Internationaler
Verein für Menschenrechte der Kurden
IMK Wocheninformationsdienst
Datum:
5. April – 18. April 2003
Nummer: 186-187
Schriftstellerin
verurteilt
Obwohl die
Staatsanwaltschaft Freispruch forderte, hat das SSG Istanbul die Autorin
Gülçiçek Günel wegen ihres Buches “Unsere Sprache ist unsere Existenz und
Kultur” zu 20 Monaten Haft verur-teilt. Die Bestrafung erfolgte nach §
312 TSG. Der Besitzer des Verlages Aram Fatih Tas, wurde in diesem Zusammenhang
mit einer Geldstrafe von 4,4 Milliarden TL belegt.
(Quelle: Özgür
Gündem, 05.04.2003)
Kurdische
Namen
Ein Zivilgericht
in Ayvalik (Provinz Balikesir) hat Abdullah Ariç auferlegt, seinem Kind
einen ande-ren Namen zu geben. Das Gericht befand, dass der Name “Rojhat”
gegen die “nationalen Gepflogen-heiten” verstosse. Das Urteil erging am
27. März. (Quelle: Evrensel 07.04.2003)
Minenexplosion
Die Dorfbewohner
Sadrettin Korkmaz und Suat Çelik kamen ums Leben, als sie am 5. April in
der Nähe des Dorfes Esenyamac im Kreis Baskale (Van) auf eine Mine traten.
(Quelle: Evrensel 07.04.2003)
Folter in
Igdir
Der Anwalt
Hayar Mizrak gab an, dass sein Man-dant, Emin Aladag, auf dem Polizeipräsidium
in Igdir gefoltert wurde. Nach seiner Festnahme am 31. März in Ankara sei
er nach Igdir gebracht wor-den. Als der Anwalt ihn am 4. April im Gefängnis
besuchte, habe er nicht gehen können. Ihm seien Rippen gebrochen worden
und auch an den Füssen seien Brüche. Emin Aladag wurde 1995 als PKK Mitglied
verhaftet und später zu 12 Jahren Haft ver-urteilt. Nachdem das Urteil
aufgehoben wurde, war er ins Ausland gegangen und am 31. März zurückgekehrt.
Er sei festgenommen worden, weil gegen ihn ein Haftbefehl in Abwesenheit
existieren solle. Obwohl er gleich ins Gefängnis hätte eingeliefert werden
müssen, sei er 3 Tage lang auf dem Polizeipräsidium in Igdir verhört worden.
(Quelle: Özgür Gündem 08.04.2003)
Leyla Zana
vor Gericht
Nach neun
Jahren hinter Gittern begann Revisi-onsverfahren gegen die „kurdische Pasionaria“
Als im März
1994 die Immunität Leyla Zanas als Abgeordnete der „Großen Türkischen Nationalversammlung“
aufgehoben wurde, gingen die Fernsehbilder um die Welt. Das Parlament feierte
mit Standing ovations seine Entscheidung, die erste kurdische Abgeordnete
in der türkischen Geschichte und weitere Vertreter ihrer Demokratie-Partei
(DEP) zur
Verhaftung
freigegeben zu haben. Der Grund: Bei ihrer Vereidigung 1991 hatte sie –
ihr schwarzes Haar mit den rot-gelb-grünen Nationalfarben Kur-distans gebunden
– die vorgeschriebene Atatürksche Vereidigungungsformel ergänzt und gemeinsam
mit ihrem Kollegen Hatip Dicle die „Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit
zwischen dem türkischen und kurdischen Volk« beschworen, auf Kurdisch,
einer geächteten Sprache. Es folgte – nach
dem zunächst
die Todesstrafe gefordert worden war – eine Verurteilung zu 15 Jahren Gefängnis.
Neun Jahre
danach gehen Fotos um die Welt, die Leyla Zana heute zeigen. Erneut steht
sie vor dem Staatssicherheitsgericht Ankara, das sie damals wegen „Unterstützung
einer kriminellen Bande“ – gemeint war die Arbeiterpartei Kurdistans PKK
– wegsperren ließ und doch nie zum Schweigen brin-gen konnte, wie ihre
Kollegen. Auch Hatip Dicle, Orhan Dogan und Selim Sadak blieben bekannte
Persönlichkeiten des Widerstands gegen die türkische Repressionspolitik,
und Leyla Zana „Staatsfeindin Nummer eins“, auf deren Porträt Polizeikräfte
bei Übungen zielschossen.
1997 lehnte
die „kurdische Pasionaria“, wie Leyla Zana auch genannt wird in Anlehnung
an die be-rühmte baskische Kommunistin Dolores Ibarruri, ein „Angebot“
der türkischen Regierung ab, „aus Gesundheitsgründen“ aus der Haft entlassen
zu werden. Und auch jetzt erklärte sie wieder: „Es mag so aussehen, als
ob es bei diesem Gerichtsverfahren um unsere individuelle Freiheit geht.
In Wirklichkeit betrifft es jedoch unser aller Zukunft.“ Das Angebot einer
„freiwilligen Verbannung“ habe sie ausgeschlagen, weil es sich nicht um
ein persönliches Problem handele, sondern um den Einsatz für Demokratie,
Frieden und Geschwisterlichkeit zwischen den Völkern. „Diese Werte, für
die ich über lange Jahre hinweg einen hohen Preis gezahlt habe sind wichtiger,
als unsere persönliche Freiheit.“
Dann verwies
Leyla Zana noch auf Eileen MacDo-nalds Buch „Erschießt zuerst die Frauen“,
das sie gerade gelesen habe: „In der Bekämpfung jeder gesellschaftlichen
Opposition wird versucht, zuerst die Frauen zum Schweigen zu bringen.“
Tatsächlich hat sich – ob in Kurdistan oder anderen Teilen der Welt –,
was die Lage der Frau betrifft, in den Jah-ren von Leyla Zanas zwangsweiser
Abwesenheit in der Öffentlichkeit kaum etwas verbessert, vieles jedoch
verschlechtert. Mit ihrer Inhaftierung erfuh-ren die Hoffnungen vieler
Kurdinnen auf mehr Freiheit einen bitteren Rückschlag. Immerhin je-doch
wurde im August 2002 die kurdische Kultur vom türkischen Parlament nach
acht Jahrzehnten als existent anerkannt und soll, so wurde bekundet, sogar
„gefördert“ werden – wann und wie, steht noch in den Sternen. Allerdings
deuten mancherlei Zeichen darauf hin, dass die Türkei in ihrem Wil-len,
der EU näher zu treten, zu Gesten bereit ist. So war es das erste Mal,
dass in der türkischen Republik ein Verfahren zur Revision zugelassen wurde,
in dem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg das
Urteil verworfen hatte. Er hatte – nach schier endlosem Verfahren - im
Jahr 2001 geurteilt, dass den vier Kurden seinerzeit kein fairer Prozess
gemacht worden sei. Als „Begründung“ wurde angeführt, dass unter anderem
einer der drei Richter in diesem Zivilprozess ein Militärrichter gewesen
sei. Wäre der Prozess ohne den Robenmann aus der Armee etwa „fair“ gewesen?
Aktuell vertagte sich das Staatssicherheitsgericht erst einmal wieder –
Fairness hin oder her –, nachdem es Anträge auf sofortige Freilassung der
Gefangenen abgelehnt hatte und auch im Unklaren ließ, wie es sich den weiteren
Verlauf einer Revision vorstellt. Es wird dauern – die vier inklusive Leyla
Zana draußen, das würde nicht nur in der Türkei den Kampf um Frieden und
Freiheit beflügeln. (Quelle: junge Welt, 09.04.2003 Gerd Schumann)
Minenexplosion
Der Alteisenhändler
Hamit Aydin (19) wurde ver-letzt, als er am 7. April eine Mine inspizierte,
die er auf einem Übungsplatz der Armee in der Nähe von Kiziltepe (Mardin)
gefunden hatte. (Quelle: Evrensel 09.04.2003)
Kinder getötet
In der Nähe
des Dorfes Esenyamaç im Kreis Baska-le (Van) kam es am 5. April zu einer
Explosion, bei der die Kinder Dastan Korkmaz (14) und Nihat Çeri (13) getötet
wurden. Ferhat Çeri (16) erzählte der Staatsanwaltschaft: “Etwa 400 Meter
ausserhalb des Dorfes hüteten wir Schafe. Ich war 50 Meter von Dastan und
Nihat entfernt. 150 Meter von uns ent-fernt hatten Soldaten Stellung bezogen
und einer hielt eine Art Rohr auf uns gerichtet. Aus Angst vor der Explosion
bin ich fortgelaufen. Es wurden drei Schüsse auf mich abgegeben. Ich konnte
aber bis zum Dorf gelangen.” Der Anwalt der Familie wies Vorwürfe
zurück, nach denen es sich bei den Kin-dern um Schmuggler handeln solle.
(Quelle: Özgür Gündem 09.04.2003)
Folter in
Istanbul
Auf einer
Pressekonferenz beim IHD Istanbul sagten Ruhsel Demirbas, Ugur Atilgan
und Senol Budak, dass sie am 1. April beim Aufhängen von Pla-katen gegen
den Krieg festgenommen wurden, ob-wohl dies eine erlaubte Plakatieraktion
war. Senol Budak sagte, dass sie nicht schlafen durften und ih-nen gedroht
wurde, sie aus dem Fenster zu werfen. Man hätte ihnen eine Waffe an die
Schläfe gehalten und ihnen gedroht, sie zu ermorden. Er sei 6 Tage anstatt
der erlaubten 4 Tage festgehalten worden. Der Staatsanwalt habe sie dann
freigelas-sen. (Quelle: Evrensel 10.04.2003)
MORD AN
HISTORIKER
Türke gesteht
Ein Türke
hat den Mord an dem Historiker Necip Hablemitoglu gestanden, dessen Tod
beim Prozess gegen die deutschen Stiftungen für Wirbel gesorgt hatte. Hablemitoglu
hatte mit seinen Veröffentli-chungen die Grundlage für die Anklage durch
die Türkei geliefert. (Quelle: taz Nr. 7027 vom 10.4.2003 (afp))
Türkei und
Iran einig in Ablehnung
eines Kurdenstaates
im Nordirak
Die Türkei
und Iran lehnen eine Zerschlagung des Iraks und die Bildung eines Kurdenstaates
im Nord-irak ab. Das machten beide Seiten am Sonntag bei einem Besuch des
iranischen Außenministers Kamal Charrasi in Ankara deutlich. "Wir sind
ent-schieden dagegen, dass der Irak zerstückelt und im Norden oder anderswo
eine Regierung oder ein Staat gebildet wird", sagte Charrasi nach einem
Ge-spräch mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül. Dieser bekräftigte,
die "Sorgen" beider Länder bezüglich der Entwicklung im Nordirak seien
"identisch". Charrasi verlangte, dass bei der Neugestaltung des Iraks die
Interessen der Nachbarländer berücksichtigt werden müssten. "Ohne die Unterstützung
der Nachbarn wird es im Irak keine Stabilität geben."
Charrasi bekräftigte,
dass die Ablehnung des Krieges keine Unterstützung für das Regime von Saddam
Hussein bedeute. Das irakische Volk müsse frei von ausländischem Druck
über sein Schicksal entscheiden. Die irakische Bevölkerung unterstütze
weder das irakische Regime noch die "Angreifer".
Die jüngste
Warnung der USA an Iran, die von Te-heran bestrittene Unterstützung für
den Terrorismus zu beenden, bezeichnete der iranische Außenminis-ter als
"nicht neu". Zwischen beiden Staaten gebe es tiefe Meinungsverschiedenheiten.
Beide Seiten un-terstrichen die Bedeutung ihrer Länder für die Re-gion.
Daher seien Konsultationen zwischen Ankara und Teheran über die Entwicklung
im Irak "natürlich". Charrasi sprach sich in diesem Zusammenhang für ein
Dreiertreffen mit Syrien aus.
Gül kündigte
an, er werde am kommenden Sonntag auf Einladung seines syrischen Kollegen
Faruk el Schara nach Damaskus reisen. Die drei Nachbarlän-der des Iraks
sind vor allem an der Entwicklung im Nordirak interessiert. Alle drei haben
kurdische Minderheiten. (Quelle: dpa, 06.04.03)
Zehn türkische
Polizisten wegen Folter zu Haftstrafen verurteilt
In einem für
die Türkei als richtungweisend angesehenen Folterprozess sind zehn Polizisten
zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Mehr als sieben Jahre nach
der brutalen Misshandlung von 14 Jugendlichen in der westtürkischen Stadt
Manisa bestätigte das Kassatationsgericht in Ankara am Freitag in letzter
Instanz das gegen die Polizisten ergangene Urteil. Die Haftstrafen betragen
zwischen fünf und elf Jahren. Das einstimmig gefasste Urteil des obersten
Gerichtshofes erging drei Monate vor der Verjährung.
Der türkische
Justizminister Cemil Cicek bezeich-nete das Urteil als "richtig und angemessen".
Nach diesem Urteil würden es sich Polizisten "drei Mal überlegen", ob sie
zu Foltermethoden greifen, meinte der Minister. Der Folterprozess von Manisa
war auch von der Europäischen Union (EU) aufmerksam verfolgt worden. Die
EU-Kommission hatte den EU-Kandidaten Türkei in ihrem letzten Fortschrittsbericht
darauf hingewiesen.
Die Jugendlichen
waren im Dezember 1995 verhaf-tet worden, weil sie angeblich linksradikale
Grafitti auf Häuserwände gesprüht hatten. Die Polizisten waren zunächst
"mangels Beweises" freigesprochen worden, während ein Staatssicherheitsgericht
die Folteropfer wegen Mitgliedschaft in einer terroristi-schen Vereinigung
verurteilte. Dieses Urteil war in einem Berufungsverfahren aufgehoben worden.
Die
Jugendlichen
wurden freigesprochen. (Quelle: dpa, 04.04.03)
Anmerkung:
Das Kassationsgericht in Ankara hat das Urteil der 1. Instanz gegen die
Polizisten, die die 14 Jugendlichen von Manisa gefoltert haben, bestätigt.
Wie aus der TDN auch vom 5. April zu entnehmen ist, können die verurteilten
Polizisten zwar gegen dieses Urteil klagen, die Zulassung die-ser Klage
durch den Obersten Staatsanwalt sei je-doch schwierig zu erreichen. Wenn
dieses Urteil rechtskräftig wird, wären die Polizisten zu Haftstrafen von
5-10 Jahren verurteilt. Die tatsächlich zu verbüßenden Haftstrafen sollen
dem Bericht zufolge 2-4 Jahre betragen.
Dass es in
diesem Musterprozess gegen folternde Polizisten nach mehr als 7 Jahren
doch noch zu ei-ner Verurteilung gekommen ist, bevor in Kürze (Ende Juni
2003) die Verjährungsfrist überschritten worden wäre, ist sicher ein wichtiger
Schritt im Kampf gegen die Folter. Aber es sind noch viele weitere Schritte
notwendig. (IMK e.V.)
Nachbarstaaten
Iraks wollen
Auseinanderbrechen
des
Landes
verhindern
Damaskus (AFP)
- Die drei irakischen Nachbarstaaten Syrien, Iran und die Türkei wollen
ein Auseinanderbrechen des Landes nach dem Krieg verhindern. Derzeit liefen
zwischen den drei Ländern Konsultationen, "um die Einheit und territoriale
In-tegrität" Iraks zu bewahren, sagte ein hochrangiger Vertreter des syrischen
Außenministeriums am Dienstag in Damaskus. Auch dem "schrecklichen Leiden
des irakischen Volkes" solle ein Ende bereitet werden. (Quelle: AFP, 08.04.03)
Bemerkung
des IMK: Die drei Staaten haben sich auch in der Vergangenheit getroffen,
wenn es um die Unterdrückung der Kurden ging. Nach dem Irak-Krieg befürchten
alle Drei, dass die Kurden in einem zukünftigen föderalen Irak mehr Rechte
er-halten und dadurch eine Anziehung für die kurdische Bevölkerung in diesen
drei Staaten sein könnten.
Keine europäischen
Konzepte
für den
Irak
Auf der gestrigen
Podiumsdiskussion „Europäische Konzepte für den Irak – europäische Konzepte
für die irakischen Kurden“ des Europäischen Zentrums für kurdische Studien
im Presse- und Besucherzentrum der Bundesregierung wurde deutlich, dass
Eu-ropa keinerlei Konzepte für den Nachkriegsirak bzw das irakische Kurdistan
hat. Von den geladenen Diskussionsteilnehmern war neben dem Europavertreter
der KDP, Dilshad Barzani, und dem Deutschlandvertreter der PUK, Ahmed Berwari,
nur der Erste Botschaftssekretär der britischen Botschaft, Nick Alexander,
erschienen. Allen anderen Botschaftsvertretern sowie der SPD waren Aussagen
zur politischen Neuordnung des Nachkriegsirak „zu heikel“, es ergaben sich
„plötzliche, unaufschiebbare Termine“ oder sie gaben offen zu, „keine Konzepte“
zu haben.
Anders Dilshad
Barzani und Ahmed Berwari: Die kurdischen Vertreter der irakischen Opposition
wandten sich im Interesse des Irak gegen einen Einmarsch der Türkei in
den Nordirak und zeigten sich sehr zufrieden mit den Vereinbarungen zwi-schen
den Vereinigten Staaten und der Türkei vom Vortag. Die Alliierten, so Berwari,
seien auch am Tag nach Kriegsende im Irak willkommen, sie wür-den gebraucht,
um eine stabile Nachkriegsordnung für einen unabhängigen Irak aufzubauen.
Die Be-denken vieler arabischer Staaten gegenüber den USA würden von ihm
nicht geteilt. Dilshad Barzani ergänzte, dass kein Staat des Nahen Ostens,
der sich an Demokratie und Menschenrechten orientiere, die USA fürchten
müsse. Nick Alexander wies darauf-hin, dass die im kurdisch verwalteten
Nordirak er-reichten Errungenschaften nicht auf dieses Gebiet beschränkt
bleiben dürften, sondern dass der ganze Irak von den dortigen Erfahrungen
profitieren müs-se.
Das Europäische
Zentrum für kurdische Studien fordert die Bundesregierung dringend auf,
sich kon-zeptionell mit der politischen Nachkriegsordnung für den Irak
auseinander zu setzen. Eine kohärente Irakpolitik bzw. eine kohärente Politik
gegenüber den irakischen Kurden lässt sich nicht innerhalb weniger Tage
aus dem Ärmel schütteln, erforderlich sind vielmehr die kontinuierliche
Kooperation mit der irakischen Opposition und die Einrichtung von Think-Tanks,
an der irakische Oppositionelle ebenso beteiligt werden wie unabhängige
Wissen-schaftler. (Quelle: Europäisches Zentrum für kurdische Studien in
Berlin, 04.04.03)
Bericht
von Human Rights Watch
über Südkurdistan
Human Rights
Watch (HRW) äussert sich besorgt über die mögliche Einnahme der nordirakischen
Stadt Kirkuk, wo die US Truppen und ihre Verbün-deten die Verantwortung
übernehmen müssen, ei-nen Ausbruch inter-ethnischer Gewalt zu verhin-dern.
„Kirkuk wird zu einem Desaster werden, wenn nicht umgehend ein Plan für
die geordnete Rückkehr der umgesiedelten Einwohner aufgestellt wird, bevor
die Offensive beginnt“ so ein Sprecher von HRW.
Hania Mufti,
Leiter des Londoner Büros für den Mittleren Osten und Nord Afrika mit Sitz
in Erbil sagte, weit verbreitete Vergeltungsmorde, willkürli-che -Übergriffe
und andere Gewalttaten könnten die Folge sein, wenn Tausende von früher
gewaltsam umgesiedelten Einwohner ihr Eigentum reklamierten. Noch unter
irakischer Regierung ist das ölreiche Kirkuk seit Tagen das Ziel US amerikanischer
Luftangriffe. US Fallschirmspringer sind in Irakisch-Kurdistan gelandet
und es ist möglich, dass die US und ihre Verbündeten in den nächsten Tagen
die Stadt einnehmen.
Seit dem Golfkrieg
von 1991 hat die Irakische Regierung systematisch etwa 120.000 Kurden,
Turkomanen und Assyrer aus Kirkuk, sowie anderen Städten und Dörfern aus
dieser ölreichen Region zwangsumgesiedelt. Die meisten von ihnen flüchteten
in die kurdisch kontrollierten Gebiete. In der Zwischenzeit hat die irakische
Regierung hier die sogenannte „Arabisierung“ durchgeführt, indem sie arabische
Familien ansiedelte und damit versuchte, die politische Kraft und die Präsenz
ethnischer Minderheiten zu verringern.
Eine Anzahl
zwangsumgesiedelter Kurden und Turkmenen berichteten HRW im September 2002
von schonungslosem Druck, die die Regierung auf sie ausgeübt hatte, um
sie aus ihren Häusern und von ihrem Grund und Boden zu vertreiben.
HRW bemängelt
die fehlende Vorsorge der USA für eine Rückkehr dieser Siedler in ihre
Heimatorte und fürchtet bei massenhafter Rückkehr Vergel-tungsakte gegen
die, von denen sie gezwungen wur-den ihre Häuser zu verlassen, ebenso gegen
ihre jetzigen Bewohner.
Während ihrer
Gespräche in Ankara im März 2003 diskutierten Vertreter der USA, der Türkei
und der irakischen Opposition die Notwendigkeit der Ein-richtung einer
Kommission für alle Probleme, die sich an der Nordfront ergeben könnten,
das auch die zwangsweise umgesiedelten Bewohner einschliesst. Leider ist
dies bis heute nicht geschehen.
Die Demokratische
Partei Kurdistans (KDP) unter der Führung von Massud Barzani und die Patrioti-sche
Union Kurdistans unter Jalal Talabani (PUK) haben gemeinsam beschlossen,
ihre Peschmerga nur mit Zustimmung der USA und unter deren Kommando einzusetzen,
nachdem die Türkei der Koalition den Durchgang durch ihr Territorium ver-weigerte.
„Es ist von
großer Wichtigkeit, dass die USA sich der Probleme bewusst ist, die bei
einer unkontrol-lierten Rückkehr der früheren Bewohner entstehen kann.“
Nach internationalem
Recht haben die USA die Pflicht, in einem von ihnen besetzten Gebiet für
die Sicherheit seiner Bewohner zu sorgen.
Dazu gehören
u.a.:
- Ein Plan
für die geregelte Rückkehr der früheren Bewohner nach Herkunftsorten und
ethnischer Zu-gehörigkeit
- Auffindung
und Entschärfung der Landminen
- Meldestelle
für Familienzusammenführung und Nachforschung
- Sicherstellung
von Grundbucheintragungen zur Klärung von Besitzansprüchen.
Zum Schluss
fordert HRW die UN auf, in den Nord-Irak zurückzukommen, um hier bei anderen
humanitären Erfordernissen zu helfen. (Quelle: HRW, 28.März 2003)
ai: Vereinte
Nationen müssen
Menschenrechtsbeobachter
entsenden
Angriffe auf
Zivilisten verstoßen gegen Völkerrecht / Vorfälle müssen untersucht werden
/ Mandat des UN-Sonderberichterstatters zum Irak muss ausgeweitet werden
Berlin – „Die
hohe Zahl ziviler Kriegsopfer erfordert umso dringlicher eine unabhängige
und transparente Untersuchung aller Vorfälle“, sagte Ruth Jüttner, Nahost-Expertin
von amnesty international. „Die Vereinten Nationen müssen daher schnellstmöglich
Beobachter in den Irak entsenden.“ Auch der UN-Sonderberichterstatter zum
Irak, Andreas Mavrommatis, muss ermächtigt werden, Menschenrechtsverletzungen
aller an der Krise beteiligten Parteien zu untersuchen. Das humanitäre
Völkerrecht verbietet unangemessene und willkürliche Angriffe auf Zivilisten.
Der Einsatz von Streubomben, die nicht zwischen Soldaten und Zivilisten
unterscheiden und damit wahllos töten, muss sofort eingestellt werden.
Die irakische Regierung muss sich deutlich von Selbstmordattentaten und
Guerilla-Taktiken distanzieren.
Die Genfer
Konvention untersagt, „einen Gegner unter Anwendung von Heimtücke zu töten“.
„Verkleiden sich irakische Soldaten als Zivilisten, machen sie die Unterscheidung
zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten unmöglich. Damit setzen sie
das irakische Volk mutwillig großer Gefahr aus“, sagte Ruth Jüttner. „Doch
diese Umstände befreien die britischen und amerikanischen Truppen nicht
von ihrer Verpflichtung, dem Schutz von Zivilisten oberste Priorität einzuräumen.“
Ein Sprecher
des UN-Hochkommissariats für Men-schenrechte hatte Anfang der Woche angekündigt,
Menschenrechtsbeobachter in den Irak entsenden zu wollen, sobald es die
Lage zuließe. Die derzeit in Genf tagende UN-Menschenrechtskommission hat
jetzt die Gelegenheit, dies in ihrer Resolution zum Irak zu verankern.
UN-Sonderberichterstatter Mav-rommatis ist bisher nur ermächtigt, Menschenrechtsverletzungen
von irakischer Seite zu dokumentieren. Um eine unabhängige Untersuchung
von Verstößen aller an der Krise beteiligten Parteien zu gewährleisten,
muss sein Mandat entsprechend erweitert werden. (Quelle: PE von ai, 03.04.03)
UNHCR-Bericht
Es hat keine
nennenswerten Bewegungen von iraki-schen Flüchtlingen in der Region gegeben.
UNHCR-Mitarbeiter
in den Nachbarländern überwachen weiterhin die Grenzen. UNHCR-Hilfsgüter
für 350.000 Menschen sind vor Ort gelagert. Zusammen mit Partnerorganisationen,
inklusive dem Roten Halbmond, können wir nötigenfalls bis zu 600.000 Menschen
in den Nachbarländern versorgen. Unsere Vorräte umfassen 954.000 Decken,
64.000 Familienzelte, 216.000 Matratzen, 151.000 Wasser- und Ölkanister,
76.000 Lampen, 70.000 Herde, 56.000 Küchensets, Tonnen an Plastikplanen,
Seife, Hygieneartikeln sowie 21 vorgefertigte Lagerhäu-ser. Weitere Güter
werden von Schiffen abgeladen und in die Hauptlagerhäuser in Aqaba, Iskenderun
und Ahwaz transportiert. Die Verteilung erfolgt außerdem auf Vorratslager
in der gesamten Region. UNHCR hat bisher vom letzten Finanzie-rungsaufruf,
der 154 Millionen US-Dollar umfasste, mehr als 34,5 Millionen US-Dollar
für den Einsatz in der Region erhalten.
Die syrische
Regierung bestätigte diese Woche bei Verhandlungen in Damaskus, dass sie
ihre Grenze für Iraker offenhalten wird. Alle Iraker werden laut der Regierung
den nötigen vorübergehenden Schutz erhalten. Diese begrüßenswerte Entscheidung
von Syrien kommt einer Bitte von Hochkommissar Lubbers nach. Er hatte Anfang
diesen Jahres alle Regierungen in der Region in einem Brief dazu aufgerufen,
im Falle eines Krieges ihre Grenzen für Iraker zu öffnen. Nach dem Ausbruch
des Krieges im Irak am 20. März hat UNHCR alle Regierungen gebeten, irakischen
Asylsuchenden vorübergehenden Schutz für eine Anfangsperiode von drei Monaten
zu gewähren. Die in dieser Woche von den sy-rischen Behörden abgegebene
Zustimmung wird die Iraker, die sich gegenwärtig im Lande aufhalten, beruhigen.
In der letzten Woche haben mehr als 2.600 Iraker unser Büro in Damaskus
aufgesucht, die sich von UNHCR registrieren lassen wollten. Normalerweise
hat UNHCR 40 bis 50 Besucher pro Woche.
Die Mehrzahl
der Hilfe Suchenden war lange vor Ausbruch des Konfliktes nach Syrien gekommen.
Die meisten Iraker, die unser Büro in Damaskus seit Kriegsbeginn aufgesucht
haben, erklärten, sie hätten ihr Land aus Furcht vor dem Krieg oder Be-sorgnis
über die mögliche Verschlechterung der Si-cherheitssituation verlassen.
Die überwiegend schii-tischen Muslime kamen zumeist mit ihren Familien,
obwohl einige der Männer im Irak verblieben wa-ren, um ihren Besitz zu
schützen. Nur ein Bruchteil der Iraker, die um Hilfe baten, sind erst vor
kurzem nach dem Ausbruch der Kämpfe am 20. März nach Syrien gekommen. UNHCR
erweitert zur Zeit das Flüchtlingslager El Hol im Nordosten des Landes,
um Iraker im Falle eines großen Zustroms aufneh-men zu können. Wir haben
Vorräte für 10.000 Menschen in El Hol, und zusätzliche Hilfsgüter aus dem
Regionallager in Iskenderun in der Türkei sind auf dem Weg dorthin, um
für 20.000 Menschen gerüstet zu sein. Die Iraker, die sich in Damaskus
befinden, wurden von Freunden oder Verwandten aufgenommen. Da die syrischen
Behörden mitge-teilt haben, dass generell allen Irakern Schutz gewährt
werden wird, haben wir die in Syrien ansässigen Iraker darüber informiert,
dass eine Registrierung durch UNHCR nicht nötig ist. (Quelle: Bericht von
UNHCR, 04.04.03)
Kurden in
allen Teilen Kurdistans und in der Diaspora feiern die Zerschlagung des
Baath-Regimes im Irak
Die beiden
kurdischen Städte Chanaqin und Kirkuk sowie die Stadt Mossul im Norden
Iraks sind nach-einender von kurdischen Einheiten und den US-Streitkräften
befreit worden….
Die Befürchtungen
über einen langandauernden Krieg, Hunderttausenden Toten innerhalb der
Zivil-bevölkerung und Flucht von Millionen Flüchtlingen in die Nachbarländer
haben sich erfreulicherweise nicht erfüllt. Die Völker Iraks, insbesondere
das kurdische Volk in Südkurdistan, freuen sich über die Zerschlagung des
seit 40 Jahren herrschenden blutigen und barbarischen Baath-Regimes und
hoffen auf eine Zukunft in Freiheit und Frieden, ohne Barbarei und Unterdrückung.
Die demokratische
irakische Opposition, insbeson-dere die Kurden erwarten nun von den USA
und Großbritannien eine baldige Verwirklichung der versprochenen Entbaathisierung
und Demokratisierung der Gesellschaft, sowie die Einsetzung einer demokratisch
legitimierten Regierung, die die Zukunft des Landes in föderalen Strukturen
gestalten kann.
Nun ist auch
die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert eine rasche und zügige
humanitäre Hilfe für die Bevölkerung im Irak zu leisten und einen Wiederaufbauplan
des Landes auszuarbeiten.
Das gesamte
kurdische Volk in seiner geteilten Heimat und in der Diaspora teilt diese
Freude und Hoffnung. ….
Wir appellieren
noch einmal an die US-Admi-nistration, an die Europäische Kommission und
an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf die Türkei einzuwirken.
Denn die Türkei hat im Irak nichts verloren!
Den vollständigen
Text können Sie auf unserer homepage unter www.kurden.de nachlesen. (Quelle:
PE: IMK e.V., 14. April 2003)
Ermittlung
gegen Saddam
Die Staatsanwaltschaft
Nürnberg-Fürth ermittelt gegen den irakischen Machthaber Saddam Hussein
wegen Mordes durch einen Gasangriff auf Kurden in Nordirak vor knapp 16
Jahren. Hintergrund ist nach Angaben der Behörde vom Dienstag der Tod einer
aus Iran stammenden Kurdin vor knapp drei Wochen in Nürnberg. Die Obduktion
der Leiche ergab demnach einen Anfangsverdacht, dass die 39-Jährige an
den Folgen eines Senfgasangriffes ver-starb. Dem Ehemann zufolge hatte
sich die Frau bei einem Angriff der irakischen Führung mit Senfgas am 6.
Juni 1987 in einem Bergdorf in Nordirak aufgehalten. (AFP, 08.04.2003)
207 Immigranten
auf
Lampedusa
gelandet
207 Flüchtlinge,
unter ihnen 25 Iraker, haben am Dienstag an Bord eines Bootes die südlich
von Sizilien gelegene Insel Lampedusa erreicht. Auf dem Boot befanden sich
nach Angaben des italienischen Fernsehsenders RAI auch 25 Frauen und 14
Kinder. Die Flüchtlinge wurden in einem Aufnahmezentrum untergebracht.
Ihr Gesundheitszustand wurde von den Behörden der Insel als gut bezeichnet.
(Quelle: NZZ, 03.04.2003)
Iraker stellten
von Januar bis im März
die meisten
Asylanträge in Deutschland
Die meisten
Asylbewerber in Deutschland kamen im März aus Irak. Auch in der Gesamtbilanz
des ersten Quartals 2003 liegen die Iraker damit vorn, wie das Bundesinnenministerium
am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Februar war die Türkei das Hauptherkunftsland
derjenigen gewesen, die einen Asylantrag in Deutschland stellten. Im März
wur-den demnach insgesamt 4329 Erstanträge auf Asyl in Deutschland gestellt;
1552 Menschen stellten einen Folgeantrag. 592 der Erstantragsteller waren
Iraker, 521 Türken. Auf den weiteren Plätzen folgten Serbien und Montenegro
(388), China (207) Vietnam (202), Russland (186) und Iran (135). (Quelle:
AFP, 08.04.03)
Nachstehende
Pressemitteilungen und Aufrufe zum Irak-Krieg können Sie auf unserer web-Seite
www.kurden.de nachlesen:
„Irak: Jetzt
droht auch noch ein “Krieg im Krieg“
Pressemitteilung
des Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler
„Sorgen bezüglich
der Intentionen der Türkei im irakischen Kurdistan“
Aufruf von
Dilshad Barzani, VERTRETUNG DER REGIONALREGIERUNG KURDISTAN-IRAK IN DEUTSCHLAND
„Nein zur Besetzung
Südkurdistans (Nordirak) durch die türkischen Streitkräfte“
Pressemitteilung
des IMK e.V. Bonn
Wie zuvor
auch diesmal möchten wir an Sie appellieren, uns mitzuteilen falls Sie
eine e-mail-Adresse haben, denn der Versand über e-mail ist kostengünstiger
und schneller.
Wir möchten
Sie gleichzeitig auf unsere web-Seiten hinweisen, die interessante Beiträge
enthält:
· Presseerklärung
des IMK e.V. vom 07. Januar 2003 (Deutsch und Englisch)
· Anmerkung
zum Lagebericht des Auswärtigen Amtes zur Türkei (Deutsch)
· Offener
Brief an die Bundesregierung wegen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei
(Deutsch)
· Gedanken
zum Thema Irak I und II, von Alexander Kauz (Deutsch)
· Kampagne
gegen Straflosigkeit „Gerechtigkeit heilt“ (Deutsch)
· „Die Quadratur
des Kreises , von Ofra Bengio (in Deutsch und Englisch)
· Die gemeinsame
Presseerklärung von GfbV, KOMKAR, Kurdische Gemeinde in Deutschland und
IMK e.V. vom 24. Oktober (in Deutsch)
· Ein Bericht
der Turkish Daily News über das Dorfschützersystem (Deutsch und Englisch)
· Presserklärung
des IMK e.V. zum 40. Jahrestag der rassistischen Sondervolkszählung in
Syrien (Deutsch)
· Eine Analyse
über das Verhalten der türkischen Medien während des Bundestagswahlkampfes
in Deutschland, von Irina Wiessner (Deutsch)
· Pressemitteilung
des Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler
„Irak: Jetzt droht auch noch ein “Krieg im Krieg“
· Aufruf von:
Dilshad Barzani, VERTRETUNG DER REGIONALREGIERUNG KURDISTAN-IRAK IN DEUTSCH-LAND
„Sorgen bezüglich der Intentionen der Türkei im irakischen Kurdistan“
· Pressemitteilung
des IMK e.V. „Nein zur Besetzung Südkurdistans (Nordirak) durch die türkischen
Streitkräfte“
· Offenbacher
Bündnis gegen rechte Gewalt und Rassismus: Aufruf um Hilfe und Unterstützung
für einen zum Tode verurteilten jungen Mann. Sein Name ist Sassan Alkanaan,
er ist 34 alt.
Diese Beiträge
tragen nicht unbedingt unsere Meinung, sondern geben die aktuell für unser
Themengebiet interes-santen Diskussionen wieder. Besuchen Sie doch einmal
www.kurden.de.
Mit freundlichen
Grüßen,
Ihre Redaktion
Neuerscheinung
Neuerscheinung Neuerscheinung
Die Dokumentation
der Wochenendtagung vom 06. – 08. Dezember 2002 in der Evangelischen Akademie
Bad Boll mit dem Titel „Kurden im Irak und in der Türkei: Ihre Zukunft
zwischen Agas, Sheiks und Öl-Multis“ ist erschie-nen. Die 56-seitige Dokumentation
kann bei uns für ein Gebühr in Höhe von Euro 6,00 (einschließlich Portokosten)
bestellt werden.
Neue Publikation
der IMK e.
V. möchte alle Interessierten und MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit
darauf hinweisen, dass wir eine neue Publikation herausgeben.
Thema dieser
Publikation ist „Traumatisierte kurdische Flüchtlinge in Deutschland“ und
trägt den Namen der gleichnamigen Fachtagung, die vom 15.-16. Juni 2001
im Maternushaus in Köln, stattfand:
„Odyssee ins
Ungewisse“
Durch Herrn
Dr. Ilhan Kizilhan wird ausführlich über die spezifischen Fluchtursachen
der Kurdinnen und Kurden in Nordkurdistan berichtet. Er gibt einen historischen
Überblick der Flüchtlingsentwicklung und geht auf die wirtschaftliche und
soziale Lage der Menschen in Nordkurdistan ein.
Herr Prof.
Ferhad Ibrahim und Herr Abubekir Saydam behandeln das Thema: „Fluchtursachen
aus dem Irak und Südkurdistan – Gibt es eine innere Fluchtalternative?“
Sie schildern die aktuelle Situation im Irak und in Sürkur-distan und berichten
von Stationen der Traumatisierung.
„Fluchtwege“
ist das Thema von Herrn Jürgen Hoppe, Journalist. Hier werden die Methoden
und Vorgehensweisen von Schleppern oder Schleusern erläutert, die für hohe
Geldsummen, Flüchtlinge unter oft unmenschlichen Bedin-gungen nach Deutschland
schleusen.
Frau Dipl.
Psychologin Hamidiye Ünal spricht über traumatisierte Flüchtlinge in Gesellschaft
und in Therapie. Sie geht auf Foltermethoden und auch auf die psychosoziale
und rechtliche Situation der Flüchtlinge in Deutschland ein. Besonders
behandelt wird das Thema „Trauma“, von den Folgen über Symptome bis hin
zu Beratung und Therapie.
Das Thema
„Möglichkeiten der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen im Herkunftsland
Türkei“ wird exem-plarisch anhand einer Prozessbeobachtung in Izmir von
Dr. med. Nesmil Ghassemlou behandelt. Anschliessend wer-den die Voraussetzungen
für eine erfolgversprechende Behandlung und die Behandlungsmöglichkeiten
erörtert.
Die 64-seitige
Publikation (Format DIN A4) kann in gebundener Form bei uns gegen die Entrichtung
eines Betra-ges von 8,00 Euro (inkl. Versandkosten) bestellt werden.
ISSN 1438- 08 Herausgeber: IMK e.V., Postfach 07 38, D-53137 Bonn,
Telefon: + 49 228 362 802, Fax: + 49 228 363 297, E-Mail: IMK-Bonn@t-online.de
und imkkurds@aol.com Besuchen sie auch unsere Website: http://www.kurden.de
Verantwortlicher Leiter: Abubekir Saydam Abonnementbedingungen
(pro Jahr):· Stiftungen, Parteien, Regierungen und internationale Organisationen
sowie Gremien: Euro 92,00 · Gerichte, Rechtsanwälte, Menschenrechtsorganisationen,
Flüchtlingsberatungsstellen: Euro 46,00 · Förderabonnement, Einzelpersonen
und kleinere Vereine: Euro 31,00 Spendenkonto: Volksbank
Bonn (BLZ: 380 60 186), Konto-Nr.: 201 246 90 23
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