher, 7 Tageszeitungen und
3 Poster wurden beschlagnahmt und verboten.
· 11 Veranstaltungen – einschließlich
Pres-seerklärungen, Theaterstücke, Podiums-Diskussionen und Wettbewerbe
- wurden verboten.
· 50 Personen wurden zu Haft- und
Geldstrafen verurteilt wegen Meinungsäußerung
· 23 Personen wurden nach Art. 159
TStGB angeklagt
· 5 Personen nach dem Antiterrorgesetz
· 3 Personen nach Art. 312,
· 19 Personen nach Art. 169 TStGB.
Vorfall in Silopi
Am 18. April kam es zu einem Vorfall
in Silopi (Sirnak), bei dem ein vermeintliches Mitglied der KADEK ums Leben
kam. Zwei Militante sollen in das Haus von Ramazan Tanrikulu geflohen sein,
und als sie begriffen, dass sie gefasst würden, soll einer sich das Leben
genommen haben, während der andere festgenommen wurde. Die Decknamen der
beiden Personen wurden mit "Mahmut" und "Harun Koç" angegeben. Es stellte
sich später heraus, dass der Verstorbene den Namen Cafer Gül hatte. Nach
dem Vorfall wurden in Silopi Abdullah Kaya, Resit Demir, Tahir Yüce, Hamit
Kahraman und weitere 3 Personen festgenommen. In Sirnak wurden am 19. April
Nezir Yilmaz und Salih Yil-maz festgenommen (ÖP, 22.04.2003). Resit Demir,
Tahir Yüce, Ramazan Salih, Haci Özdemir und Hamit Kahraman wurden einen
Tag später wieder freigelassen. (Quelle: Radikal, 19.04.2003)
Tod von Kindern in Baskale
Eine Delegation der Anwaltskammer,
dem IHD und Mazlum-Der aus Van hat einen Vorfall vom 5. April untersucht,
bei dem am 5. April im Dorf Esenyamaç im Kreis Baskale (Van) die Kinder
Dastan Korkmaz (14) und Nihat Çeri (13) ums Le-ben kamen. In dem Bericht
heisst es, dass der Land-rat keine Informationen gegeben habe, sondern
sich lediglich darüber beschwert habe, dass die Nach-richten in der Presse
nicht den Tatsachen entsprä-chen: Dort war behauptet worden, dass die Kinder
mit einer Rakete beschossen wurden. (Quelle: Evrensel, 19.04.2003)
Probleme mit Kurdisch
In Kurtalan (Siirt) sollen der Busfahrer
Alaattin Mergen und sein Reisebegleiter Ilhan Yigit am 17. April verhaftet
worden sein. Ihnen wird Propaganda für eine bewaffnete Vereinigung vorgeworfen,
nachdem sich Polizeibeamte, die als Passagiere mit dem Kleinbus unterwegs
waren, wegen des Ab-spielens von kurdischer Musik beschwert hatten. In
Elazig ging das Verfahren gegen den Vorstand der HADEP zu Ende, die nach
dem Kongress am 12. Mai 2002 wegen Singens von kurdischen Liedern angeklagt
worden waren.
Die 2. Kammer des Amtsgerichts sprach
Erdal Kilinc frei und verurteilte Mehmet Atik Okuyucu, Mehmet Özcan, Ahmet
Yildiz, Mehmet Laço, Selahattin Bilin und Hadi Konar nach § 81/3 des Parteiengesetzes
zu einer Freiheitsstrafe von 6 Mo-naten. Die Strafen wurden in Geldstrafen
in Höhe von 1,09 Milliarden TL umgewandelt. (Quelle: Evrensel, 19./20.04.03)
Minenexplosion
Zehra Barin (22), die am 18. April
in der Nähe von Sirnak auf eine Mine trat, ist am 20. April im Kran-kenhaus
der Dicle Universität (Diyarbakir) ver-storben. Aus der gleichen Familie
hatte Cemil Barin 1993 schon das gleiche Schicksal erleiden müssen. (Quelle:
Özgür Gündem, 19.-21.04.03)
Überwachung von NGOs
Vier Tage bevor Bülent Ecevit aus
seinem Amt als Premierminister schied, hat er noch einen "Rat zur Entwicklung
von Organisationen der Zivilgesell-schaft" ins Leben gerufen. Dieser Rat
wird dem Na-tionalen Sicherheitsrat unterstellt sein. Nach dem Erlass vom
7. November 2002 werden diesem Rat der Hauptstellvertreter des Generalsekretärs
im Na-tionalen Sicherheitsrat, sowie Vertreter aus dem Staatsministerium
für Menschenrechte, dem Staats-ministerium für Stiftungen, die stellvertetenden
Staatssekretäre im Justizministerium, Innenmini-sterium, Aussenministerium,
Finanzministerium, Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit, je ein
Vertreter des Geheimdienstes (MIT), des Ge-neralsekretariats für die EU,
dem staatlichen Radio- und Fernsehsender TRT, Generaldirektor für Stif-tungen
und der Generaldirektor für den Fond zur PR im Ministerpräsidium angehören.
(Quelle: Hürriyet, 29.04.2003)
Neue Folterfälle in Istanbul
Im September letzten Jahres wurden
zwei Junge Frauen bei der Anti-Terror-Abteilung – Sicherheits-polizei -
in Istanbul während des Verhörs mit Elek-troschocks und massiven Schlägen
gefoltert. Aus-serdem wurden sie sexuell belästigt.
Naciye Cogaltay (22 J) ist mit ihrer
Familie von der Provinz Siirt nach Istanbul umgesiedelt. Sie ist Arbeitnehmerin
in einem Textilatelier.
Sunay Yesildag (28 J) mußte ihr
Universitäts-studium in Istanbul abbrechen und arbeitet im Ge-schäft ihres
Bruders.
Beide wurden von der Polizei beschuldigt
„Mit-glieder einer illegalen Organisation“ zu sein. Nach ihrem Verhör wurden
beide inhaftiert.
Nach dem ihre Anwälte eine gesundheitliche
Untersuchung ihrer Mandantinnen verlangt hatten, wurden ihnen nach einer
amtsärztlichen Untersuchung schriftlich bestätigt, dass sie gefoltert wurden.
Die Staatsanwaltschaft erhob am
04. April 2003 ge-gen die Folterbeamten der Anti-Terror-Abteilung, Ömer
Özüyilmaz, Ömer Faruk Albayrak, Feyzullah Ilker Serdar und Özkan Ekinci
eine Klage. Die erste Verhandlung gegen die vier Beamten wird am 13. Juni
2003 stattfinden. Die beiden gefolterten Frauen werden wegen der schweren
Traumatisierung the-rapiert. (Quelle: Milliyet, 29.04.03)
Weitere Verbotsklage gegen
Kurden-Partei DEHAP in der Türkei
Kurz vor seiner Pensionierung hat
der türkische Ge-neralstaatsanwalt Sabih Kanadoglu dem Verfas-sungsgericht
in Ankara eine zweite Klage mit dem Ziel eines Verbots der pro-kurdischen
Demokratischen Volkspartei (DEHAP) zugeleitet. Darin wird die DEHAP bezichtigt,
Verbindungen zur verbotenen Kurdenorganisation PKK/KADEK zu unterhalten
und ein Zentrum für Aktivitäten zur Spaltung des Landes zu sein, wie die
halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag meldete.
Nach dem Verbot der Demokratie-Partei
des Volkes (HADEP) Mitte März ist die DEHAP die einzige noch legale pro-kurdische
Partei in der Türkei. Bei der Parlamentswahl im November 2002 hatte sie
in 13 überwiegend von Kurden bewohnten Südostprovinzen die meisten Stimmen
erhalten, war jedoch landesweit an der Zehn-Prozent-Hürde ge-scheitert.
(Quelle: dpa, 29.04.03)
Bemerkung des IMK e.V.: Die DEHAP
ist nicht wie von den ausländischen Medien behauptet wird, die einzige
pro-kurdische legale Partei. Neben ihr existiert noch die HAK-PAR (Partei
für Grundrech-te und Freiheiten), die im Februar 2002 in Ankara gegründet
wurde. Ihr Vorsitzender ist der bekannte kurdische Politiker und ehemalige
Abgeordnete Abdulmelik Firat. Kurz nach der Gründung dieser Partei wurde
gegen diese beim Verfassungsgericht eine Verbotsklage eingereicht. Es wird
damit ge-rechnet, dass auch diese Partei verboten wird.
Bericht über Massengrab
Kurden entdecken Gräberfeld bei
Kirkuk im Nordirak. Möglicherweise
handelt es sich um Opfer von 1988
In der Nähe der nordirakischen Stadt
Kirkuk ist nach Angaben der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) ein Massengrab
mit über 1.500 Leichen ent-deckt worden. Wie ein Sprecher der PUK am ver-gangenen
Donnerstag mitteilte, handelt es sich möglicherweise um die Leichen von
kurdischen po-litischen Häftlingen. Einige von ihnen wurden den Angaben
nach schon seit 20 Jahren vermisst. Eine unabhängige Bestätigung des Fundes
gab es zu-nächst nicht.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur
Irna be-richtete, das Massengrab befinde sich nahe einem Wohnkomplex von
Ali Hassan al-Madschid, einem Cousin des gestürzten irakischen Machthabers
Sad-dam Hussein, auch bekannt als "Chemie-Ali". Die-ser gilt als einer
der Hauptverantwortlichen für die Giftgasattacken gegen irakische Kurden,
bei denen 1988 tausende Menschen starben. Allein bei dem Giftgasangriff
auf die Stadt Halabdscha starben rund 5.000 Menschen. Al-Madschid ist nach
Anga-ben des US-Verteidigungsministeriums Anfang A-pril bei einem Bombardement
seiner Villa in Basra im Südirak ums Leben gekommen. (Quelle: Taz, 19.04.03)
Kommunique der gemeinsamen
Sitzung der ZK’s der KP Iraks und
der
KP Kurdistans
Der Krieg ist in die entscheidende
Endphase eingetreten. Das in unserem Land herrschende Regime ist am Zusammenbrechen
in allen Städten und Gemeinden des Landes, nach einem langen Vierteljahrhundert
eines opferreichen Kampfes unseres Volkes und seiner patriotischen Kräfte.
In der Zeit, wo wir die Massen unseres
Volkes zu diesem bedeutsamen Ereignis beglückwünschen, begrüßen wir ihren
geduldigen Kampf und bringen unsere Hochachtung vor den enormen dabei
erbrachten Opfern zum Ausdruck. In diesen langen Jahren blieben die Massen
standhaft in ihrer Ableh-nung des Regimes und betrieben konsequent seine
Isolierung…….
…….Unser Volk steht vor schweren,
kritischen Zeiten nach dem Abschütteln der erdrückenden Bürde der über
drei Jahrzehnte herrschenden Dikta-tur und ihrer Kriege, nach langen Jahren
des Embargos und im Ansicht der Folgen des vierten Krieges, dessen Flammen
noch am Brennen sind, innerhalb von 23 Jahren.
Auch in dieser Zeit, werden die
Kommunisten, ge-meinsam mit den anderen nationalen Kräften, an der Seite
ihres Volkes stehen, im Zentrum des Kampfes der Massen für die Verwirklichung
ihres Ziels, dem Aufbau einer nationalen, demokratischen, im Einklang mit
dem freien Willen des Volkes stehendes, Mehrparteien-Systems im einheitlichen
föderativen Irak. (Quelle: Resolution, 10.04.03)
Das sehr umfangreiche Kommunique
können Sie auf unserer web-Seite www.kurden.de nachlesen.
Wieder Festnahme von
einem Journalisten im Iran
In Iran ist erneut ein liberaler
Journalist festgenom-men worden.
Motallebi wurde in ein nicht näher
bezeichnetes Gefängnis gebracht, sagte seine Frau.
Seit Januar sei er mehrfach vorgeladen
worden. Ihm würden Interviews mit ausländischen Medien vor-geworfen. (Quelle:
(ap) taz, 22.04.03)
Bitte um Hilfe für Tausende von
kurdischen Flüchtlingen aus dem
Iran
Etwa 14.000 iranischer Kurden, die
vor mehr als 20 Jahren durch Flucht dem islamischen Unter-drückungsregime
des Iran entkommen, sind mit dem Beginn des Krieges im Irak in große Schwie-rigkeiten
geraten. Untergebracht im Lager von Altash in der Provinz Alanbar in der
Nähe der Stadt Romadieh von der irakischen Regierung erhielten sie vor
dem Kriegsbeginn eine geringfügige staatli-che Unterstützung. Nach dem
Sturz des Regimes wurde ihre Situation noch schrecklicher: ohne Strom und
Wasser, fast ohne Lebensmittel und ohne medizinische Versorgung sind bereits
jetzt bei den herrschenden hohen Temperaturen täglich Tote zu beklagen.
Außerdem führt der mangelnde Si-cherheitsschutz nach dem Zerfall der staatlichen
Ordnung zu beinahe täglichen Überfällen im Lager, bei denen die Flüchtlinge
auch noch ihre letzten Habseligkeiten verlieren.
Etwa 1000 Bewohner des Flüchtlingslagers
er-reichten die jordanische Grenze. Bedauerlicherweise erlaubten die Jordanier
nur wenigen dieser verzweifelten Flüchtlinge den Zugang in die bereitgestellten
Auffanglager für den erwarteten Flüchtlingsstrom während des Irakkrieges.
Der Rest wartet noch immer auf die Erlaubnis der Jordanier die Grenze zu
überqueren.
In Anbetracht dessen, dass immer
noch Tausende von Flüchtlingen unter schrecklichen Bedingungen im Lager
von Altash leben müssen, bitten wir die Internationale Gemeinschaft, die
humanitären Organisationen, insbesondere den Hohen Flüchtlingskommissar
der UN und das Rote Kreuz um Hilfe für die Flüchtlinge in dieser unmenschlichen
und unerträglichen Situation.
DPK-Iran / Büro der Internationalen
Beziehungen (Quelle: Appell, 22.
04.03
ÖFFENTLICHER KUSS
Iranerin verurteilt
Eine Schauspielerin ist in Iran
zu 74 Peitschen-hieben verurteilt worden, weil sei einen Mann öf-fentlich
küsste. Die Strafe werde nur vollstreckt, wenn sie erneut auffalle, so
das Gericht. Gohar Cheirandish hatte bei einer Preisverleihung einen Regisseur
auf die Stirn geküsst. (Quelle: taz 25.4.03 )
Anklagebank statt Lehrstuhl
Die Medizinische Flüchtlingshilfe
Bochum e. V. und der Internationale Verein für die Menschen-rechte der
Kurden e.V. Bonn protestieren gegen die Gastprofessur des ehemaligen Ministerpräsi-denten
der Türkei, Mesut Yilmaz an der Ruhr-Universität
Mit Bestürzung haben wir von der
geplanten Ver-gabe einer Gastprofessur der Ruhr-Universität an den ehemaligen
türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz Kenntnis erlangt.
Mesut Yilmaz war in der Zeit vom
Juni 1991 bis zum November 1998 mit Unterbrechungen dreimal Ministerpräsident
der Türkei. Später hatte er unter Ministerpräsident Ecevit das Amt des
Stellvertre-ters inne.
In den Neunziger Jahren weitete
sich der Krieg des türkischen Militärs gegen die Bevölkerung in den kurdischen
Provinzen der Türkei dramatisch aus. Insgesamt verloren 30.000 Menschen
in diesem Krieg ihr Leben, Tausende Dörfer wurden zerstört, Millionen ergriffen
die Flucht. Ohne Zahl sind die Verletzten. Ebenso endlos präsentieren sich
die Li-sten der Verhafteten und in der Haft Verschwunde-nen, der Vergewaltigten
und der Gefolterten dieser Jahre.
Die kurdische Frage ist in der Türkei
bis heute ebenso ungelöst wie die Frage von Recht und De-mokratie.
Für die während seiner Amtszeiten
als Minister-präsident begangenen Verbrechen trägt Mesut Yilmaz zumindest
eine persönliche politische und moralische Verantwortung.
In seine Amtszeiten fielen zahlreiche
Prozesse und Attentate gegen MenschenrechtsaktivistInnen.
Noch in seiner Regierungserklärung
vom März 1996 bekannte sich Yilmaz ausdrücklich zur Fort-setzung dieses
Krieges. Ob dies auch justiziabel ist, wurde mangels einer unabhängigen
türkischen Gerichtsbarkeit nie überprüft. Mehrfach jedoch wurde die Türkei
vom Europäischen Gerichtshof in Strassburg wegen Menschenrechtsverletzungen
verurteilt.
Im November 1998 musste Ministerpräsident
Yil-maz wegen möglicher Verstrickungen mit dem organisierten Verbrechen
zurücktreten.
Mesut Yilmaz gehört nicht an einen
Lehrstuhl sondern auf die Anklagebank. Dort soll er sich für die Verbrechen
des türkischen Staates, des-sen Ministerpräsident er lange Zeit war verant-worten.
Wir fordern die Ruhr Universität
Bochum auf, ihre Entscheidung zu überdenken und das Ange-bot an Mesut Yilmaz
für eine Gastprofessur schnellstens zurückzuziehen. (PE, 27.03.03)
Filmstart:
„Hejar - Großer Mann, kleine Liebe“:
Zwei Sprachen, zwei Kulturen
Hamburg (dpa) - Gegensätzlicher
können die bei-den Pole nicht sein, die Regisseurin Handan Ipekci in ihrem
Drama aufeinander treffen lässt. Auf der einen Seite ein fünfjähriges Mädchen,
das nur kur-disch spricht, auf der anderen ein alter Mann, der nur türkisch
spricht.
Die kleine Kurdin Hejar (Dilan Ercetin)
überlebt als einzige eine blutige Razzia im Rahmen des Militär-putsches
von 1980. Völlig verängstigt klingelt sie beim Nachbarn (Sükran Güngör),
einem pensionier-ten Richter und erklärten Kurdenfeind. Wie Hejar das verkrustete
Verhalten des alten Mannes zum Bröckeln bringt, schildert Ipekci einfühlsam
und behutsam. In der Türkei wurde der Film verboten. „Buyuk adam
kucuk ask“,
Türkei/Griechenland/Ungarn
2002, 119 Min., FSK ab 6, von Handan Ipekci, mit Sükran Güngör, Dilan Ercetin
Füsun Demirel). (Quelle: Westdeutsche Zeitung, 14.4.03)
Der Film läuft seit kurzem in den
deutschen Kinos.
Wie zuvor auch diesmal möchten wir
an Sie appellieren, uns mitzuteilen falls Sie eine e-mail-Adresse haben,
denn der Versand über e-mail ist kostengünstiger und schneller.
Wir möchten Sie gleichzeitig auf
unsere web-Seiten hinweisen, die interessante Beiträge enthält:
· Presseerklärung des IMK e.V. vom
07. Januar 2003 (Deutsch und Englisch)
· Anmerkung zum Lagebericht des
Auswärtigen Amtes zur Türkei (Deutsch)
· Offener Brief an die Bundesregierung
wegen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei (Deutsch)
· Gedanken zum Thema Irak I und
II, von Alexander Kauz (Deutsch)
· Kampagne gegen Straflosigkeit
„Gerechtigkeit heilt“ (Deutsch)
· „Die Quadratur des Kreises , von
Ofra Bengio (in Deutsch und Englisch)
· Ein Bericht der Turkish Daily
News über das Dorfschützersystem (Deutsch und Englisch)
· Presserklärung des IMK e.V. zum
40. Jahrestag der rassistischen Sondervolkszählung in Syrien (Deutsch)
· Eine Analyse über das Verhalten
der türkischen Medien während des Bundestagswahlkampfes in Deutschland,
von Irina Wiessner (Deutsch)
· Aufruf von: Dilshad Barzani, VERTRETUNG
DER REGIONALREGIERUNG KURDISTAN-IRAK IN DEUTSCH-LAND „Sorgen bezüglich
der Intentionen der Türkei im irakischen Kurdistan“
· Pressemitteilung des IMK e.V.
„Nein zur Besetzung Südkurdistans (Nordirak) durch die türkischen Streitkräfte“
· Kommunique der gemeinsamen Sitzung
der ZKs der KP Iraks und der KP Kurdistans
Diese Beiträge tragen nicht unbedingt
unsere Meinung, sondern geben die aktuell für unser Themengebiet interes-santen
Diskussionen wieder. Besuchen Sie doch einmal www.kurden.de.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Redaktion
Neuerscheinung
Neuerscheinung Neuerscheinung
Die Dokumentation der Wochenendtagung
vom 06. – 08. Dezember 2002 in der Evangelischen Akademie Bad Boll mit
dem Titel „Kurden im Irak und in der Türkei: Ihre Zukunft zwischen Agas,
Sheiks und Öl-Multis“ ist erschienen. Die 56-seitige Doku-mentation kann
bei uns für ein Gebühr in Höhe von Euro 6,00 (einschließlich Portokosten)
bestellt werden.
Neue Publikation
der IMK e. V. möchte alle Interessierten
und MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit darauf hinweisen, dass wir
eine neue Pub-likation herausgeben.
Thema dieser Publikation ist „Traumatisierte
kurdische Flüchtlinge in Deutschland“ und trägt den Namen der gleichnamigen
Fachtagung, die vom 15.-16. Juni 2001 im Maternushaus in Köln, stattfand:
„Odyssee ins Ungewisse“
Durch Herrn Dr. Ilhan Kizilhan wird
ausführlich über die spezifischen Fluchtursachen der Kurdinnen und Kurden
in Nordkurdis-tan berichtet. Er gibt einen historischen Überblick der Flüchtlingsentwicklung
und geht auf die wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen in Nordkurdistan
ein.
Herr Prof. Ferhad Ibrahim und Herr
Abubekir Saydam behandeln das Thema: „Fluchtursachen aus dem Irak und Südkurdistan
– Gibt es eine innere Fluchtalternative?“ Sie schildern die aktuelle Situation
im Irak und in Sürkurdistan und berichten von Statio-nen der Traumatisierung.
„Fluchtwege“ ist das Thema von Herrn
Jürgen Hoppe, Journalist. Hier werden die Methoden und Vorgehensweisen
von Schlep-pern oder Schleusern erläutert, die für hohe Geldsummen, Flüchtlinge
unter oft unmenschlichen Bedingungen nach Deutschland schleusen.
Frau Dipl. Psychologin Hamidiye
Ünal spricht über traumatisierte Flüchtlinge in Gesellschaft und in Therapie.
Sie geht auf Fol-termethoden und auch auf die psychosoziale und rechtliche
Situation der Flüchtlinge in Deutschland ein. Besonders behandelt wird
das Thema „Trauma“, von den Folgen über Symptome bis hin zu Beratung und
Therapie.
Das Thema „Möglichkeiten der Behandlung
von traumatisierten Flüchtlingen im Herkunftsland Türkei“ wird exemplarisch
an-hand einer Prozessbeobachtung in Izmir von Dr. med. Nesmil Ghassemlou
behandelt. Anschliessend werden die Voraussetzungen für eine erfolgversprechende
Behandlung und die Behandlungsmöglichkeiten erörtert.
Die 64-seitige Publikation (Format
DIN A4) kann in gebundener Form bei uns gegen die Entrichtung eines Betrages
von 8,00 Euro (inkl. Versandkosten) bestellt werden.
ISSN 1438- 08 Herausgeber:
IMK e.V., Postfach 07 38, D-53137 Bonn, Telefon: + 49 228 362
802, Fax: + 49 228 363 297, E-Mail: IMK-Bonn@t-online.de und imkkurds@aol.com
Besuchen sie auch unsere Website: http://www.kurden.de
Verantwortlicher Leiter: Abubekir Saydam Abonnementbedingungen
(pro Jahr):· Stiftungen, Parteien, Regierungen und internationale Organisationen
sowie Gremien: Euro 92,00 · Gerichte, Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen,
Flüchtlingsberatungsstellen: Euro 46,00 · Förderabonnement, Einzelpersonen
und kleinere Vereine: Euro 31,00 Spendenkonto: Volksbank
Bonn (BLZ: 380 60 186), Konto-Nr.: 201 246 90 23
|